Waschmaschine schleudert nicht – die Ursachen in Prüf-Reihenfolge
Das Programm läuft durch, aber die Wäsche kommt klatschnass heraus. Die gute Nachricht: Hinter diesem Symptom steckt oft gar kein Defekt, sondern ein Schutzmechanismus, ein Abpumpproblem oder eine falsche Aufstellung – alles drei selbst zu beheben. Diese Anleitung geht die Ursachen vom Wahrscheinlichen zum Seltenen durch, nennt die Prüfhandgriffe mit ihren Messwerten und sagt klar, wo die Reparatur an einem Gerät ihre wirtschaftliche Grenze erreicht.
Die Ursachen auf einen Blick
Das Symptom klatschnasse Wäsche hat mehrere sehr unterschiedliche Ursachen – und die feinen Unterschiede im Verhalten der Maschine sagen Ihnen bereits, wo Sie suchen müssen. Arbeiten Sie die Tabelle von oben nach unten ab.
| Was die Maschine tut | Wahrscheinliche Ursache | Prüfung | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Wasser steht am Ende in der Trommel | Abpumpweg blockiert | Flusensieb, Schlauch, Siphon, Pumpe | 30 bis 60 Minuten |
| Trommel dreht an, bremst wieder ab, mehrfach | Unwuchtkontrolle greift ein | Testlauf mit gemischter Ladung | ein Programm |
| Schleudert schwach, aber gleichmäßig | Drehzahl im Programm reduziert | Wahlschalter und Optionen prüfen | 2 Minuten |
| Maschine bockt, wandert, schlägt an | Transportsicherung, Aufstellung, Stoßdämpfer | Rückwand, Wasserwaage, Ausschwingtest | 20 bis 45 Minuten |
| Motor läuft hörbar, Trommel steht still | Antriebsriemen ab oder gerissen | Rückwand öffnen, Sichtprüfung | 30 bis 60 Minuten |
| Trommel dreht schwach oder ruckelnd, Geruch | Kohlebürsten verschlissen | Motor ausbauen, Restlänge messen | 1 bis 2 Stunden |
| Waschen normal, Schleudern startet nie | Drehzahlsensor oder Ansteuerung | Widerstandsmessung am Tacho | Technikersache |
| Lautes Rumpeln, Rostspuren auf der Wäsche | Trommellager defekt | Spielprüfung an der Trommel | Wirtschaftlichkeitsfrage |
Schritt 1: Pumpt die Maschine vollständig ab?
Eine Waschmaschine schleudert grundsätzlich nicht, solange Wasser in der Trommel steht – das ist Absicht und keine Störung. Beim Schleudern wird die Trommel zur Zentrifuge; Wasser im Laugenbehälter würde dabei unkontrollierte Kräfte erzeugen und über die Entlüftung austreten. Steht nach dem Programmende Restwasser in der Trommel oder im Flusensieb-Schacht, ist das eigentliche Problem also der Abpumpweg, nicht das Schleudern.
Ein Hinweis darauf, den viele übersehen: Wenn die Maschine am Ende sehr lange spült oder immer wieder kurz zu pumpen versucht, arbeitet sie gegen eine Teilverstopfung. Die vollständige Prüf-Reihenfolge dafür – Flusensieb, Pumpenrad, Ablaufschlauch, Siphon, Druckschlauch der Niveaudose und schließlich die Laugenpumpe – steht in unserer eigenen Anleitung: Waschmaschine pumpt nicht ab. Erst wenn das Abpumpen sicher und zügig funktioniert, geht es hier weiter.
Schritt 2: Programm und Einstellungen ausschließen
Zwei Minuten Kontrolle, die überraschend oft die ganze Fehlersuche beenden:
- Schleuderdrehzahl-Wahlschalter: Steht er auf der niedrigsten Stufe oder auf der Position ohne Schleudern? Bei vielen Maschinen liegt diese Position direkt neben der höchsten Stufe – ein Handgriff daneben genügt.
- Programmwahl: Schon-, Woll-, Fein- und Handwäsche-Programme schleudern bewusst schwach oder gar nicht, weil die Fasern sonst leiden. Auch Sport- und Outdoor-Programme laufen häufig mit reduzierter Enddrehzahl.
- Öko- und Sparprogramme: Manche Geräte senken hier die Enddrehzahl, um Energie zu sparen. Die Wäsche kommt dann korrekt, aber feuchter aus der Maschine.
- Extra-Funktionen: Optionen wie Spülstopp, Knitterschutz oder Leichtbügeln halten das Wasser absichtlich in der Trommel beziehungsweise verzichten auf das Endschleudern, bis Sie bestätigen. Bei aktivem Spülstopp steht die Maschine mit vollem Bottich und wartet auf einen Tastendruck.
- Kindersicherung und Tastensperre: Ist die Bedienung gesperrt, wird die Drehzahländerung möglicherweise nicht übernommen, obwohl der Schalter bewegt wurde.
- Gegenprobe: Ein separates Programm Schleudern mit maximaler Drehzahl auf die bereits gewaschene Ladung. Läuft das sauber durch, ist die Mechanik in Ordnung und die Ursache lag in der Programmwahl.
Wieviel Restfeuchte ist eigentlich normal?
Ein Teil der Anfragen zu diesem Symptom ist gar kein Defekt, sondern eine falsche Erwartung. Wäsche kommt auch aus einer einwandfreien Maschine feucht heraus – die Frage ist nur, wie feucht. Diese Größenordnungen gelten für Baumwolle und schwanken je nach Gerät und Beladung:
| Enddrehzahl | Restfeuchte (Größenordnung) | Was das praktisch bedeutet |
|---|---|---|
| 800 U/min | rund 70 Prozent | deutlich feucht, tropft beim Aufhängen kaum noch |
| 1000 U/min | etwa 60 Prozent | klar feucht, aber normal – lange Leinentrocknung |
| 1200 U/min | gut 50 Prozent | guter Alltagswert für Baumwolle |
| 1400 U/min | rund 50 Prozent | spürbarer Unterschied zu 1000, kurze Trocknerzeit |
| 1600 U/min | etwa 44 Prozent | der Sprung von 1400 auf 1600 bringt wenig, kostet Verschleiß |
Faustregel für die Selbstprüfung: Wäsche, die sich feucht anfühlt, beim Anheben aber nicht tropft, ist bei 1000 bis 1200 Umdrehungen unauffällig. Läuft dagegen Wasser aus dem Wäschekorb, hat die Maschine tatsächlich nicht geschleudert. Auch Stoffart und Beladung spielen mit: Frotteehandtücher und dicke Baumwolle behalten deutlich mehr Wasser als Bettwäsche, und ein einzelnes Kleidungsstück in einer großen Trommel schleudert schlechter als eine gut gefüllte.
Schritt 3: Unwucht – der häufigste Fehler, der keiner ist
Moderne Maschinen überwachen die Wäscheverteilung. Vor dem Hochdrehen fährt die Trommel mehrfach kurz an und wertet aus, wie stark die Masse schwankt. Liegt ein einzelnes schweres Teil einseitig – Bettdecke, Kopfkissen, Badematte, eine einzige Jeans – reduziert die Unwuchtkontrolle die Drehzahl oder bricht ganz ab. Das ist kein Defekt, sondern der Grund, warum Ihre Aufhängung Jahre hält: Bei 1400 Umdrehungen wirken auf ein einseitig liegendes nasses Kilogramm Kräfte, die eine ungebremste Trommel gegen das Gehäuse schlagen lassen.
- Der Test: Dasselbe Programm mit einer gemischten, mittelgroßen Ladung wiederholen – verschiedene Größen, nichts Schweres allein. Schleudert die Maschine jetzt, war es die Unwucht, und Sie brauchen kein Ersatzteil.
- Einzelstücke ergänzen: Eine einzelne Jeans oder Jacke immer mit zwei, drei Handtüchern zusammen waschen. Das verteilt die Masse und gibt der Trommel etwas zum Umschichten.
- Nicht überladen: Faustregel bei Baumwolle – locker füllen, bis über der Wäsche eine Handbreit Platz bleibt. Pflegeleicht etwa halbe, Wolle etwa ein Drittel der Nennfüllmenge. Eine überladene Trommel kann nicht umverteilen; die Wäsche verklumpt zu einem Ballen.
- Wasserdichtes Material beachten: Regenjacken, Matratzenschoner und beschichtete Bettwäsche bilden Wassersäcke, die sich nicht verteilen. Diese Teile schleudern grundsätzlich schlecht.
- Bezugsstoffe umdrehen: Bettbezüge saugen sich beim Waschen gern mit kleineren Teilen voll und werden zu einem einzigen schweren Klumpen. Bezüge zuknöpfen und keine Kleinteile mit hineingeben.
Zeigt Ihre Maschine dabei einen Code – bei LG und Samsung häufig UE oder Ub –, meldet sie genau diesen Vorgang. Die Codeübersicht steht unter Waschmaschinen-Fehlercodes.
Schritt 4: Aufstellung und Transportsicherung
Der übersehenste Punkt überhaupt, und der einzige, der ein neues Gerät betrifft. Waschmaschinen werden mit drei bis vier langen Schrauben an der Rückwand ausgeliefert, die den Laugenbehälter starr mit dem Gehäuse verbinden. Werden sie beim Aufstellen nicht entfernt, hat die Trommel keine Federung mehr: Die Maschine bockt, schlägt hörbar an und bricht das Schleudern ab – und ein längerer Betrieb in diesem Zustand beschädigt Aufhängung und Lager.
- Transportsicherung prüfen: Netzstecker ziehen, Gerät vorziehen, Rückwand ansehen. Die Sicherungen sind meist auffällig große Schrauben mit Kunststoffhülsen. Herausdrehen, Hülsen mitnehmen und die mitgelieferten Blindstopfen einsetzen. Aufheben: Beim nächsten Umzug müssen sie wieder hinein, sonst wird die Trommel im Transport beschädigt.
- Waagerecht ausrichten: Wasserwaage längs und quer auf den Deckel legen. Über die Schraubfüße ausrichten, bis das Gerät auf allen vier Punkten satt aufsteht und sich diagonal nicht kippeln lässt.
- Füße kontern: Fast jeder Schraubfuß hat eine Kontermutter. Wird sie nicht gegen das Gehäuse angezogen, verstellt sich der Fuß im Betrieb von selbst – und die sorgfältige Ausrichtung ist nach zwei Wochen wieder dahin.
- Untergrund: Auf Teppich, weichem Vinyl oder einem federnden Holzboden kann die Maschine nicht stabil stehen. Eine feste, ebene Unterlage oder eine Antivibrationsmatte hilft; ein Sockel aus Restholz hilft nicht.
- Freiraum: Das Gerät darf nirgends an Wand, Möbel oder Rohr anliegen. Der Kontaktpunkt wird beim Schleudern zum Anschlag und kann die Unwuchtkontrolle auslösen.
Schritt 5: Stoßdämpfer und Federn – der Ausschwingtest
Der Laugenbehälter hängt an zwei Federn und stützt sich unten auf zwei Reibungsdämpfern ab. Die Dämpfer sind Verschleißteile: Ihre Reibbeläge nutzen sich über die Jahre ab, die Trommel schwingt dann weiter aus, als die Steuerung erwartet, und die Unwuchtkontrolle bricht ab – obwohl die Wäsche korrekt beladen ist.
- Netzstecker ziehen und die Tür öffnen.
- Die Trommel an der Öffnung mit beiden Händen fassen und kräftig nach unten drücken, dann loslassen.
- Bewertung: Eine intakte Aufhängung fängt die Bewegung nach ein bis zwei Schwingungen ab. Federt die Trommel drei-, viermal nach oder schwingt sie sichtbar weiter, sind die Dämpfer müde.
- Sichtprüfung: Rückwand oder Sockelblende abnehmen und die Dämpfer ansehen. Ölspuren, ausgeschlagene Augen an den Befestigungsbolzen oder abgebrochene Halteclips sind eindeutig.
- Federn kontrollieren: Eine ausgehängte oder gebrochene Feder erkennen Sie daran, dass der Laugenbehälter einseitig tiefer hängt und der Türspalt oben ungleichmäßig ist.
- Tausch: Dämpfer immer paarweise erneuern. Ein neuer neben einem alten dämpft schief, das belastet das Lager einseitig.
Schritt 6: Antriebsriemen prüfen
Das Erkennungsmerkmal ist eindeutig: Der Motor läuft hörbar hoch, die Trommel bewegt sich nicht oder lässt sich bei laufendem Motor von Hand mühelos drehen. Dann ist der Poly-V-Riemen abgesprungen oder gerissen.
- Zugang: Netzstecker ziehen, Rückwand abschrauben (meist Torx T20 oder T25). Bei einigen Bauarten liegt der Riemen hinter einer kleineren Serviceklappe.
- Befund: Liegt der Riemen lose im Gehäuseboden, ist die Sache klar. Ist er noch aufgezogen, aber glasig, ausgefranst oder mit fehlenden Rippen, gehört er ebenfalls erneuert.
- Typ ablesen: Auf dem Riemenrücken steht eine Kennung wie 1270 J5 – wirksame Länge in Millimetern, Rippenprofil, Anzahl der Rippen. Damit bestellen Sie punktgenau; ansonsten über die E-Nummer des Geräts.
- Montage: Riemen zuerst auf die kleine Motorriemenscheibe legen, dann am Rand der großen Riemenscheibe ansetzen und diese von Hand in Laufrichtung drehen, bis der Riemen vollständig einläuft. Es gibt keine Spannrolle – die Spannung ergibt sich aus der Riemenlänge, deshalb ist der richtige Typ entscheidend.
- Ursachenfrage stellen: Ein Riemen springt nicht grundlos ab. Drehen Sie die Trommel bei abgenommenem Riemen von Hand: Sie muss leicht und geräuschfrei laufen. Schleift oder rumpelt es, kündigt sich ein Lagerschaden an – dann hält auch der neue Riemen nicht lange.
Schritt 7: Kohlebürsten und Motor
Bei Maschinen mit klassischem Universalmotor sind die Kohlebürsten das Verschleißteil schlechthin. Zwei federbelastete Kohlestücke schleifen auf dem Kollektor der Motorwelle und übertragen den Strom. Nach vielen Jahren sind sie zu kurz, der Kontakt wird unsauber – die Trommel dreht schwach, ungleichmäßig oder bleibt stehen, und zwar zuerst beim Schleudern, wo die meiste Leistung abgerufen wird. Beim Waschen mit niedriger Drehzahl reicht die Restkohle oft noch monatelang.
Erst die Bauart klären. Nicht jede Maschine hat Kohlebürsten. Geräte mit bürstenlosem Direktantrieb – etwa LG mit Direct Drive, Samsung mit Inverter-Motor und neuere Bosch- und Siemens-Modelle mit bürstenlosem Antrieb – haben keine. Erkennungsmerkmal: Bei Direktantrieb sitzt der Motor als flacher Ring direkt hinter der Trommel, ein Antriebsriemen fehlt vollständig. Ist ein Riemen vorhanden, ist ein Bürstenmotor wahrscheinlich; verbindlich ist die Ersatzteilliste zu Ihrer E-Nummer.
- Symptome: schwacher, ruckelnder Anlauf; Geruch nach heißem Kunststoff; schwarzer Kohlestaub im Motorbereich; teils sichtbares Funkeln am Kollektor durch die Lüftungsöffnung.
- Verschleißmaß: Ausgebaut gilt als Faustregel – bleibt vom Kohlestück weniger als etwa ein Zentimeter Länge, wird gewechselt. Immer beide zusammen, nie nur eine.
- Kollektor mitbeurteilen: Ist die Lauffläche tief eingelaufen, gerieft oder verbrannt, bringen neue Bürsten nur kurz Ruhe. Dann ist der Motor als Ganzes der Tauschkandidat.
- Einlaufphase: Neue Bürsten brauchen einige Waschgänge, bis sie sich der Kollektorform angepasst haben. Ein leicht unruhiger Lauf am Anfang ist normal.
- Der Aufwand ist echt: Rückwand öffnen, Riemen abnehmen, Motorstecker lösen, Motor ausbauen – das ist eine Stunde bis zwei, mit gezogenem Netzstecker und guter Dokumentation der Steckerbelegung. Wer sich das nicht zutraut, gibt dem Gerätetechniker damit einen klar umrissenen Auftrag.
Schritt 8: Drehzahlsensor und Ansteuerung
Wenn Abpumpen, Programm, Beladung, Aufstellung, Riemen und Bürsten in Ordnung sind, die Maschine aber sauber wäscht und schlicht nie in die Schleuderdrehzahl geht, rückt der Tachogenerator in den Fokus. Er sitzt am hinteren Wellenende des Motors und meldet der Steuerung die tatsächliche Drehzahl. Fehlt dieses Signal, geht die Elektronik auf Nummer sicher und bricht ab, statt blind hochzudrehen.
Gemessen wird bei gezogenem Netzstecker der Spulenwiderstand am Tacho-Stecker; er liegt je nach Bauart im Bereich einiger Dutzend bis einiger hundert Ohm. Ein plausibler Wert bedeutet, dass die Spule durchgängig ist; unendlich bedeutet unterbrochen. Den verbindlichen Sollwert nennt nur die Servicedokumentation des Modells – das ist der Punkt, an dem die Fehlersuche zu Hause an ihre Informationsgrenze stößt. Bei einigen älteren Bauarten mit Kondensatormotor kommt zusätzlich ein defekter Betriebskondensator infrage; auch das ist eine Messung mit passendem Gerät. Beides zusammen mit der Steuerplatine ist der Bereich, in dem der Kundendienst schneller und sicherer ist als jeder Teiletausch auf Verdacht.
Schritt 9: Trommellager – wo die Reparatur ihre Grenze findet
Ein lautes, mahlendes oder metallisch schleifendes Geräusch, das mit der Schleuderdrehzahl ansteigt, ist das Leitsymptom eines Lagerschadens. Häufig kommen rostbraune Spuren auf heller Wäsche dazu – Wasser hat den Simmerring passiert und die Lager erreicht.
- Prüfung: Netzstecker ziehen, Trommel an gegenüberliegenden Punkten fassen und radial hin und her bewegen. Deutlich spürbares Spiel ist ein Befund. Anschließend die Trommel langsam von Hand durchdrehen und auf Schleifen und Rauheit hören.
- Zweitprüfung: Die Trommel wenige Zentimeter anheben und wieder absenken – ein hörbares Klacken deutet auf ausgeschlagene Lagersitze.
- Die ehrliche Einordnung: Bei einem geteilten, verschraubten Laugenbehälter ist der Lagertausch eine anspruchsvolle, aber sinnvolle Reparatur. Bei vielen modernen Geräten ist der Behälter jedoch verschweißt – dann wird das Lager nur zusammen mit dem kompletten Laugenbehälter erneuert. Bei einem Gerät jenseits der zehn Jahre ist das in der Regel der Punkt, an dem die Instandsetzung nicht mehr die substanziellere Entscheidung ist.
- Nicht weiterfahren: Mit einem fortgeschrittenen Lagerschaden weiterzuwaschen beschädigt die Welle und kann die Dichtung so weit zerstören, dass Wasser in den Motorraum läuft.
Wie man diese Abwägung sauber trifft, steht unter Reparieren oder neu kaufen und Zeitwertgerechte Reparatur. Warum manche Geräte diese Entscheidung überhaupt erst erzwingen, erklärt Warum sind manche Geräte so schwer zu reparieren.
Ersatzteile und Werkzeug – und wo Sie was besser kaufen
Bei diesem Symptom trennen sich zwei Einkaufswege sauber: Werkzeug und Hilfsmittel sind Standardware, die Geräteteile dagegen sind modellabhängig. Gerade Kohlebürsten, Stoßdämpfer und Tachogeneratoren für ältere Baureihen führt der Handel oft nicht mehr – dort ist der Gebraucht- und Restpostenmarkt die verlässlichere Quelle.
Bei jedem Geräteteil gilt: Die E-Nummer beziehungsweise Typenschild-Nummer gehört in die Suche. Stoßdämpfer unterscheiden sich in Länge und Dämpfkraft, Kohlebürsten in Querschnitt und Halterform, Riemen in Länge und Rippenzahl. Ein optisch ähnliches Teil ist noch lange kein passendes. Das Typenschild sitzt im Türrahmen, an der Rückwand und meist auch hinter der Sockelklappe.
Werkzeug und Hilfsmittel
- Anzeige (Amazon): Wasserwaage zum Ausrichten der Maschine →
- Anzeige (Amazon): Torx-Satz für Rückwand und Motorbefestigung →
- Anzeige (Amazon): Multimeter für die Widerstandsmessung am Tacho →
- Anzeige (Amazon): Antivibrationsmatte für unruhigen Untergrund →
- Anzeige (Amazon): Reparatur-Ratgeber Haushaltsgeräte →
Ersatzteile
Neuware ist schneller da; für ältere und abgekündigte Baureihen finden Sie das passende Teil häufiger im Gebraucht- und Restpostenmarkt. Nehmen Sie in beiden Fällen E-Nummer oder Modellbezeichnung in die Suche auf.
- Anzeige (Amazon): Antriebsriemen – Neuware nach Kennung suchen → (Kennung wie 1270 J5 vom alten Riemen ablesen)
- Anzeige (eBay): Kohlebürsten – auch für ältere Motoren suchen → (Motortyp vom Motorschild und E-Nummer angeben)
- Anzeige (eBay): Stoßdämpfer – immer als Paar suchen → (Länge und Dämpfkraft sind modellabhängig)
- Anzeige (eBay): Tachogenerator und Motorkleinteile → (nur mit E-Nummer bestellen)
- Anzeige (Amazon): Aufhängefedern für den Laugenbehälter →
Ehrlich bleibt ehrlich: Kohlebürsten, Riemen und Stoßdämpfer sind sinnvolle Reparaturen, die ein Gerät oft um Jahre verlängern. Ein Lagerschaden am verschweißten Laugenbehälter ist es in aller Regel nicht mehr – und wer bei einer sehr alten Maschine drei Teile gleichzeitig ersetzt, kauft sich meist nur die nächste Baustelle. Fragen Sie im Zweifel nach einem Kostenvoranschlag, bevor Sie Teile bestellen.
Abbruchkriterien: woran Sie erkennen, dass hier Schluss ist
- Es riecht verschmort oder Sie sehen Rauch aus dem Motorbereich. Netzstecker ziehen und das Gerät nicht erneut starten.
- Der FI-Schutzschalter löst aus. Ein Feuchtigkeits- oder Isolationsproblem gehört gemessen, nicht umgangen.
- Sie müssten die Steuerplatine ausbauen oder an offener Netzspannung messen. Das ist eine Gefahrengrenze, keine Frage der Geschicklichkeit.
- Der Motorausbau überfordert Sie mechanisch, oder Sie können das Gerät nicht sicher kippen. Eine Waschmaschine wiegt 60 bis 80 Kilogramm – niemand macht das allein.
- Nach dem Teiletausch besteht der Fehler weiter. Dann war die Diagnose falsch; ein zweites Teil auf Verdacht macht es nicht besser.
- Der Lagerschaden ist bestätigt und der Laugenbehälter ist verschweißt. Ab hier ist es eine Wirtschaftlichkeitsentscheidung, keine Reparaturfrage.
Was der Fachbetrieb anders macht
Beim Schleuderproblem hat der Gerätetechniker vor allem einen Vorteil: den Servicemodus. Über eine modellabhängige Tastenkombination lässt sich die Trommel gezielt auf eine feste Drehzahl fahren, unabhängig von Programm und Unwuchtlogik. Damit trennt sich in wenigen Minuten, was zu Hause nur durch Ausschluss zu klären ist: Erreicht die Trommel im Prüfmodus die Drehzahl, ist der Antrieb intakt und die Ursache lag in Beladung, Abpumpen oder Programmlogik. Bleibt sie auch dort unten, ist es Motor, Tacho oder Elektronik. Dazu kommen der Fehlerspeicher, der abgebrochene Schleudergänge mitzählt, und die Sollwerttabelle zum konkreten Motortyp.
Was er dagegen genauso macht wie Sie: Abpumpweg prüfen, Beladung beurteilen, Transportsicherung und Aufstellung kontrollieren, Riemen ansehen. Diese vier Schritte kosten ihn eine Anfahrt – und genau deshalb lohnt sich die Eigenarbeit bis hierher.
Wann der Fachbetrieb übernehmen sollte
Bleibt die Trommel trotz freiem Abpumpweg, korrekter Beladung, sauberer Aufstellung und intaktem Riemen unter Drehzahl, führt die Diagnose über Drehzahlsensor, Motoransteuerung und Steuerelektronik – Messarbeit für den Gerätetechniker mit Schaltplan. Dasselbe gilt für laute, mahlende Lagergeräusche beim Schleudern: Ein Trommellagerschaden ist reparabel, aber aufwendig, und bei verschweißtem Laugenbehälter lohnt die ehrliche Beratung, ob sich die Instandsetzung für dieses Gerät noch rechnet. Unterstützung mit Werkzeug und Erfahrung bieten auch Repair-Cafés, in denen Sie unter Anleitung selbst arbeiten.