Miele Trockner – Klartext-Meldungen verstehen und richtig reagieren
Miele-Trockner melden Störungen meist nicht als Nummern-Code, sondern im Klartext: „Flusenfilter reinigen“, „Luftwege reinigen“, „Behälter leeren“. Das ist eine gute Nachricht, denn die Meldung ist in den meisten Fällen zugleich die Anleitung. Es hat aber eine Kehrseite: Einen Text kann man nicht wie einen Code nachschlagen. Diese Seite ordnet die typischen Meldungen den richtigen Handgriffen zu, erklärt die Bilder ohne jede Meldung – feuchte Wäsche, lange Laufzeiten, Wasser im Behälter – und zieht dort eine klare Grenze, wo der Werkskundendienst übernehmen muss.
Zuerst die Bauart: Sie streicht die halbe Prüfliste
Bevor irgendeine Meldung gedeutet wird, gehört geklärt, welches Gerät vor Ihnen steht. Der Grund ist praktisch: Ein Ablufttrockner hat keinen Wärmetauscher zum Reinigen, ein Wärmepumpentrockner keinen entnehmbaren Kondensator, und nur die beiden Kondensationsbauarten haben überhaupt einen Behälter, der volllaufen kann. Wer diese Frage überspringt, sucht an Bauteilen, die sein Gerät nicht besitzt.
| Woran Sie es erkennen | Bauart | Ihr wichtigster Wartungspunkt |
|---|---|---|
| Dicker Schlauchanschluss hinten, kein Kondensbehälter | Ablufttrockner | Schlauch, Bögen und Außengitter frei halten |
| Herausziehbarer Lamellenblock hinter der unteren Klappe | Kondenstrockner | Wärmetauscher entnehmen und durchspülen |
| Vlies- oder Schwammfilter im Sockel, dahinter fest verbaute Lamellen | Wärmepumpentrockner | Sockelfilterstufe auswaschen, Lamellen absaugen |
Wie weit die drei Bauarten bei Laufzeit, Anschlussleistung und Abbruchgrenzen auseinanderliegen, haben wir in der Anleitung Trockner trocknet nicht – die Prüf-Reihenfolge gegenübergestellt.
Die typischen Klartext-Meldungen und ihr erster Handgriff
| Meldung (sinngemäß) | Was dahinter steckt | Erster Schritt |
|---|---|---|
| „Flusenfilter reinigen“ | Das Sieb in der Türöffnung ist belegt – der Luftstrom ist eingeschränkt | Filter entnehmen, spülen, trocken wieder einsetzen |
| „Luftwege reinigen“ | Der Flusenweg hinter den Filtern setzt sich zu – Laufzeiten steigen | Flusenfilter und Sockelfilter reinigen, Bereich dahinter sichten |
| „Behälter leeren“ | Der Kondenswasserbehälter ist voll – das Programm stoppt | Behälter leeren, Einlauföffnung und Ablaufweg prüfen |
| „Sockelfilter reinigen“ | Die Filterstufe vor dem Lamellenblock der Wärmepumpe ist belegt | Filter nach Anleitung entnehmen, auswaschen, vollständig trocknen |
Die genaue Formulierung unterscheidet sich je Modell und Baujahr – verbindlich ist die Gebrauchsanweisung Ihres Geräts, die Sie über M.-Nr. oder Typ vom Typenschild beim Hersteller als PDF finden. Wie sich die Miele-Logik von den Nummern-Codes anderer Hersteller unterscheidet, zeigt unsere Miele-Übersichtsseite; die markenübergreifende Code-Sammlung steht in der Trockner-Fehlercode-Übersicht.
Wartungsaufforderung oder Befund? Die Gegenprobe
Weil Miele einen Bereich benennt und keine Ursache, entscheidet erst Ihre Reaktion darüber, was die Meldung wirklich bedeutet. Diese Gegenprobe ist der wichtigste Diagnoseschritt an einem Miele-Trockner – und sie kostet nichts außer einem Programmdurchlauf.
- Meldung verschwindet nach der Reinigung und bleibt weg: Es war eine Wartungsaufforderung. Das Gerät hat getan, wofür es gebaut ist. Passen Sie das Reinigungsintervall an, dann kommt sie später wieder.
- Meldung kehrt beim nächsten Gang zurück: Derselbe Bereich, andere Ursache. Typisch sind eine Flusenmatte tiefer im Luftweg als die zugängliche Filterstufe, ein feucht wieder eingesetzter Filter oder eine schief sitzende Dichtung, durch die das Gebläse Falschluft ansaugt.
- Meldung kommt trotz nachweislich freier Wege: Dann meldet ein Sensor einen Zustand, der so nicht vorliegt. Die Eingrenzung braucht Messtechnik und gehört zum Werkskundendienst.
- Zeitprogramm gegen Automatikprogramm: Trocknet die Wäsche im Zeitprogramm einwandfrei, bricht das Automatikprogramm aber weiter zu früh ab, sitzt der Fehler in der Feuchtemessung oder deren Zuleitung – nicht im Heizsystem. Diese Gegenprobe funktioniert an jedem sensorgesteuerten Trockner, ist bei der Miele-Klartext-Logik aber besonders wertvoll: Sie liefert die Ursache, die die Meldung selbst nicht nennt. Sie gehört in jedes Kundendienst-Gespräch.
Die Klassiker ohne Meldung – erst hier ansetzen
- Feuchtigkeitssensoren entkalken: Genau dieser Fall erzeugt keine Meldung – das Gerät hält die Wäsche für trocken und meldet folgerichtig ein sauber beendetes Programm. Ursache ist ein Kalk- und Weichspülerfilm auf den blanken Metallleisten am Trommelrand, der sie elektrisch isoliert. Netzstecker ziehen, Leisten mit Essig- oder Zitronensäurelösung entkalken, klar nachwischen, trocken reiben. Kein Scheuermittel, keine Stahlwolle – Kratzer verschlechtern die Messung dauerhaft.
- Flusenfilter nach jedem Gang: Hier setzt die häufigste Meldung überhaupt an. Abstreifen genügt nicht: Der Belag, der den Luftstrom wirklich bremst, sitzt im Gewebe und geht nur unter fließendem Wasser heraus. Die Sichtprüfung danach ist einfach – gegen das Licht gehalten muss das Gewebe durchscheinen. Fühlt sich der Filter wachsig an, ist es Weichspülerbelag; der löst sich erst mit warmem Wasser und etwas Spülmittel.
- Sockelfilterstufe bei Wärmepumpen-Modellen: nach Anleitung entnehmen, auswaschen, ausdrücken – und dann liegen lassen, bis sie wirklich durchgetrocknet ist. Das feuchte Wiedereinsetzen ist die häufigste Erklärung dafür, dass dieselbe Meldung direkt nach der Reinigung erneut erscheint: Der nasse Filter bremst den Luftstrom ähnlich stark wie der Flusenbelag, den Sie gerade entfernt haben.
- Kondensbehälter und Einlauföffnung: Ein voller Behälter stoppt das Programm mitten im Gang. Sitzt ein Flusenpfropf in der Einlauföffnung des Schachts, läuft das Wasser in den Sumpf zurück – dann meldet das Gerät voll, obwohl der Behälter leer ist.
Beschädigte Filter sofort ersetzen. Ein Riss im Flusenfilter wirkt harmlos, lässt aber Fussel direkt in den Luftweg und auf den Lamellenblock – und den bekommen Sie deutlich schwerer wieder frei als ein Sieb.
Nicht jede lange Laufzeit hat eine Ursache im Gerät. Wie viel Platz der Trockner ringsum braucht, welche Raumtemperaturen zulässig sind und wie stark Beladung und Sortierung der Wäsche durchschlagen, steht mit den konkreten Werten in der Prüf-Reihenfolge für alle Bauarten.
Läuft länger als früher – normale Funktion oder Befund?
Hier werden zwei Dinge regelmäßig verwechselt, deshalb die Trennung vorweg: Ein Wärmepumpentrockner läuft bauartbedingt deutlich länger als ein Kondensgerät. Das ist normale Funktion und kein Mangel. Wer von einem alten Abluft- oder Kondensgerät umsteigt, erlebt diesen Unterschied als Verschlechterung, obwohl das Gerät genau so arbeitet, wie es soll. Ein Befund ist erst die Verlängerung gegenüber dem eigenen Gerät von früher.
- Flusenmatte auf dem Lamellenblock: Bei Wärmepumpen-Modellen legt sich hinter der Sockelfilterstufe über Monate ein feiner, filziger Belag auf die Lamellen. Er ist der eigentliche Grund für die schleichend wachsende Laufzeit, und er verschwindet nicht von selbst. Netzstecker ziehen, mit der Taschenlampe hineinleuchten, den Belag mit weichem Pinsel lösen und in Richtung der Lamellen absaugen. Quer geführt legen sich die Lamellen um – und ein einmal umgelegtes Feld verengt den Luftweg dauerhaft.
- Falschluft an Klappe oder Dichtung: Sitzt eine Dichtung schief oder ist die Sockelklappe nicht sauber verschlossen, saugt das Gebläse an der vorgesehenen Strecke vorbei. Die Trocknung wird trotz sauberer Filter nicht besser – und weil das Gerät weiterhin einen eingeschränkten Luftstrom sieht, kann es sogar erneut zum Reinigen auffordern.
Ist der Luftweg nachweislich frei und die Laufzeit trotzdem lang, entscheiden drei Dinge außerhalb des Geräts mit: wie warm der Aufstellraum ist, mit welcher Drehzahl geschleudert wurde und ob dünne und dicke Textilien zusammen in der Trommel liegen. Die Zahlen dazu – Temperaturbereiche und Restfeuchte je Schleuderstufe – finden Sie in der Prüf-Reihenfolge für alle Bauarten.
Wasser im Behälter, obwohl der Ablaufschlauch angeschlossen ist
Auch das ist ein Fall, in dem normale Funktion für einen Defekt gehalten wird. Ein Restwasserstand im Behälter ist je nach Modell bauartbedingt, weil der Behälterschacht im Kondensatweg liegt – ein Bodensatz bleibt dort auch dann stehen, wenn das Wasser eigentlich in den Siphon läuft. Verbindlich ist die Gebrauchsanweisung Ihres Modells.
Zum Fall wird es, wenn sich der Behälter bis zur Meldung füllt oder überläuft. Dann arbeiten Sie diese Punkte ab:
- Umrüstung vollständig? Der Anschluss eines externen Ablaufs ist bei vielen Geräten mehr als das Aufstecken eines Schlauchs: Im Schacht muss ein interner Schlauch umgesteckt oder ein Stopfen versetzt werden, damit das Kondensat den neuen Weg nimmt. Wird das übersehen, fördert die Pumpe weiter in den Behälter. Der Handgriff steht in der Gebrauchsanweisung Ihres Modells.
- Weiterer Ablaufweg: Schlauchführung, Anschlusshöhe und der mit Fett zugesetzte Stutzen am Siphon sind bauartunabhängige Klassiker – ebenso der umgekehrte Fall, dass das Gerät einen vollen Behälter meldet, obwohl dieser leer ist. Beides steht ausführlich in der Prüf-Reihenfolge unter Schritt 3.
Wärmepumpe: pflegen ja, öffnen nein
Wärmepumpen-Trockner arbeiten mit einem geschlossenen Kältemittelkreis. Kompressor, Leitungen und die Fühler direkt am Verdichter stehen unter Druck und sind ausschließlich Sache von Personen mit entsprechendem Sachkundenachweis – dort übernimmt der Gerätetechniker beziehungsweise der Miele-Werkskundendienst. Dieser Kreis wird weder geöffnet noch nachgefüllt noch mit Hausmitteln behandelt.
Fast alles, was ihn in Bedrängnis bringt, liegt allerdings davor und ist ausdrücklich Nutzersache: Flusenfilter, Sockelfilterstufe und der zugängliche Lamellenblock entscheiden darüber, wie viel Luft überhaupt durch das System strömt. Ein Gerät mit freiem Luftweg arbeitet in seinem Auslegungspunkt; eines mit zugesetztem Lamellenblock arbeitet dauerhaft am Limit – und dieser Dauerzustand kostet Lebensdauer. Die Pflege-Routine ist damit nicht Kosmetik, sondern der wirksamste Werterhalt, den Sie selbst leisten können.
Womit der Lamellenblock zerstört wird: mit allem, was hart ist oder Druck macht. Eine steife Bürste oder die Klinge eines Schraubendrehers legt die hauchdünnen Lamellen dauerhaft um, Druckluft treibt den Belag nur tiefer in den Block hinein, und Wasser im Schacht erreicht die darunter liegende Elektronik. Erlaubt sind ein weicher Pinsel und der Staubsauger mit Bürstenaufsatz – mehr braucht es nicht.
Ab wann sich die Reparatur nicht mehr trägt
Bei Miele fällt diese Antwort häufiger zugunsten der Reparatur aus als bei anderen Geräten – nicht aus Markentreue, sondern weil zwei Voraussetzungen zusammenkommen: eine auf lange Nutzungsdauer ausgelegte Substanz und eine Ersatzteilversorgung, die weit zurückreicht. Ein getauschtes Verschleißteil erhält hier ein Gerät, das noch viele Jahre vor sich hat. Trotzdem gibt es Grenzen, und die benennen wir offen. Entscheidend ist der Umfang der Reparatur und die Teileverfügbarkeit, nicht das Alter.
Die Grenze verläuft nicht beim Alter, sondern an zwei Fragen: Wie groß ist der Eingriff, und ist das Teil noch lieferbar? Filter, Feuchtigkeitssensoren, Behälter und Dichtungen sind Wartung, keine Reparatur. Türteile, Türkontakt, Antriebsriemen, Spannrolle, Kondensatpumpe und Temperaturfühler sind einzelne Standardteile mit überschaubarer Demontage – bei einem gepflegten Gerät tragen sie sich. Beim Heizsystem eines Abluft- oder Kondensgeräts kommt eine Bedingung hinzu: Ohne geklärte Ursache im Luftweg hält auch das neue Heizregister nicht länger als das alte.
Zwei Befunde ändern die Rechnung. Beim Kältekreis eines Wärmepumpentrockners wird in aller Regel nicht ein Einzelteil getauscht, sondern die komplette Wärmepumpeneinheit – hier beginnt die Abwägung wirklich. Und ist die Elektronik einer sehr alten Baureihe nicht mehr lieferbar, entscheidet die Verfügbarkeit die Frage von selbst. Umgekehrt gilt: Ein in die Jahre gekommener Miele-Trockner mit defektem Türkontakt, gerissenem Riemen oder verfluster Kondensatpumpe ist ein eindeutiger Reparaturfall. Die ausführliche Abwägung mit allen Kriterien steht auf unserer Seite reparieren oder neu kaufen.
Ersatzteile für Miele-Trockner
Das Typenschild trägt bei Miele drei Angaben: die M.-Nr. als Materialnummer, den Typ als Modellkennung und die Fabrikationsnummer. Mit ihnen liefern Werkskundendienst und Teilehandel das passende Teil zur Serie. Es sitzt je nach Modell im Türrahmen oder auf der Rückwand – fotografieren Sie es einmal vollständig ab, dann haben Sie alle drei Angaben bei jeder Bestellung dabei. Wie Sie Typenschilder finden und Nummern richtig lesen, zeigt unsere Seite Ersatzteile finden. Kaufen Sie kein Bauteil auf Verdacht: Erst wenn ein eindeutiger Befund vorliegt, ist die Bestellung sinnvoll.
Pflege und Werkzeug
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Ersatzteile – neu und gebraucht
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Wann der Werkskundendienst übernehmen sollte
Die Grenze ist klar zu ziehen: wiederkehrende Meldungen trotz nachweislich gereinigter Luftwege, alle Wärmepumpen-Diagnosen, Heizungs- und Elektronikbefunde sowie jede Messung unter Spannung. Und unabhängig von jeder Meldung gilt: Löst der Fehlerstromschutzschalter der Wohnung aus, riecht es angebrannt, sind Klemmen verfärbt oder steht Wasser dort, wo Elektronik sitzt, wird das Gerät nicht wieder eingeschaltet.
Nennen Sie beim Anruf die exakte Display-Meldung im Wortlaut, M.-Nr. und Typ, das Ergebnis Ihres Vergleichs zwischen Zeit- und Automatikprogramm und die bereits erledigten Prüfschritte. Gerade bei der Miele-Klartext-Logik ist der genaue Wortlaut wertvoll, weil er den betroffenen Bereich bereits eingrenzt – das verkürzt den Einsatz spürbar. Wer lieber begleitet schraubt, findet in Reparatur-Initiativen Erfahrung und Werkzeug.
Häufige Fragen zu Miele-Trocknern
- Den Flusenweg, und zwar vollständig. Zuerst den Flusenfilter in der Türöffnung reinigen, dann bei Wärmepumpen-Modellen die Filterstufe im Sockelbereich nach Anleitung entnehmen und auswaschen, danach den Bereich dahinter mit einer Taschenlampe sichten. Als dritten Schritt die blanken Metallleisten in der Trommel abwischen – das sind die Feuchtigkeitssensoren. Diese drei Handgriffe lösen den größten Teil aller Fälle, in denen die Wäsche feucht bleibt oder das Programm zu früh endet.
- Miele geht bei Störungen einen eigenen Weg: Die Geräte melden im Display Klartext statt einer Nummer – sinngemäß Flusenfilter reinigen, Luftwege reinigen oder Behälter leeren. Die Meldung benennt damit direkt den betroffenen Bereich und ist in den meisten Fällen zugleich die Anleitung. Der Nachteil dieser Logik: Sie können den Text nicht wie einen Code nachschlagen. Zusätzlich führt die Steuerung intern nummerierte Fehler in einem Speicher – der wird über den Servicemodus ausgelesen und gehört zur Kundendienst-Diagnose, nicht zur Selbsthilfe. Die genaue Formulierung der Meldungen unterscheidet sich je Modell und Baujahr; verbindlich ist immer die Gebrauchsanweisung, die Sie über M.-Nr. oder Typ vom Typenschild auch als PDF beim Hersteller finden.
- Die Meldung führt der Reihe nach durch den Flusenweg: Flusenfilter in der Türöffnung reinigen, bei Wärmepumpen-Modellen zusätzlich die Filterstufe im Sockelbereich gemäß Anleitung entnehmen und säubern, danach den Bereich dahinter auf sichtbare Flusenmatten sichten. Zugesetzte Luftwege sind die häufigste Ursache für lange Laufzeiten und Abbrüche. Nach der Reinigung verschwindet die Meldung in den meisten Fällen von selbst. Wichtig: Filter erst vollständig getrocknet wieder einsetzen.
- Das ist die entscheidende Beobachtung bei der Miele-Logik. Eine Meldung, die nach gründlicher Reinigung verschwindet, war eine Wartungsaufforderung. Eine Meldung, die sofort wiederkehrt, benennt zwar denselben Bereich, hat aber eine andere Ursache: eine Flusenmatte tiefer im Luftweg, ein feucht wieder eingesetzter Filter, eine schief sitzende Dichtung, durch die Falschluft angesaugt wird, oder ein Sensor, der den Zustand falsch meldet. Ab hier ist die Selbsthilfe am Ende und der Werkskundendienst der richtige Ansprechpartner.
- Meist nicht. Der Klassiker ist ein belegter Feuchtigkeitssensor. Die blanken Metallleisten in der Trommel messen die Restfeuchte über den Kontakt zur Wäsche; ein Film aus Kalk und Weichspüler isoliert sie elektrisch, und die Elektronik hält feuchte Wäsche für trocken. Wischen Sie die Leisten bei gezogenem Netzstecker mit Essig- oder Zitronensäurelösung ab, wischen Sie klar nach und reiben Sie trocken. Kein Scheuermittel verwenden. Danach sind Flusenfilter, Sockelfilter und Kondensbehälter die nächsten Kandidaten.
- An drei Merkmalen. Findet sich auf der Rückseite ein dicker Schlauchanschluss und gibt es keinen Kondenswasserbehälter, ist es ein Ablufttrockner. Lässt sich hinter einer unteren Klappe ein Block mit feinen Lamellen herausziehen, ist es ein Kondenstrockner. Sitzt dort stattdessen eine Filterstufe aus Vlies oder Schwamm und dahinter ein fest verbauter Lamellenblock, ist es ein Wärmepumpentrockner. Der Unterschied entscheidet über die halbe Prüfliste: Nur der Kondenstrockner hat einen entnehmbaren Wärmetauscher, und nur der Wärmepumpentrockner hat einen Kältemittelkreis, der in Ruhe gelassen werden muss.
- Zwei Dinge trennen: Wärmepumpentrockner laufen bauartbedingt deutlich länger als Kondensgeräte – das ist normale Funktion und kein Defekt. Entscheidend ist der Vergleich mit dem eigenen Gerät von früher. Hat sich die Laufzeit über Monate schleichend verlängert, liegt fast immer eine filzartige Flusenmatte auf dem Lamellenblock hinter der Sockelfilterstufe. Zweiter Kandidat ist der Aufstellraum, denn die Wärmepumpe holt ihre Energie aus der Umgebungsluft und verliert in kalten Räumen an Leistung. Dritter Kandidat ist die Restfeuchte aus der Waschmaschine.
- Ein Restwasserstand im Behälter ist je nach Modell bauartbedingt normal, weil der Behälterschacht im Kondensatweg liegt – das allein ist kein Defekt. Zum Fall wird es, wenn sich der Behälter bis zur Meldung füllt. Dann prüfen Sie, ob die Umrüstung auf den externen Ablauf vollständig nach Anleitung ausgeführt wurde, ob der Ablaufschlauch knickfrei und nicht zu hoch liegt, denn die Kondensatpumpe schafft nur eine begrenzte Förderhöhe, und ob der Anschlussstutzen am Siphon frei von Fettablagerungen ist.
- Dann sitzt der Fehler nicht im Behälter, sondern im Weg dorthin. Prüfen Sie zuerst die Einlauföffnung im Behälterschacht: Ein Flusenpfropf lässt das Wasser in den Sumpf zurücklaufen. Zweitens den Pumpensumpf und den Schwimmer im Sockelbereich, die beide verflusen können – Sockelklappe öffnen, Handtuch unterlegen, Flusen entfernen. Fördert die Kondensatpumpe danach immer noch nicht, ist sie selbst der Kandidat, und die Prüfung gehört in Fachhände.
- Der Weg führt über das Typenschild, das je nach Modell im Türrahmen oder auf der Rückwand sitzt. Es trägt drei Angaben: die M.-Nr. als Materialnummer, den Typ als Modellkennung und die Fabrikationsnummer. Mit ihnen liefern der Miele-Werkskundendienst und der Teilehandel das passende Teil zur Serie. Miele hält Ersatzteile über viele Jahre vor, und für ältere Geräte ergänzt der Gebrauchtteile-Markt das Angebot. Bestellen Sie nie nur nach dem Markennamen: Filter, Dichtungen und Türteile unterscheiden sich je Baureihe. Fotografieren Sie das Typenschild einmal mit dem Handy, dann haben Sie die Angabe immer dabei.
- Reinigen ja, öffnen nein. Die Filterstufen und der zugängliche Lamellenblock sind ausdrücklich Nutzersache: Netzstecker ziehen, mit der Taschenlampe hineinleuchten, den filzigen Belag mit einem weichen Pinsel lösen und absaugen – immer in Lamellenrichtung, niemals quer, ohne Wasser im Schacht und ohne Druckluft. Der Kältemittelkreis selbst mit Kompressor, Leitungen und den Fühlern am Verdichter ist ein geschlossenes System unter Druck und ausschließlich Sache von Personen mit entsprechendem Sachkundenachweis.
- Bei diesen Geräten besonders oft. Miele-Trockner sind auf lange Nutzungsdauer ausgelegt, und die Ersatzteilversorgung reicht weit zurück – genau die Substanz, bei der ein getauschtes Verschleißteil ein Gerät für viele weitere Jahre erhält. Filter, Feuchtigkeitssensoren, Türteile, Antriebsriemen und Kondensatpumpe sind überschaubare Standardteile. Die Abwägung beginnt erst dort, wo der Kältemittelkreis eines Wärmepumpentrockners betroffen ist, weil dort in aller Regel die komplette Wärmepumpeneinheit getauscht wird, oder wo für eine sehr alte Baureihe die Elektronik nicht mehr lieferbar ist.