Staubsauger & Saugroboter reparieren
Nachlassende Saugkraft, ein Akku, der nach fünf Minuten schlappmacht, ein Roboter, der sich unter der Kommode festfährt: Die häufigsten Staubsauger-Beschwerden sind Wartungsfälle, keine Defekte. Beutel, Filter, Bürsten, Dichtungen und Akkus sind Verschleißteile, die für den Austausch konstruiert wurden – und genau deshalb ist diese Gerätegruppe eine der dankbarsten in der ganzen Selbsthilfe. Diese Übersicht ordnet ein, was reparierbar ist und was nicht, beantwortet die Kostenfrage vor dem ersten Handgriff und führt in die passende Anleitung.
Was sich am Staubsauger reparieren lässt – und was nicht
Ein Staubsauger ist im Kern eine simple Maschine: ein Motor erzeugt Unterdruck, die Luft nimmt den Schmutz mit, ein Abscheider hält ihn zurück, gefilterte Luft geht wieder hinaus. Fast alles, was im Alltag schiefgeht, betrifft diesen Luftweg – und der besteht aus Teilen, die zum Wechseln gedacht sind. Das ist die gute Nachricht. Die ehrliche Kehrseite: Wo Motorwicklung, Leistungselektronik oder Netzanschluss betroffen sind, endet die Selbsthilfe schnell, und bei einem betagten Gerät endet dort meist auch die Wirtschaftlichkeit.
Diese Übersicht trennt die beiden Welten, bevor Sie den ersten Schraubendreher ansetzen:
| Baugruppe | Selbst machbar? | Warum |
|---|---|---|
| Beutel, Behälter, Zyklon-Lamellen | uneingeschränkt | Für Entnahme und Reinigung konstruiert, kein Werkzeug nötig |
| Motorschutz- und Abluftfilter | uneingeschränkt | Steck- oder Klipsrahmen, Verschleißteil mit Intervall |
| Schlauch, Rohr, Düsen, Dichtlippen | uneingeschränkt | Steckverbindungen, Ersatz als Zubehör erhältlich |
| Bürstenrolle, Seitenbürsten, Lenkrolle | uneingeschränkt | Ausgelegt als Wechselteil, meist ohne oder mit einer Schraube |
| Ladekontakte und Sensorfenster | uneingeschränkt | Reine Reinigungsarbeit, häufigste Roboter-Ursache |
| Akkupack (Wechselakku) | meist ja | Steckbares Modul – Voraussetzung ist ein verfügbarer Ersatzakku |
| Akku fest verbaut oder verklebt | eingeschränkt | Gehäuse öffnen, teils Lötarbeit; nur mit Erfahrung und Schutzausrüstung |
| Schalter, Kabelaufroller, Netzkabel | eingeschränkt | Netzspannungsseite – nur mit elektrotechnischer Erfahrung |
| Motorkohlen am Universalmotor | eingeschränkt | Zugang aufwendig, Ersatzkohlen für Haushaltsgeräte selten gelistet |
| Motorwicklung, Lager, Turbine | nein | Kein sinnvoll trennbares Bauteil, Tausch nur als komplette Einheit |
| Hauptplatine, Ladeelektronik, BMS | nein | Bauteilebene, ohne Schaltplan und Messtechnik nicht diagnostizierbar |
| Lidar-Turm und Kameramodul | nein | Justierte Baugruppe, Ersatz teils nur über den Hersteller |
Merken Sie sich die Grundregel dahinter: Alles, was mit der Luft in Berührung kommt, ist Ihr Terrain. Alles, was mit Strom in Berührung kommt, ist es nur bedingt.
Lohnt sich die Reparatur? Die Entscheidung vor dem ersten Handgriff
Die Frage, mit der die meisten Menschen ankommen, lautet nicht wie repariere ich das, sondern soll ich das überhaupt noch. Diese Tabelle beantwortet sie für die typischen Befunde. Der Aufwand ist als reine Arbeitszeit für jemanden ohne Vorerfahrung geschätzt; das Materialthema steht in der Spalte daneben.
| Befund | Aufwand | Material | Lohnt sich? |
|---|---|---|---|
| Saugkraft lässt nach, Beutel und Filter alt | 20 Min | Beutel, Filtersatz | ja, immer – das ist Wartung, keine Reparatur |
| Verstopfung in Schlauch oder Rohr | 20 Min | keins | ja, immer |
| Bürstenrolle mit Haaren blockiert | 20 Min | keins, ggf. Ersatzrolle | ja, immer |
| Dichtlippe der Bodendüse verschlissen | 15 Min | Düse oder Lippenset | ja – der Effekt ist größer als erwartet |
| Schlauch gerissen, Gerät sonst gut | 10 Min | Ersatzschlauch | ja, solange der Schlauch für das Modell lieferbar ist |
| Akkulaufzeit deutlich kürzer, Gerät 3 bis 6 Jahre alt | 30 Min | Ersatzakku | ja, wenn Motor, Bürste und Ladegerät unauffällig sind |
| Saugroboter reinigt schlecht, Verschleißteile alt | 45 Min | Bürsten-, Filter- und Wischtuchsatz | ja – planbarer Verbrauch, kein Schadensfall |
| Saugroboter erkennt Station nicht | 20 Min | keins | ja – meist reine Kontakt- und Sensorreinigung |
| Waschsauger sprüht nicht, Düse verkalkt | 40 Min | Entkalker, ggf. Düse | ja |
| Kabelaufroller zieht nicht mehr ein | 60 Min | Federzug, oft nicht gelistet | abwägen – bei gutem Gerät ja, sonst nein |
| Beuteltyp nicht mehr lieferbar | – | ggf. Adapterlösung | abwägen – ohne dauerhafte Beutelquelle ist das Gerät am Ende |
| Fest verklebter Akku, kein Ersatzpack gelistet | 90 Min | Zellen, Lötarbeit | nur für Geübte mit Schutzausrüstung |
| Motor läuft nicht an, Luftweg vollständig frei | offen | Motoreinheit | meist nein – Diagnose und Teil übersteigen den Restwert |
| Lidar-Einheit defekt, Roboter über 4 Jahre alt | offen | Lidar-Modul | meist nein – Ersatz nur über den Hersteller, oft nicht gelistet |
| Brandgeruch, FI löst aus, Akku aufgebläht | – | – | nein – Gerät sofort außer Betrieb nehmen |
Die Kriterien hinter dieser Bewertung – Restwert, Ersatzteilverfügbarkeit, Häufung mehrerer Befunde – erklären wir grundsätzlich unter Reparieren oder neu kaufen und Zeitwertgerechte Reparatur. Warum eine Reparatur ökologisch fast immer die bessere Wahl ist, steht unter Reparieren und Nachhaltigkeit.
Die Bauarten und ihre typischen Defekte
Die vier Gerätefamilien altern unterschiedlich. Wählen Sie den Bereich, der zu Ihrem Gerät gehört – dort steht die vollständige Prüf-Reihenfolge mit allen Schritten, Messwerten und Abbruchkriterien.
Bodenstaubsauger
Saugkraft lässt nach, Gerät wird heiß und schaltet ab, Kabelaufroller zieht nicht ein
Akku-Handsauger
Laufzeit sinkt, Leistung fällt nach kurzer Zeit ab, Gerät lädt nicht mehr
Saugroboter
Reinigt schlecht, fährt sich fest, meldet Sensorfehler, findet die Station nicht
Waschsauger & Dampfreiniger
Pumpe fördert nicht, kein Dampf, Kalk im Kessel, Schaum im Schmutzwassertank
Symptom-Wegweiser: welche Anleitung Ihre ist
Beschreiben Sie sich das Symptom in einem Satz und suchen Sie es hier. Die rechte Spalte führt direkt zur zuständigen Anleitung, statt dass Sie sich durch alles lesen.
| Symptom | Erste Verdachtsrichtung | Weiter bei |
|---|---|---|
| Saugt sichtbar schlechter als früher | Beutel, Filter, Saugweg, Bürstenrolle | Staubsauger saugt nicht |
| Gerät wird heiß und schaltet ab | Thermoschutz wegen fehlendem Luftstrom | Staubsauger saugt nicht |
| Pfeifendes Geräusch, wenig Sog | Nebenluft an Dichtung, Schlauch oder Beutelplatte | Staubsauger saugt nicht |
| Passenden Beutel oder Filter finden | Typenschild, Beuteltyp-System, Kompatibilität | Beutel und Filter finden |
| Akkugerät läuft nur noch wenige Minuten | Filter gesättigt oder Zellalterung | Akkusauger: Laufzeit schwach |
| Akkugerät lädt nicht mehr | Ladekontakte, Netzteil, Schutzelektronik | Akkusauger: Laufzeit schwach |
| Roboter fährt sich fest oder dreht im Kreis | Sensoren, Bumper, Lenkrolle, Räder | Saugroboter-Probleme |
| Roboter reinigt schlecht oder verteilt Haare | Hauptbürste, Seitenbürste, Filter | Saugroboter-Probleme |
| Roboter findet die Ladestation nicht | Ladekontakte, Standort der Station, Karte | Saugroboter-Probleme |
| Dampfreiniger baut keinen Druck auf | Kalk im Kessel, Düse, Dichtung | Waschsauger & Dampfreiniger |
| Waschsauger sprüht nicht mehr | Pumpe, Sprühdüse, Frischwassertank-Ventil | Waschsauger & Dampfreiniger |
| Schmutzwassertank schäumt über | Rückstände von Reinigungsmittel im Teppich | Waschsauger & Dampfreiniger |
| Ladekontakte oder Steckverbinder oxidiert | Kontaktkorrosion | Kontakte reinigen |
| Netzkabel am Knickschutz beschädigt | Kabelbruch an der Zugentlastung | Kabelbruch reparieren |
| Gerät ganz ohne Funktion an der Steckdose | Zuerst Sicherung und Steckdose prüfen | Sicherung prüfen |
Verbrauchsmaterial: der eigentliche Dauerposten
Kein anderes Haushaltsgerät lebt so sehr vom Verbrauchsmaterial wie der Staubsauger. Beutel, Filter, Bürsten und beim Roboter zusätzlich Wischtücher sind kein Zubehör, sondern Betriebsmittel – vergleichbar mit dem Öl im Motor. Wer sie im Intervall wechselt, hat mit den meisten Reparaturthemen dieser Seite nie zu tun. Wer sie schleifen lässt, produziert genau die Befunde, die weiter oben in der Tabelle stehen.
| Teil | Richtwert für den Wechsel | Woran Sie den Bedarf erkennen |
|---|---|---|
| Staubsaugerbeutel | bei etwa zwei Dritteln Füllung, nicht erst randvoll | Füllanzeige, spürbar nachlassender Sog |
| Motorschutzfilter | etwa bei jedem vierten bis fünften Beutelwechsel | graue Verfärbung, sichtbarer Staubkuchen |
| Abluft- oder HEPA-Filter | je nach Hersteller etwa jährlich | Verfärbung, muffiger Geruch der Abluft |
| Zyklon-Netzfilter (beutellos) | nach jedem Entleeren ausklopfen, monatlich gründlich | Feinstaubbelag zwischen den Lamellen |
| Bürstenrolle Bodendüse | monatlich von Haaren befreien, Ersatz nach Jahren | abgenutzte Borsten, unruhiger Lauf |
| Seitenbürsten Saugroboter | etwa alle drei bis sechs Monate | verbogene Borsten, Kehrgut wird weggeschleudert |
| Hauptbürste Saugroboter | etwa halbjährlich, Haare wöchentlich entfernen | abgenutzte Lamellen, Bürste dreht schwer |
| Wischtücher und Wischpads | nach jedem Einsatz waschen, Ersatz nach Monaten | Verhärtung, schlechte Wasseraufnahme |
| Dichtungen an Deckel und Schlauchanschluss | nur nach Befund | Risse, Härte, hörbare Nebenluft |
| Akkupack | nach Befund, typisch nach 3 bis 5 Jahren | deutlich kürzere Laufzeit, Abschalten unter Last |
Original oder Nachbau
Bei Beuteln und Filtern ist der Nachbaumarkt groß und über weite Strecken gut. Ein sauber gefertigter Vliesbeutel eines etablierten Zubehörherstellers hält Feinstaub zuverlässig zurück und passt formschlüssig auf die Halteplatte. Die Schwachstellen der schlechten Ware sind immer dieselben: einlagiges Papier statt mehrlagigem Vlies, eine Halteplatte mit zu großem Spiel und eine fehlende oder steife Verschlussmembran am Einlass. Bei Akkus ist die Sache heikler – dort entscheiden Zellqualität und Schutzelektronik über Sicherheit, nicht nur über Laufzeit. Welche Merkmale einen brauchbaren Nachbau ausmachen und wie Sie Ihre Beutelserie sicher bestimmen, steht ausführlich unter Beutel und Filter finden; die Auswahlkriterien für Ersatzakkus stehen in unserer Ersatzakku-Kaufberatung.
Verbrauchsmaterial beschaffen
Nehmen Sie die Typbezeichnung vom Typenschild in die Suche auf – die Marke allein führt bei Beuteln und Filtern regelmäßig zum Fehlkauf.
- Anzeige (Amazon): Vliesbeutel im Vorratspack → (Beuteltyp oder Modellnummer ergänzen)
- Anzeige (Amazon): Abluft- und HEPA-Filter → (Filterrahmen ist modellabhängig)
- Anzeige (Amazon): Motorschutzfilter-Sets → (wird beim Beutelwechsel am häufigsten vergessen)
- Anzeige (Amazon): Verschleißteil-Sets für Saugroboter → (Robotermodell exakt angeben, Bürstenlänge unterscheidet sich)
- Anzeige (Amazon): Waschbare Wischtücher → (waschbare Tücher ersparen den Wegwerfverbrauch)
- Anzeige (Amazon): Bodendüsen und Turbobürsten → (Rohrdurchmesser messen – 32 oder 35 Millimeter)
Ersatzteile finden: ohne Typenschild geht gar nichts
Bei jedem geräteseitigen Teil gilt: Die Typbezeichnung vom Typenschild gehört in die Suche. Innerhalb einer Baureihe ändern Hersteller Beutelaufnahme, Filterrahmen, Bürstenlänge und Akkusteckbild, ohne den Modellnamen zu ändern. Ein Teil, das äußerlich passt, sitzt dann mechanisch nicht.
So kommen Sie zuverlässig an die richtige Nummer:
- Bodenstaubsauger: Typenschild fast immer auf der Geräteunterseite, gelegentlich im Beutelfach unter dem Deckel. Dort stehen Typbezeichnung, oft eine Produktnummer und die Seriennummer.
- Akku-Handsauger: Schild am Motorgehäuse oder unter dem entnommenen Akku. Der Akku selbst trägt zusätzlich Spannung, Kapazität und eine eigene Teilenummer – notieren Sie beide.
- Saugroboter: Schild auf der Unterseite zwischen den Rädern, oft mit einer separaten Modellkennung, die von der Marketingbezeichnung abweicht. Genau diese Kennung gehört in die Suche.
- Waschsauger und Dampfreiniger: Schild an der Geräterückseite oder im Tankfach, meist mit Baujahr und Seriennummer – bei diesen Geräten wechseln Dichtungen und Düsen zwischen den Baujahren.
- Fotografieren statt abschreiben: Ein Foto mit dem Telefon verhindert Zahlendreher und liegt beim Bestellen griffbereit.
- Rohrdurchmesser messen: Für Düsen und Adapter zählt nicht das Modell, sondern das Maß am Rohrende – im Haushalt sind 32 und 35 Millimeter üblich.
Die grundsätzliche Systematik der Teilesuche über Typenschild, Explosionszeichnungen und Teilenummern erklären wir unter Ersatzteil finden. Wenn ein Teil gar nicht mehr existiert, hilft Teile nachfertigen lassen weiter.
Gerätespezifische und ältere Teile
Für abgekündigte Serien ist der Gebrauchtmarkt oft die einzige Quelle. Spendergeräte liefern Düsen, Rohre, Deckel, Kabelaufroller und Elektronik zu Konditionen, zu denen es Neuteile längst nicht mehr gibt.
- Anzeige (eBay): Spendergeräte und Bastlerware → (Marke und Baureihe ergänzen, dann passt fast alles)
- Anzeige (eBay): Saugschläuche für ältere Modelle → (Anschlussform am Gerät fotografieren und vergleichen)
- Anzeige (eBay): Original-Bodendüsen → (Rohrdurchmesser in Millimeter mitangeben)
- Anzeige (eBay): Ersatzakkus für Akkusauger → (Modellnummer und Spannung sind Pflichtangaben)
- Anzeige (eBay): Roboter-Baugruppen und Sensormodule → (Modellkennung von der Geräteunterseite verwenden)
- Anzeige (eBay): Restbestände ausgelaufener Beutelserien → (bei alten Geräten lohnt der Vorratskauf)
Ehrlich bleibt ehrlich: Wenn für Ihr Gerät weder Beutel noch Filter dauerhaft lieferbar sind, hilft auch die beste Reparatur nicht weiter. Ein Sauger ohne gesicherte Verbrauchsmaterial-Versorgung ist technisch intakt und praktisch am Ende. Prüfen Sie das, bevor Sie Geld in ein Ersatzteil stecken – und ziehen Sie es beim nächsten Neukauf als Kriterium heran. Warum manche Geräte konstruktiv schwer zu reparieren sind, steht unter Schwer zu reparieren. Gerade Staubsauger im oberen Preisbereich werden häufig nicht im Handel, sondern bei einem Vorführbesuch an der Wohnungstür verkauft – und genau die Frage nach dem dauerhaft erhältlichen Verbrauchsmaterial kommt dabei selten zur Sprache. Wie ein solcher Besuch abläuft und wie sich ein dort geschlossener Vertrag rückgängig machen lässt, steht unter Haustürgeschäft widerrufen und selbst besser kaufen.
Werkzeug: die Grundausstattung für Staubsauger-Arbeiten
Der Bedarf ist überschaubar, und das meiste davon liegt bei jedem im Haus, der schon einmal etwas repariert hat. Vier Dinge machen den Unterschied zwischen einer sauberen halben Stunde und einem verkratzten Gehäuse mit abgerissenen Rastnasen.
- Torx- und Kreuzschlitz-Bits in kleinen Größen. Gerätegehäuse sind fast durchgehend mit Torx verschraubt, häufig in T8 bis T20, teils mit Sicherungsstift in der Mitte. Ein Bitsatz mit Sicherheitsprofilen erspart die Suche.
- Kunststoff-Öffnungswerkzeug. Gehäuseschalen sind verrastet. Wer mit dem Schraubendreher hebelt, hinterlässt Kerben und bricht Nasen. Flache Nylonspatel öffnen sauber.
- Schere und Nahttrenner für die Bürstenrolle. Haare und Fäden werden entlang der Rolle aufgeschnitten und abgezogen – der Nahttrenner ist dafür deutlich sicherer als ein Messer.
- Weiche Bürste und Druckluft für Sensoren und Lamellen. Zyklonlamellen und Robotersensoren vertragen kein Wasser, wohl aber trockene mechanische Reinigung.
- Multimeter für die Elektrikfragen. Durchgangsprüfung am Kabel, Spannung am Ladegerät, Ruhespannung am Akkupack – drei Messungen, die Rätselraten ersetzen. Die Auswahl erklärt unsere Multimeter-Kaufberatung.
- Staubmaske und Handschuhe. Ein alter Motorschutzfilter setzt beim Herausziehen Feinstaub frei, im Behälter finden sich Scherben und Nadeln.
Werkzeug beschaffen
- Anzeige (Amazon): Torx- und Sicherheitsbitsatz → (T6 bis T20 deckt Haushaltsgeräte weitgehend ab)
- Anzeige (Amazon): Kunststoff-Öffnungswerkzeug → (verhindert Kerben und gebrochene Rastnasen)
- Anzeige (Amazon): Nahttrenner für die Bürstenrolle → (sicherer als jedes Messer an der Rolle)
- Anzeige (Amazon): Druckluft für Sensoren und Lamellen → (Dose beim Sprühen senkrecht halten)
- Anzeige (Amazon): Staubmaske und Handschuhe → (Pflicht beim Öffnen alter Filter)
- Anzeige (Amazon): Fachbücher zur Gerätereparatur → (unsere Auswahl steht unter Reparatur-Bücher)
Was darüber hinaus in eine allgemeine Werkstattausstattung gehört, steht unter Werkzeug-Grundausstattung.
Sicherheit und rechtliche Grenzen
Staubsauger wirken harmlos, vereinen aber drei Gefahrenquellen: Netzspannung, gespeicherte Energie im Lithium-Akku und schnell drehende Teile. Dazu kommt der Feinstaub, den ein alter Filter beim Öffnen abgibt.
- Immer stromlos arbeiten. Netzstecker ziehen, nicht nur ausschalten. Beim Akkugerät den Akku entnehmen, soweit er entnehmbar ist. Das gilt ausdrücklich auch für die Bürstenrolle: Eine Elektrobürste, die beim Freischneiden anläuft, zieht Finger ein.
- Netzspannungsseite ist Fachgebiet. Kabelaufroller, Schalter, Motoranschluss und die Zuleitung führen im Betrieb 230 Volt. Reparaturen daran setzen elektrotechnische Kenntnisse voraus. Eine geflickte Zuleitung mit Isolierband ist keine Reparatur, sondern ein Risiko.
- Lithium-Akkus mit Respekt behandeln. Aufgeblähte, verformte, heiße oder auffällig riechende Akkus sofort außer Betrieb nehmen, nicht mehr laden und nicht öffnen. Niemals anstechen oder aufhebeln – beschädigte Zellen können sich selbst entzünden. Zur Zwischenlagerung eignet sich ein nicht brennbarer Untergrund im Freien oder in einem unbewohnten Raum.
- Akkus gehören in die Sammlung, nicht in den Hausmüll. Altbatterien und Akkupacks nehmen Handel und kommunale Sammelstellen zurück; Pole vor der Abgabe abkleben. Grundlagen dazu stehen unter Batterien und Akkus.
- Feinstaub nicht einatmen. Behälter und Filter im Freien oder über einer Tüte leeren, Maske tragen. Bei Allergikern im Haushalt lohnt der Wechsel auf Vliesbeutel mit hoher Rückhaltung und ein intakter Abluftfilter.
- Wasser und Elektrik trennen. Waschsauger und Dampfreiniger führen Wasser unmittelbar neben stromführenden Bauteilen. Vor jeder Arbeit vollständig entleeren, Netzstecker ziehen, druckfreien Zustand abwarten – ein Dampfkessel steht nach dem Abschalten noch unter Druck.
- Gewährleistung nicht verschenken. Innerhalb der zweijährigen gesetzlichen Gewährleistung gehört ein Mangel zunächst zum Verkäufer. In den ersten zwölf Monaten wird zugunsten des Käufers vermutet, dass der Mangel von Anfang an bestand. Ein selbst geöffnetes Gerät macht diese Position schwer durchsetzbar. Reinigen und Verschleißteile wechseln dürfen Sie selbstverständlich – das ist bestimmungsgemäße Wartung, keine Manipulation.
- Herstellergarantie ist etwas anderes. Sie ist eine freiwillige Zusage mit eigenen Bedingungen, und die schließen Eingriffe häufiger aus. Lesen Sie die Garantiebedingungen, bevor Sie ein Gehäuse öffnen.
Wann der Fachbetrieb übernehmen sollte
Es gibt Befunde, bei denen weitere Eigenarbeit weder sinnvoll noch sicher ist. Diese fünf sind eindeutig:
- Der Fehlerstromschutzschalter löst aus, sobald das Gerät eingeschaltet wird. Das deutet auf einen Isolationsfehler hin – Gerät sofort vom Netz nehmen und nicht wieder anschließen.
- Brandgeruch oder sichtbare Verfärbung am Motor, an der Platine oder am Stecker. Hier ist bereits etwas passiert; Weiterbetrieb kommt nicht in Frage.
- Ein Lithium-Akku ist aufgebläht, heiß oder verformt. Das ist ein Sicherheitsthema, kein Reparaturthema. Fachgerechte Entsorgung statt Öffnen.
- Beschädigte Netzzuleitung oder defekter Kabelaufroller. Der Austausch ist eine Arbeit an der Netzspannungsseite und verlangt Fachkenntnis und die richtigen Bauteile.
- Der Luftweg ist vollständig frei und der Motor läuft trotzdem nicht an. Dann steht Messarbeit an Schalter, Zuleitung und Elektronik an – klassische Kundendienstarbeit mit Schaltplan.
Der Hersteller-Kundendienst oder ein freier Hausgerätetechniker ist dann die richtige Adresse. Eine gute Zwischenstufe sind Repair-Cafés: Dort schrauben Sie unter Anleitung erfahrener Ehrenamtlicher, mit passendem Werkzeug und Messgeräten, die im Haushalt selten vorhanden sind. Was ein Werkstattbesuch grundsätzlich kostet und wie sich der Aufwand zusammensetzt, ordnen wir unter Reparaturkosten ein.
Wartungsplan: damit Reparaturen gar nicht erst anfallen
Fast alles auf dieser Seite lässt sich vermeiden. Der Aufwand dafür beträgt über das Jahr gerechnet keine zwei Stunden.
| Intervall | Bodenstaubsauger | Akkusauger | Saugroboter |
|---|---|---|---|
| Nach jedem Einsatz | – | Behälter leeren | Behälter leeren, Wischtuch waschen |
| Wöchentlich | Bürstenrolle auf Haare sichten | Zyklon-Netzfilter ausklopfen | Haupt- und Seitenbürste von Haaren befreien |
| Monatlich | Bürstenrolle freischneiden, Düse prüfen | Filter waschen und 24 Stunden trocknen | Sensorfenster und Ladekontakte trocken abwischen |
| Bei jedem Beutelwechsel | Motorschutzfilter sichten | – | – |
| Halbjährlich | Schlauch und Rohr durchsehen, Dichtungen prüfen | Bürstenrolle und Dichtlippen prüfen | Filter tauschen, Lenkrolle ausbauen und reinigen |
| Jährlich | Abluft- oder HEPA-Filter tauschen | Akku-Laufzeit dokumentieren | Bürstensatz und Wischtücher erneuern |
| Bei längerer Pause | Beutel entnehmen, trocken lagern | Akku bei mittlerem Ladestand lagern | Roboter in der Station lassen, Netz eingeschaltet |
Ein Punkt lohnt die Hervorhebung: Der Lagerzustand des Akkus entscheidet über sein Alter. Dauerhaft voll geladen und warm gelagerte Lithium-Zellen altern deutlich schneller als solche bei mittlerem Ladestand und Raumtemperatur. Wer einen Akkusauger den ganzen Sommer über an der Wandhalterung am Netz lässt, verkürzt die Lebensdauer messbar – die Zusammenhänge stehen in der Anleitung zu schwacher Akkulaufzeit und unter Akkugeräte richtig pflegen.