Bosch E-Bike Fehlercodes verstehen – von 410 bis 656
Eine Zahl auf dem Display, und die Unterstützung ist weg. Die wichtigste Frage ist dann nicht, wie man das selbst repariert, sondern: Was meldet der Code – und welcher Handgriff ist gefahrlos? Diese Seite übersetzt die Bosch-Codes so, wie sie in der Original-Betriebsanleitung stehen, trennt die Meldungen mit Selbsthilfe von denen ohne – und nennt zu jedem Code den Handgriff, den der Hersteller dafür vorsieht.
Wie das Bosch-System meldet – und was die Zahl nicht sagt
Die Komponenten des E-Bike-Systems überwachen sich fortlaufend gegenseitig. Erkennt eine davon eine Abweichung, erscheint auf dem Bordcomputer eine dreistellige Nummer, und je nach Schwere wird die Unterstützung reduziert oder abgeschaltet. Diese Nummer nennt zuverlässig den Bereich: Bedieneinheit, Antrieb und Sensorik, Akku und Ladegerät. Sie nennt aber nicht die einzelne Ursache – hinter einer 500 kann eine ganze Reihe unterschiedlicher interner Befunde stehen, die erst das Diagnosegerät des Fachhändlers auseinanderhält.
Wichtig für die Zuordnung ist die Systemgeneration. Die dreistelligen Codes dieser Übersicht stammen aus den Systemen mit den Bordcomputern Purion, Intuvia, Kiox und Nyon. Beim neueren smart system laufen Meldungen zusätzlich über die eBike-Flow-App und erscheinen dort teils als längere, mehrstellige Codes. Verbindlich ist in beiden Fällen die Betriebsanleitung Ihres Systems – die Bedeutungen in den folgenden Tabellen folgen wörtlich der Fehlercode-Tabelle aus der Bosch-Bordcomputer-Betriebsanleitung. Die dritte Spalte ist unsere Einordnung: was Sie daraus gefahrlos selbst prüfen können.
Praktisch heißt das: einordnen, die gefahrlosen Prüfschritte erledigen, und mit einer präzisen Beschreibung in die Werkstatt gehen, wenn es einer ist, der dorthin gehört. Genau dafür sind die folgenden Tabellen sortiert.
Bedieneinheit und Bordcomputer: die 4er-Codes
Diese Gruppe betrifft alles, was Sie bedienen und ablesen – Tasten, Display, Halterung und die Verbindungen dorthin. Sie enthält mehrere der wenigen Codes, die Sie tatsächlich selbst aus der Welt schaffen.
| Code | Bedeutung laut Betriebsanleitung | Was Sie selbst prüfen können |
|---|---|---|
| 410 | Eine oder mehrere Tasten des Bordcomputers sind blockiert | Selbsthilfe: Tasten auf Verschmutzung und Verkanten ansehen, vorsichtig reinigen und trocknen lassen |
| 414 | Verbindungsproblem der Bedieneinheit | Halterung und Steckkontakte sichten, Bordcomputer abnehmen und sauber wieder aufsetzen; bleibt es, Verbindungen prüfen lassen |
| 418 | Eine oder mehrere Tasten der Bedieneinheit sind blockiert | Selbsthilfe: wie 410 – Tasten reinigen und trocknen |
| 419 | Konfigurationsfehler | Neustart; bleibt der Code, Fachhändler |
| 422 | Verbindungsproblem der Antriebseinheit | Verbindungen prüfen lassen – Fachhändler |
| 423 | Verbindungsproblem des Akkus | Die Anleitung sagt: Verbindungen prüfen lassen. Ein Blick auf Akkusitz und Kontakte ist vorher trotzdem sinnvoll |
| 424 | Kommunikationsproblem der Komponenten untereinander | Verbindungen prüfen lassen – Fachhändler |
| 426 | Interner Zeitüberschreitungsfehler | Selbsthilfe: System neu starten; bleibt der Code, Fachhändler |
| 430 | Interner Akku des Bordcomputers ist leer | Selbsthilfe: Bordcomputer in der Halterung mitladen oder – wo vorgesehen – über den USB-Anschluss laden |
| 431 | Softwareversionsfehler | Neustart; bleibt der Code, Fachhändler |
| 440 | Interner Fehler der Antriebseinheit | Neustart; bleibt der Code, Fachhändler |
| 450 | Interner Softwarefehler | Neustart; bleibt der Code, Fachhändler |
| 460 | Fehler am USB-Anschluss | Selbsthilfe: Kabel vom USB-Anschluss des Bordcomputers abziehen |
| 490 | Interner Fehler des Bordcomputers | Bordcomputer prüfen lassen – Fachhändler |
Antrieb und Sensorik: die 5er-Codes
Hier steht der meistgesuchte Bosch-Code überhaupt – und zugleich der, der sich am häufigsten in fünf Minuten erledigt.
| Code | Bedeutung laut Betriebsanleitung | Was Sie selbst prüfen können |
|---|---|---|
| 500 | Interner Fehler des Elektromotors | Neustart; bleibt der Code, Fachhändler mit Diagnosegerät |
| 502 | Fehler in der Fahrradbeleuchtung | Selbsthilfe: Leuchten und zugehörige Verkabelung ansehen, Stecker prüfen, Neustart |
| 503 | Fehler des Geschwindigkeitssensors | Selbsthilfe: Neustart; prüfen, ob der Magnet fest an einer Speiche des Hinterrads sitzt und in der richtigen Entfernung an der Markierung des Sensors vorbeiläuft (Standardsensor 5 bis 17 mm, schmaler Sensor 2 bis 8 mm) |
| 504 | Manipulation des Geschwindigkeitssignals erkannt – die Unterstützung des Antriebs wird verringert | Selbsthilfe: Position des Speichenmagneten prüfen und einstellen, auf Tuning prüfen. Siehe 504 im Detail |
| 510 | Interner Sensorfehler | Neustart; bleibt der Code, Fachhändler |
| 511 | Interner Fehler des Elektromotors | Neustart; bleibt der Code, Fachhändler |
| 530 | Akkufehler | Selbsthilfe: System ausschalten, Akku entnehmen und wieder einsetzen, neu starten |
| 531 | Konfigurationsfehler | Neustart; bleibt der Code, Fachhändler |
| 540 | Temperaturfehler – das E-Bike ist außerhalb des zulässigen Temperaturbereichs | Kein Defekt: System ausschalten und den Antrieb abkühlen bzw. aufwärmen lassen, danach neu starten |
| 550 | Ein unzulässiger Verbraucher wurde erkannt | Selbsthilfe: angeschlossenes Zubehör entfernen, System neu starten |
| 580 | Softwareversionsfehler | Neustart; bleibt der Code, Fachhändler |
| 591 | Authentifizierungsfehler | Selbsthilfe: System ausschalten, Akku entnehmen und wieder einsetzen, neu starten |
| 592 | Inkompatible Komponente | Kompatibles Display verwenden – sonst Fachhändler |
| 593 | Konfigurationsfehler | Neustart; bleibt der Code, Fachhändler |
| 595 / 596 | Kommunikationsfehler | Die Anleitung nennt hier ausdrücklich die Verkabelung zum Getriebe: sichten (nur Sichtprüfung), Neustart; bleibt der Code, Fachhändler |
Akku, Ladegerät und der Rest der Tabelle
Diese Gruppe verlangt die meiste Zurückhaltung. Zwei Codes sind Temperatur- und Verbindungsthemen, die übrigen 6er melden das Innenleben des Akkupakets – und dort endet die Eigenarbeit. Am Ende stehen die drei Zeilen, die gar nicht zum Akku gehören: die Schaltung, das ABS und der Fall ganz ohne Anzeige.
| Code | Bedeutung laut Betriebsanleitung | Was Sie selbst prüfen können |
|---|---|---|
| 602 | Interner Akkufehler – auch im Zusammenhang mit dem Laden | Beim Laden: Akku und Ladegerät trennen, System neu starten, beides wieder verbinden. Sonst: Neustart, dann Fachhändler |
| 603 | Interner Akkufehler | Neustart; bleibt der Code, Fachhändler |
| 605 | Akku-Temperaturfehler – der Akku ist außerhalb des zulässigen Temperaturbereichs | Kein Defekt: System ausschalten, Akku abkühlen bzw. aufwärmen lassen, erst danach laden oder fahren |
| 606 | Externer Akkufehler | Verkabelung und Kontakte sichten, Neustart; bleibt der Code, Fachhändler |
| 610 | Akku-Spannungsfehler | Neustart; bleibt der Code, Fachhändler |
| 620 | Fehler des Ladegeräts | Ladegerät ersetzen – über den Fachhändler, immer systemgleich |
| 640 | Interner Akkufehler | Neustart; bleibt der Code, Fachhändler |
| 655 | Mehrere Akkufehler gleichzeitig | System ausschalten, Akku entnehmen und wieder einsetzen, neu starten; bleibt der Code, Fachhändler |
| 656 | Softwareversionsfehler | Fachhändler – dort wird ein Software-Update aufgespielt |
| 7xx | Getriebefehler – also die Schaltung, nicht der Antrieb | Betriebsanleitung des Schaltungsherstellers heranziehen |
| 800 bis 890 | ABS-Gruppe: interne ABS-Fehler, Leitungs- und Signalfehler an den Radgeschwindigkeitssensoren, fehlende oder falsch montierte Sensorscheibe, stark unterschiedliche Reifendurchmesser vorn und hinten | Nur bei Rädern mit eBike-ABS. Bei den Signalcodes sieht die Anleitung einen Neustart und mindestens zwei Minuten Probefahrt vor – die ABS-Kontrollleuchte muss danach erlöschen. Sonst Fachhändler |
| keine Anzeige | Interner Fehler des Bordcomputers | Selbsthilfe: System aus- und wieder einschalten |
Akku ohne Display: die Blinkbilder der Ladestandsanzeige
Nicht jede Meldung erscheint als Zahl. Zeigt der Bordcomputer nichts oder ist gar keiner am Rad, meldet sich der Akku selbst über die Leuchtdioden seiner Ladestandsanzeige. Die Anleitung beschreibt dafür zwei Blinkbilder und mehrere Fälle, in denen beim Laden gar nichts leuchtet.
- Zwei der Anzeigen blinken: Der Akku meldet einen Defekt. Das ist kein Fall für Eigenarbeit – hier führt der Weg zum Fachhändler.
- Drei der Anzeigen blinken: Der Akku ist zu heiß oder zu kalt. Akku und Ladegerät trennen und erst wieder verbinden, wenn der zulässige Temperaturbereich erreicht ist. Das ist die häufigste Meldung im Winter – und keine Störung.
- Keine Anzeige beim Laden: Prüfen Sie in dieser Reihenfolge alle Steckverbindungen, dann die Kontakte auf Verschmutzung (vorsichtig mit einem feuchten Tuch reinigen), dann Steckdose und Netzspannung, dann das Ladegerät. Bleibt es dunkel, kann der Akku selbst defekt sein.
504 im Detail: erkannte Manipulation des Geschwindigkeitssignals
504 gehört zu den meistgesuchten Bosch-Codes und wird am häufigsten missverstanden. Die Betriebsanleitung ist hier ungewöhnlich ausführlich: Als Ursache nennt sie eine erkannte Manipulation des Geschwindigkeitssignals, als Abhilfe die Position des Speichenmagneten prüfen und gegebenenfalls einstellen sowie auf Manipulation (Tuning) prüfen. Und sie nennt die Folge: Die Unterstützung des Antriebs wird verringert. Deshalb erscheint 504 typischerweise nicht als Ausfall, sondern als Rad, das plötzlich zäh geworden ist.
Der entscheidende Punkt für die eigene Suche: Das System bewertet das Signal, nicht die Absicht. Ein Speichenmagnet, der zu weit weg sitzt, verdreht ist, an der falschen Speiche hängt oder nicht zum Sensor gehört, liefert dieselbe Unplausibilität wie ein Eingriff in die Abregelung. Behandeln Sie 504 deshalb zuerst wie eine 503: Sitz, Ausrichtung, Abstand und Sauberkeit von Magnet und Sensor prüfen, Rad drehen, System neu starten. Verschwindet die Meldung, war es Mechanik. Bleibt sie, gehört das Rad zum Fachhändler – und zwar bevor auf Verdacht ein Sensor oder gar der Antrieb ersetzt wird.
Zur Rechtslage bleibt es klar: Manipulationen an der Abregelung sind im öffentlichen Straßenverkehr unzulässig, und ein so verändertes Rad ist versicherungsrechtlich kein Fahrrad mehr. Wurde am Rad einmal getunt, gehört das beim Fachhändler offen auf den Tisch – der Fehlerspeicher zeigt es ohnehin.
Codes, die gar keinen Defekt melden
Ein Teil der Ratlosigkeit entsteht dadurch, dass Schutzfunktionen wie Schäden aussehen. Diese vier Meldungen sind Meldungen und keine Befunde – wer das weiß, spart sich den Werkstatttermin.
- 540 – Temperaturfehler: Das E-Bike ist außerhalb des zulässigen Temperaturbereichs. Welcher das ist, steht in den technischen Daten der Antriebseinheit – für Active und Performance Line ist dort minus 5 bis plus 40 Grad Celsius als Betriebstemperatur angegeben. Nach einer langen Auffahrt im Hochsommer ist die Meldung erwartbares Verhalten. Abkühlen lassen, weiterfahren.
- 605 – Akku-Temperaturfehler: Dasselbe für den Akku, im Winter ebenso häufig wie im Sommer. Wichtig: Ein kalter Akku wird nicht geladen, sondern erst im Warmen akklimatisiert – kaltes Laden schädigt Lithium-Zellen dauerhaft. Die Zusammenhänge stehen unter E-Bike-Akku und Reichweite.
- 430 – Bordcomputer-Akku leer: Betrifft die kleine interne Zelle des Displays, nicht den Fahrakku. Sie lädt sich in der Halterung mit.
- 550 – unzulässiger Verbraucher: Das System hat etwas erkannt, das nicht dazugehört oder zu viel Strom zieht. Zubehör abklemmen, neu starten – verschwindet der Code, ist die Ursache identifiziert.
Die gefahrlosen Prüfschritte – in dieser Reihenfolge
- Neustart. System über die Gerätetaste ausschalten, etwa zehn Sekunden warten, wieder einschalten. Das ist bei nahezu jeder Meldung der erste Schritt der Betriebsanleitung – und er löst mehr Codes als jede andere Maßnahme.
- Akku entnehmen und sauber einsetzen. Kontakte auf beiden Seiten sichten: trocken, sauber, unbeschädigt? Dann einsetzen, bis er hörbar verriegelt. Gereinigt wird trocken oder vorsichtig feucht – keine Fette und keine Sprays ohne ausdrückliche Freigabe des Herstellers. Das Vorgehen im Detail steht unter Kontakte reinigen.
- Bordcomputer und Halterung. Display abnehmen, Kontaktflächen ansehen, wieder aufsetzen, Halterung auf festen Sitz prüfen. Ein Wackelkontakt an der Halterung erzeugt wechselnde Meldungen, die scheinbar ohne Muster kommen und gehen.
- Speichenmagnet und Sensor. Der Magnet gehört fest an eine Speiche des Hinterrads und muss bei jeder Umdrehung an der Markierung des Sensors vorbeilaufen. Der Abstand hängt vom verbauten Sensor ab: Für den Speedsensor in Standardausführung nennt die Anleitung mindestens 5 und höchstens 17 Millimeter, für den schmalen Speedsensor mindestens 2 und höchstens 8 Millimeter. Stimmt der Abstand nicht oder ist der Sensor nicht richtig angeschlossen, fällt laut Anleitung die Tachometeranzeige aus und der Antrieb arbeitet im Notlaufprogramm – genau das Bild, das viele für einen Motorschaden halten. Lösen Sie in diesem Fall die Schraube des Speichenmagneten und richten Sie ihn neu aus, befreien Sie beide Flächen von Schmutz und Metallspänen. Nach jedem Radausbau ist das der erste Blick – und achten Sie dabei darauf, Sensor und Sensorhalterung nicht zu beschädigen.
- Angeschlossenes Zubehör abklemmen. Nachgerüstete Lampen, USB-Adapter und Zubehör am Licht- oder Zubehöranschluss sind die typischen Auslöser für 550 und gelegentlich 502.
- Temperatur abwarten. Bei 540 und 605 ist Geduld die vorgesehene Maßnahme. Ein warm gefahrener Antrieb braucht nach der Auffahrt einige Minuten, ein kalter Akku im Winter deutlich länger im Warmen.
- Notieren statt raten. Bleibt der Code, halten Sie fest: Nummer, Situation (beim Anfahren? bergauf? beim Laden? nach Regen?), was Sie bereits erledigt haben und ob der Code reproduzierbar wiederkehrt. Diese vier Angaben verkürzen die Diagnose beim Fachhändler spürbar.
Die Ampel: welcher Code ist Selbsthilfe, welcher nicht
| Codegruppe | Beispiele | Einordnung | Warum |
|---|---|---|---|
| Tasten und Bedienung | 410, 418 | Selbsthilfe | Reinigungsthema, kein Bauteildefekt |
| Akkusitz und Kontakte | 530, 591, 655 | Selbsthilfe | Entnehmen und Wiedereinsetzen ist ausdrücklich vorgesehen (bei 655 als erster Schritt vor dem Fachhändler) |
| Geschwindigkeitssensor | 503, 504 | Selbsthilfe | Magnet und Sensor sind von außen zugänglich und justierbar; bei 504 nennt die Anleitung das Einstellen selbst als Abhilfe |
| Beleuchtung und Zubehör | 502, 550 | Selbsthilfe | Sichtprüfung und Abklemmen genügen zur Eingrenzung |
| Temperatur | 540, 605 | Kein Defekt | Schutzfunktion – die Maßnahme heißt warten |
| Bordcomputer-Energie | 430 | Selbsthilfe | Interne Zelle des Displays, lädt in der Halterung mit |
| Verbindungen im System | 414, 422, 423, 424, 595, 596, 606 | Bedingt | Sichtprüfung ja, Eingriff in den Kabelbaum nein – die Anleitung sagt hier: Verbindungen prüfen lassen |
| ABS | 800 bis 890 | Bedingt | Neustart und Probefahrt sind vorgesehen, alles Weitere ist Bremsentechnik |
| Interne Motor- und Sensorfehler | 440, 490, 500, 510, 511 | Fachhändler | Der vollständige interne Code ist nur mit Diagnosegerät lesbar |
| Software und Konfiguration | 431, 450, 531, 580, 592, 593, 656 | Fachhändler | Aufspielen und Konfigurieren ist dem Diagnosezugang vorbehalten |
| Akku-Innenleben | 602, 603, 610, 640, zwei blinkende Anzeigen | Fachhändler | Das Gehäuse ist kein Wartungsteil – Brandrisiko |
Die Sicherheitsgrenze am Akku – ohne Ausnahme
Kein Fehlercode der Welt rechtfertigt, ein Lithium-Akkupaket zu öffnen. Und kein auffälliger Akku wird noch einmal geladen, um zu sehen, ob es doch geht.
- Sofortiges Betriebsende bei gewölbtem oder aufgeblähtem Gehäuse, bei Rissen, bei verformten Kontakten, bei Hitzeentwicklung ohne Belastung, bei stechendem oder süßlichem Geruch, bei austretender Flüssigkeit und bei jeder Rauchentwicklung.
- Nicht mehr laden. Der Ladevorgang ist der Moment, in dem eine vorgeschädigte Zelle am ehesten durchgeht.
- Niemals öffnen. Beim Öffnen genügt eine falsch überbrückte Zellverbindung für einen Kurzschluss mit sofortiger Brandentwicklung. Zellentausch und Aufarbeitung gehören ausschließlich zu zertifizierten Anbietern.
- Nach Sturz oder hartem Aufprall gilt Vorsicht auch ohne sichtbaren Schaden – eine innere Beschädigung kann zeitversetzt wirken.
- Auffälligen Akku sichern: wenn gefahrlos möglich an einen Ort ohne Brandlast bringen, nicht in der Wohnung zwischenlagern und im Fachhandel bewerten lassen. Brennt es bereits: Gebäude verlassen und die Feuerwehr über 112 rufen.
- Kein Hochdruckreiniger an Akku, Halterung und Motor. Feuchtigkeit an den Kontakten ist eine der wenigen Ursachen, die man sich selbst zufügt – und sie erzeugt genau die Verbindungs- und Kommunikationscodes aus den Tabellen oben.
Typische Folgefehler – was beim Selbermachen schiefgeht
- Nach dem Schlauchwechsel den Magneten vergessen, verdreht wieder montiert oder auf die falsche Speiche gesetzt. Der mit Abstand häufigste selbst erzeugte 503.
- Auf Verdacht ein Bauteil bestellt, weil der Code nach einem Bauteil klingt. Ein Code benennt einen Kreis, kein Ersatzteil – und ein neuer Sensor behebt keinen verrutschten Magneten.
- Kontakte mit Spray geflutet oder mit Fett gefüllt. Beides verschlechtert den Übergang und sammelt Schmutz; Verbindungscodes werden dadurch häufiger, nicht seltener.
- Den kalten Akku sofort ans Ladegerät gehängt, statt die Temperaturmeldung ernst zu nehmen. Der Schaden zeigt sich erst Monate später als Kapazitätsverlust.
- Nach dem Neustart erleichtert weitergefahren, ohne zu notieren, wann der Code kam. Damit ist genau die Information verloren, die die Diagnose abkürzt.
- Zubehör am Systemanschluss betrieben, das nicht dafür freigegeben ist – und dann den 550 als Defekt gedeutet.
- Fremdes Netzteil mit passendem Stecker verwendet. Mechanisch passend heißt nicht elektrisch passend; Ladegerät-Codes sind eine typische Folge.
Abbruchkriterien: woran Sie erkennen, dass hier Schluss ist
- Der Code bleibt stehen, obwohl Neustart, Akkusitz, Kontakte, Halterung und Magnet in Ordnung sind.
- Der Code benennt einen internen Fehler von Motor, Sensorik, Software oder Akku.
- Um weiterzukommen, müsste ein Gehäuse geöffnet oder ein Kabelbaum getrennt werden.
- Der Akku zeigt eine der Auffälligkeiten aus dem Sicherheitsabschnitt – dann ist auch der Code nicht mehr die Frage.
- Das Rad ist getunt oder war es. Das gehört offen angesprochen, weil es die Diagnose verändert.
- Die Unterstützung fällt sporadisch aus, ohne dass ein Code erscheint – dann ist die Systemdiagnose der schnellere Weg als weiteres Suchen.
Was der Fachhändler anders macht – und was Sie ihm mitgeben
Der Fachhändler liest mit dem Bosch-Diagnosegerät nicht nur die dreistellige Anzeige, sondern den vollständigen internen Code samt Fehlerspeicher: wie oft die Meldung auftrat, in welcher Reihenfolge und unter welchen Bedingungen. Das trennt den einmaligen Aussetzer vom stehenden Fehler und entlarvt Folgefehler als solche – ein Kommunikationscode nach einem Akkucode ist meist keine zweite Ursache, sondern die Folge der ersten. Dazu kommt der Software-Stand: Ein Teil der hartnäckigen Meldungen verschwindet mit einem Update, ohne dass ein Bauteil getauscht wird.
Damit dieser Vorteil greift, geben Sie vier Angaben mit: den genauen Code, die Systembezeichnung und das Modelljahr (steht auf Motor und Akku), die bereits erledigten Prüfschritte und die Beobachtung, ob der Code sofort, verzögert oder nur unter Last wiederkehrt. Ein Anruf mit diesen vier Angaben führt zu einer gezielten Diagnose. Ein Anruf mit der Aussage, das Rad gehe nicht mehr, führt zu einer Suche, die Sie bezahlen und die diese Seite bereits zur Hälfte erledigt hat.
Für den Werterhalt zahlt sich das doppelt aus: Wer die Codes einordnen kann, tauscht nicht das teuerste Bauteil auf Verdacht – und kauft erst recht kein neues Rad, weil eine Zahl im Display stand. Warum sich der Erhalt eines guten Rades fast immer rechnet, steht unter Reparieren und Nachhaltigkeit.
Ersatz & Zubehör
Teilequellen
Der Speichenmagnet ist das einzige Teil dieser Seite, das Sie sinnvoll selbst nachkaufen – alles Übrige läuft über den Fachhandel.
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Original-Akkus, Ladegeräte, Displays und Antriebsteile beziehen Sie über den Bosch-Fachhandel – dort gehört auch der Einbau hin. Worauf es bei Akkus generell ankommt, steht in der Ersatzakku-Kaufberatung.
Ehrlich bleibt ehrlich: Von den Codes dieser Seite lösen Sie einen guten Teil selbst – und das sind zufällig die, die am häufigsten auftreten. Der Rest ist Diagnose, und dabei ist der Fachhändler nicht der Gegner, sondern der Einzige mit dem vollständigen Bild. Die gesamte stromlose Mechanik bleibt ohnehin Ihre Werkbank: Bremsen, Schaltung, Kette und Reifen.