Sicherheit: was vor jedem Handgriff gilt

Bei diesen beiden Geräten ist der Sicherheitsteil kein Vorspann, sondern der Kern. Beide arbeiten mit offenen Schneiden bei hoher Geschwindigkeit, und die Kettensäge gehört zu den Werkzeugen mit dem höchsten Verletzungspotenzial im Privathaushalt.

Heckenschere: Messerbalken reinigen und pflegen

Die Heckenschere ist das Gerät, bei dem Pflege am meisten bewirkt und am seltensten gemacht wird. Pflanzensaft trocknet nach jedem Einsatz auf den Messern ein und bildet eine zähe Schicht, die die gegenläufigen Balken bremst und die Zwischenräume füllt.

  1. Gerät stilllegen und feste Handschuhe anziehen.
  2. Grobes entfernen. Blattreste und Zweigstücke aus den Zwischenräumen ziehen, am besten mit einem Holzspan oder einer Zange, nicht mit den Fingern.
  3. Harzlöser auftragen. Großzügig auf beide Messerseiten und in die Zwischenräume sprühen, nach Produktangabe einwirken lassen.
  4. Abwischen und nacharbeiten. Mit einem groben Tuch abnehmen. Hartnäckige Ablagerungen an den Schneidenwurzeln mit einem Holzspachtel oder einer Messingbürste lösen – keine Stahlbürste, die zerkratzt die Beschichtung und nimmt ihr die Gleitwirkung.
  5. Dünn ölen. Pflegespray oder harzfreies Öl auf die gereinigten Balken, dann den Motor kurz laufen lassen, damit sich das Mittel zwischen den Balken verteilt. Überschuss abwischen, weil er sonst Staub bindet.
  6. Getriebe fetten, wo ein Schmiernippel vorhanden ist: nach Herstellerangabe und mit dem angegebenen Getriebefett.
  7. Messerabstand prüfen. Manche Geräte erlauben eine Nachstellung des Abstands zwischen den Balken. Ist er zu groß, ziehen die Messer die Zweige durch, statt sie zu schneiden. Die Einstellung steht in der Anleitung.

Zum Nachschärfen: Ein leichtes Auffrischen der Schneiden mit einer feinen Flachfeile ist machbar – die Feile satt in die vorhandene Fase legen, in eine Richtung arbeiten, jede Schneide mit derselben Anzahl Striche und den Grat auf der Rückseite anschließend abziehen. Das ist Geduldsarbeit, weil jede Schneide einzeln behandelt wird. Der vorhandene Schleifwinkel des Herstellers bleibt dabei unangetastet. Stark stumpfe, ausgebrochene oder verbogene Messerbalken gehören zum Schärfdienst des Fachhandels, der sie maschinell und über die ganze Länge gleichmäßig abzieht.

Was Sie der Schere nicht zumuten sollten: Äste über der angegebenen Schnittstärke. Sie beschädigen Messer und Getriebe, und die Angabe des Herstellers ist keine Empfehlung, sondern eine Belastungsgrenze. Für stärkere Triebe gehört die Astschere oder die Säge in die Hand.

Pflege und Werkzeug für die Heckenschere

Kettensäge: Spannung und Öl – die zwei Lebensversicherungen

Wenn an einer Kettensäge etwas kaputtgeht, das nicht kaputtgehen müsste, liegt es fast immer an einem dieser beiden Punkte. Beide werden vor jedem Einsatz geprüft, und beide zusammen kosten zwei Minuten.

PrüfpunktWannSollzustandWas sonst passiert
Kettenspannungvor jedem Einsatz, kaltvon Hand um die Schiene ziehbar, unten kein Durchhang, Treibglieder bleiben in der Nutzu locker: Kette springt ab. Zu stramm: Lager, Umlenkstern und Nut überlastet
Kettenölstandvor jedem TankenTank gefüllt, Ölart passendTrockenlauf: Kette glüht aus, Schienennut beschädigt
Ölförderungvor jedem Einsatzfeiner Ölstreifen über hellem Untergrundverstopfter Kanal bleibt sonst unbemerkt, bis der Schaden da ist
Kettenbremsevor jedem Einsatzlöst aus und stoppt die Kette sofortbei Rückschlag greift nichts – die wichtigste Schutzeinrichtung überhaupt
Kettenfangbolzenbei jeder Wartungvorhanden und unbeschädigteine gerissene Kette schlägt ungebremst nach hinten
Schienennutbei jedem Kettenwechselfrei, Kanten ohne Grat, gleichmäßige Breitezugesetzte Nut lässt kein Öl an die Kette
Antriebsritzelbei jedem Kettenwechselkeine eingelaufenen Vertiefungen an den Zahnflankenzerstört eine neue Kette in kurzer Zeit
Luftfilternach jedem längeren Einsatzfrei von SägemehlMotor läuft zu fett, Leistung fällt ab

Die Spannung richtig einstellen: Am kalten Gerät bei gelöster Kettenbremse. Muttern der Schienenbefestigung leicht lösen, Schienenspitze anheben und die Spannschraube nachziehen, bis die Kette an der Schienenunterseite anliegt. Dann die Muttern bei weiterhin angehobener Schienenspitze festziehen und die Kette von Hand einmal durchziehen – sie muss sich leicht bewegen lassen. Nach den ersten Schnitten mit einer neuen Kette erneut prüfen: Neue Ketten längen sich in den ersten Betriebsstunden deutlich. Und vor dem Wegräumen eine im Warmen gespannte Kette wieder etwas lösen, damit sie beim Abkühlen nicht auf der Schiene festzieht.

Der Öltest: Säge starten, über einen hellen Untergrund halten – ein Stück Karton oder ein Baumstumpf mit heller Schnittfläche – und kurz Gas geben. Es muss ein feiner Ölstreifen abgeschleudert werden. Kommt nichts, prüfen Sie in dieser Reihenfolge: Ölstand, Ölkanal am Schienenfuß, Nut der Schiene, Ölsaugkopf im Tank. Erst danach ist die Ölpumpe verdächtig, und die ist Werkstattsache.

Sägekette schärfen

Das Schärfen von Hand ist gut erlernbar und mit einem Feilhalter, der den Winkel führt, auch für Ungeübte machbar. Zwei Dinge entscheiden über das Ergebnis: Gleichmäßigkeit und der Tiefenbegrenzer.

  1. Säge sichern. Gerät stilllegen, Kettenbremse einlegen, Schiene in einem Schraubstock oder einer Schienenklemme fixieren. Eine wackelnde Säge lässt sich nicht sauber feilen.
  2. Feilendurchmesser wählen. Er richtet sich nach der Kettenteilung und steht in der Anleitung beziehungsweise beim Kettenhersteller. Eine zu dünne Feile schneidet zu tief in die Zahnwurzel, eine zu dicke schärft die Schneidkante nicht aus.
  3. Winkel einhalten. Der Feilhalter trägt aufgedruckte Markierungen für den Schärfwinkel. Halten Sie ihn parallel zur Kette ausgerichtet und feilen Sie waagerecht.
  4. Von innen nach außen feilen, also aus dem Zahn heraus, und nur beim Vorwärtsstoß Druck geben. Beim Zurückziehen anheben.
  5. Züge zählen. Jede Schneide bekommt dieselbe Anzahl Feilenstriche. Erst alle Zähne einer Richtung, dann die Säge umsetzen und die Gegenrichtung. Markieren Sie den ersten bearbeiteten Zahn mit einem Filzstift, damit Sie wissen, wo Sie angefangen haben.
  6. Gleiche Länge prüfen. Alle Schneiden müssen am Ende gleich lang sein. Ungleich lange Schneiden sind die Ursache für Schnitte, die schräg weglaufen – der häufigste Fehler beim Selbstschärfen.
  7. Tiefenbegrenzer nachsetzen. Nach mehreren Schärfvorgängen die Tiefenbegrenzerlehre auflegen und den überstehenden Teil mit einer Flachfeile abnehmen, anschließend die Vorderkante wieder leicht abrunden. Zu hohe Begrenzer verhindern den Schnitt, zu tief abgefeilte machen die Säge aggressiv und stark rückschlaggefährdet.
  8. Prüfschnitt. Wirft die Kette wieder grobe Späne statt Mehl, war die Arbeit erfolgreich.

Kette und Schiene wechseln

Beim Kettenwechsel liegt die Schiene ohnehin frei – nutzen Sie die Gelegenheit für die Wartung, die sonst nie gemacht wird.

  1. Schienennut reinigen. Mit einem schmalen Schraubendreher oder einem Nutreiniger den gepressten Filz aus Sägemehl und Öl herausschaben. Eine zugesetzte Nut lässt kein Öl an die Kette – ein häufiger Grund für Trockenlaufschäden trotz vollem Öltank.
  2. Ölbohrung freimachen. Sie sitzt am Schienenfuß und verstopft regelmäßig.
  3. Nutkanten entgraten. Aufgeworfene Kanten mit einer Flachfeile abziehen. Prüfen Sie die Nutbreite an mehreren Stellen: Ist sie ungleichmäßig oder aufgeweitet, wird die Schiene ersetzt.
  4. Umlenkstern prüfen. Er muss an der Schienenspitze leichtgängig laufen und darf kein Spiel haben. Wo ein Schmiernippel vorhanden ist, wird er gefettet.
  5. Antriebsritzel kontrollieren. Deutlich eingelaufene Vertiefungen an den Zahnflanken bedeuten Austausch. Ein verschlissenes Ritzel zerstört eine neue Kette in kurzer Zeit – deshalb wird es in der Regel nach zwei Kettenlaufzeiten mitgewechselt.
  6. Schiene wenden. Bei einseitigem Verschleiß der Laufbahn beim Wechsel umdrehen, damit sie sich gleichmäßig abnutzt.
  7. Neue Kette richtig herum auflegen. Die Schneiden zeigen auf der Schienenoberseite nach vorn zur Spitze. Eine verkehrt herum montierte Kette schneidet nicht und ist gefährlich, weil sie kein Sägemehl abtransportiert.
  8. Spannen, einlaufen lassen, nachspannen. Nach den ersten Schnitten die Spannung erneut prüfen.

Ersatzteile und Werkzeug für die Kettensäge

Für die Ersatzkette brauchen Sie drei Werte: Teilung, Treibgliedstärke und Anzahl der Treibglieder. Sie stehen auf dem Typenschild der Säge und meist auch aufgestempelt auf der Schiene.

Typische Folgefehler beim Selbermachen

Abbruchkriterien und Grenzen der Selbsthilfe

Was der Fachbetrieb anders macht

Der wesentliche Unterschied liegt bei diesen Geräten weniger im Schärfen als in der Prüfung der Sicherheitseinrichtungen. Ein Motorgeräte-Fachbetrieb misst die Auslösezeit der Kettenbremse, prüft die Leerlaufdrehzahl gegen die Herstellervorgabe, kontrolliert Kupplung, Kettenfangbolzen und Gashebelsperre und beurteilt Schiene und Ritzel mit Lehren statt nach Augenmaß. Dazu kommt das Schärfgerät: Eine Kettenschärfmaschine arbeitet alle Zähne auf exakt dieselbe Länge und denselben Winkel, was von Hand über viele Schärfvorgänge hinweg kaum zu halten ist. Für die Heckenschere gibt es entsprechend eine Maschine, die den Messerbalken über die gesamte Länge gleichmäßig abzieht.

Umgekehrt gilt: Reinigen, ölen, spannen, Kette wechseln und von Hand nachschärfen sind vollständig Heimarbeit und gehören zum normalen Umgang mit dem Gerät. Viele Händler bieten Winterdurchsichten an, bei denen die Sicherheitsprüfung mit erledigt wird – der sinnvolle Zeitpunkt, weil im Frühjahr alle gleichzeitig kommen.

Und der Blick über den Einzelfall: Kette, Schiene, Ritzel und Messerbalken sind Verschleißteile, die einzeln erhältlich und ohne Spezialwerkzeug wechselbar sind. Ein Gerät, das nicht mehr sauber schneidet, ist deshalb fast nie ein Fall für ein neues – die Argumente dazu stehen unter Reparieren und Nachhaltigkeit, die wirtschaftliche Einordnung unter Reparieren oder neu kaufen.

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