Yamaha, Brose und Bafang: E-Bike-Fehlercodes verstehen
Nach Bosch und Shimano sind das die drei nächstgrößten Antriebssysteme – und sie melden auf drei völlig verschiedene Arten. Bafang vergibt zweistellige Zahlen, Yamaha eine Zahl zusammen mit einem Textkürzel, Brose gar keine Zahl, sondern nur deutschen Klartext. Wer das nicht weiß, sucht nach einer Codeliste, die es beim eigenen Hersteller nie gegeben hat. Diese Seite ordnet für jedes der drei Systeme, was belegt ist, wie man die Meldung überhaupt ausliest und wo die Grenze zum Fachbetrieb verläuft.
Drei Systeme, drei Sprachen – warum Ihre Suche ins Leere lief
Bei Bosch und Shimano ist die Sache eindeutig: Dort steht eine Nummer im Display, und zu dieser Nummer gibt es eine Tabelle. Bei den drei Systemen dieser Seite ist das nicht so, und dieser Unterschied ist der eigentliche Grund für die meiste Ratlosigkeit.
| System | Was im Display steht | Was Sie damit nachschlagen |
|---|---|---|
| Bafang | Eine zweistellige Zahl von 04 bis 81 | Die Codetabelle der Bedienungsanleitung – klassisch, vollständig, 32 dokumentierte Codes |
| Yamaha | Hauptanzeige und „Er“ bzw. „ER“ im Wechsel, dazu eine Fehlerbeschreibung im Funktionsdisplay | Vor allem den Textteil: Er nennt die Baugruppe direkt. Die Zahl selbst sehen Sie regulär erst im Selbstdiagnosemodus |
| Brose | Deutscher Klartext im Multifunktionsfeld, keine Nummer | Nichts – die Meldung ist bereits die Auskunft. Es existieren genau vier Hinweise |
Daraus folgt für die Praxis: Bei Bafang notieren Sie die Zahl. Bei Yamaha notieren Sie das Textkürzel, denn es ist eindeutiger als die Zahl und ohne Diagnosemodus überhaupt die einzige verfügbare Information. Bei Brose notieren Sie den Satz – mehr gibt es nicht, und mehr braucht es auch nicht.
Und für alle drei gilt der Satz, der auf jeder Fehlercode-Seite an erster Stelle stehen sollte: Der Code benennt einen Kreis, nicht ein Bauteil. Ein Motorphasen-Code heißt nicht „Motor kaputt“, sondern „zwischen Steuergerät und Motor stimmt etwas nicht“ – und dann kommt die Prüfreihenfolge. Genau so sind die folgenden Tabellen aufgebaut.
Die Meldungen, die dauerhaft werden – bei Yamaha
Wenn Sie auf dieser Seite nur einen Abschnitt lesen, dann diesen. Bei Yamaha gibt es Codes, die beim ersten Auftreten noch verschwinden und beim wiederholten Auftreten nicht mehr.
Die Yamaha-Wartungsanleitung führt zu jedem Code eine Spalte „Wiederherstellungsbedingung“. Für die Drehmomentsensor-Codes 33, 34, 35, 36 und 37 steht dort zunächst die beruhigende Auskunft, das System kehre in den Normalbetrieb zurück, nachdem die Stromzufuhr aus- und wieder eingeschaltet wurde. Unmittelbar danach folgt die Einschränkung, und die ist wörtlich: „Wenn das System mehrmals den gleichen Fehler entdeckt, kann es nicht in den Normalbetrieb zurückkehren, selbst nachdem die Stromzufuhr aus- und wieder eingeschaltet wurde.“
Das ist die Konstellation, die man leicht falsch einordnet: Der Code war weg, also war nichts. Tatsächlich hat der Neustart nur das aktuelle Auftreten quittiert, während das System mitzählt. Wer denselben Code ein zweites und drittes Mal wegdrückt, bewegt sich auf einen Zustand zu, den der Neustart nicht mehr auflöst.
Beim Motorcode 62 gibt es diese Vorstufe gar nicht. Dort hält die Anleitung von vornherein fest, dass das System auch nach dem Aus- und Wiedereinschalten nicht in den Normalbetrieb zurückkehrt. Die hinterlegten Fehler-Einzelheiten sind Überstromzufuhr beziehungsweise anormale Spannung an der U-, V- oder W-Phase des Motors – als Abhilfe nennt die Anleitung den Ersatz des Controllers.
Ein zweites Signal steht in derselben Tabelle und wird oft übersehen: die Spalte zum Fehlercodeprotokoll. Yamaha protokolliert die Codes 31 bis 79 im Controller und hält bei ihnen fest, dass die Kraftunterstützung nach der Fehlererkennung stoppt. Die Codes 12 und 13 sowie die Geschwindigkeitssensor-Meldung werden ausdrücklich nicht protokolliert, und dort bleibt die Kraftunterstützung normal. Diese Zweiteilung ist die Yamaha-eigene Warnstufen-Logik – sie steht nicht als Wort in der Anleitung, lässt sich aus den beiden Spalten aber zuverlässig ablesen.
Praktische Konsequenz: Sehen Sie einen der Codes 33 bis 37 oder 62, notieren Sie ihn beim ersten Mal und lassen Sie den Fehlerspeicher auslesen, bevor Sie die Saison weiterfahren. Das ist derselbe Mechanismus, der bei Shimano zwischen der Vorwarnung E295 und der Antriebssperre E299 liegt – nur ohne die dortige Konsequenz des Einschickens.
Bafang: die Codetabelle
Bafang ist das einzige der drei Systeme mit einer klassischen, vollständig veröffentlichten Codetabelle. Die folgenden Bedeutungen und Prüfschritte folgen der Bafang-Bedienungsanleitung für das Display; die dritte Spalte fasst zusammen, was davon gefahrlos in Ihre Hand gehört. Die Anleitung stellt der Tabelle einen Hinweis voran, der für jeden Code gilt: Wird ein Fehlercode angezeigt, zuerst das System neu starten – wird das Problem dadurch nicht behoben, folgt der Händler.
Antriebsstrang, Sensorik und Bedienung
| Code | Bedeutung laut Bedienungsanleitung | Was Sie selbst prüfen können |
|---|---|---|
| 04 | Der Gashebel hat einen Fehler | Selbsthilfe: Stecker des Gashebels auf korrekten Sitz prüfen, abziehen und wieder aufstecken. Nur bei Ausführungen mit Gashebelfunktion |
| 05 | Der Gashebel ist nicht in der richtigen Position | Selbsthilfe: prüfen, ob der Gashebel in die Ruhelage zurückkehrt; sonst Gashebel ersetzen. Nur bei Ausführungen mit Gashebelfunktion |
| 07 | Überspannungsschutz | Selbsthilfe: Akku entnehmen und erneut einsetzen; bleibt es dabei, Fachbetrieb |
| 08 | Fehler mit dem Hallsensorsignal im Inneren des Motors | Fachbetrieb. Zuvor sinnvoll: Sitz der Motor-Steckverbindung ansehen – siehe Nachrüstsätze |
| 09 | Fehler bei den Motorphasen | Fachbetrieb. Zuvor sinnvoll: Sitz der Motor-Steckverbindung ansehen |
| 10 | Die Temperatur im Inneren des Motors hat ihren maximalen Schutzwert erreicht | Schutzfunktion: System ausschalten und das Pedelec abkühlen lassen; tritt es weiterhin auf, Fachbetrieb |
| 11 | Der Temperatursensor des Motors hat einen Fehler | Fachbetrieb |
| 12 | Fehler mit dem Stromsensor im Controller | Fachbetrieb |
| 14 | Die Schutztemperatur im Inneren des Reglers erreicht den maximalen Schutzwert | Schutzfunktion: System ausschalten und abkühlen lassen; tritt es weiterhin auf, Fachbetrieb |
| 15 | Fehler mit dem Temperatursensor im Inneren des Reglers | Fachbetrieb |
| 21 | Fehler beim Drehzahlsensor des Rades | Selbsthilfe: Neustart; Ausrichtung des Speichenmagneten zum Sensor prüfen, Abstand 10 bis 20 mm; Anschluss des Geschwindigkeitssensors kontrollieren |
| 25 | Das Drehmomentsignal des Drehmomentsensors hat einen Fehler | Selbsthilfe: alle Anschlüsse auf korrekten Sitz prüfen; bleibt der Code, Fachbetrieb |
| 26 | Das Geschwindigkeitssignal des Drehmomentsensors hat einen Fehler | Selbsthilfe: Stecker des Geschwindigkeitssensors prüfen, Sensor auf Beschädigungen ansehen; bleibt der Code, Fachbetrieb |
| 27 | Überstrom vom Controller | Fachbetrieb |
| 30 | Kommunikation fehlgeschlagen | Selbsthilfe: alle Anschlussstecker überprüfen; bleibt der Code, Fachbetrieb |
| 33 | Das Bremssignal hat einen Fehler (sofern Bremssensoren vorhanden) | Selbsthilfe: alle Anschlussstecker überprüfen; bleibt der Code, Fachbetrieb |
| 35 | Die Detektionsschaltung für 15 V hat einen Fehler | Fachbetrieb |
| 36 | Die Erkennungsschaltung für den Taster hat einen Fehler | Fachbetrieb |
| 37 | Die WDT-Schaltung ist fehlerhaft | Fachbetrieb |
| 61 | Schalterkennung defekt | Fachbetrieb. Nur bei Rädern mit dieser Funktion |
| 62 | Elektronisches Schaltwerk kann nicht freigegeben werden | Fachbetrieb. Nur bei Rädern mit dieser Funktion |
| 71 | Elektronisches Schloss bleibt stecken | Fachbetrieb. Nur bei Rädern mit dieser Funktion |
| 81 | Das Bluetooth-Modul hat einen Fehler | Fachbetrieb. Nur bei Rädern mit dieser Funktion |
Akku und Batteriemanagement
Diese Gruppe meldet das Innenleben des Akkupakets. Die Anleitung nennt für jeden dieser Codes ausschließlich den Händler – auch für die beiden Temperaturmeldungen, die sonst nach Abwarten aussehen. Das ist kein Versehen, sondern die Grenze.
| Code | Bedeutung laut Bedienungsanleitung | Was Sie selbst prüfen können |
|---|---|---|
| 13 | Fehler mit dem Temperatursensor im Inneren des Akkus | Fachbetrieb |
| 41 | Gesamtspannung des Akkus ist zu hoch | Fachbetrieb |
| 42 | Gesamtspannung des Akkus ist zu niedrig | Fachbetrieb |
| 43 | Gesamtstrom der Akkuzellen ist zu hoch | Fachbetrieb |
| 44 | Spannung der Einzelzelle ist zu hoch | Fachbetrieb |
| 45 | Temperatur des Akkus ist zu hoch | Fachbetrieb – nicht wie 10/14 als reine Abkühlpause behandeln |
| 46 | Die Temperatur des Akkus ist zu niedrig | Fachbetrieb – ein kalter Akku wird davon unabhängig nie im kalten Zustand geladen |
| 47 | Der Ladezustand (SOC) des Akkus ist zu hoch | Fachbetrieb |
| 48 | Der Ladezustand (SOC) des Akkus ist zu niedrig | Fachbetrieb |
Zum Auslesen der Historie: Die Bafang-Anleitung beschreibt im Informationsmenü unter „Ctrl Info“ eine Liste der Fehlermeldungen, in der die letzten zehn Meldungen des Pedelecs stehen. Die Anzeige „000“ bedeutet dort, dass keine Fehlermeldung vorliegt. Das ist die einzige Stelle, an der Sie sehen, ob ein Code einmalig war oder sich wiederholt – und damit die Angabe, die einem Fachbetrieb am meisten hilft.
Nachrüstsätze und Umbauten: warum es meist die Verbindung ist
Bafang-Antriebe sitzen überdurchschnittlich oft in Rädern, die nicht so ausgeliefert wurden. Bei einem Nachrüstsatz oder einem Umbau ist jede einzelne Steckverbindung von Hand hergestellt worden, häufig am Küchentisch, gelegentlich mit verlängerten Kabeln, und fast immer ohne die Zugentlastung und Kabelführung, die ein Serienrad mitbringt. Das verschiebt die Wahrscheinlichkeiten deutlich – weg von defekter Elektronik, hin zu Kontakt und Geometrie.
Bemerkenswert ist, dass die Anleitung das selbst so sieht. Bei den Codes 04, 21, 25, 26, 30 und 33 ist die erste inhaltliche Prüfung – nach dem Neustart, den die Anleitung ohnehin jedem Code voranstellt – eine Steckverbindung oder der Sensorsitz. Kein Bauteiltausch, und erst danach der Verweis auf den Händler. Diese sechs Codes decken die Bedienung, die Geschwindigkeitserfassung, das Drehmomentsignal, die Bremssensorik und die Systemkommunikation ab – also genau die Kette, die beim Umbau angefasst wird.
Die Reihenfolge, die sich bei Umbauten bewährt
- Jede Steckverbindung einmal öffnen und wieder schließen. Gemeint ist wirklich jede: Display am Lenker, Bedieneinheit, Bremssensoren, Gashebel sofern vorhanden, Geschwindigkeitssensor, der Hauptstrang zum Motor und die Verbindung zum Akkuträger. Prüfen Sie beim Schließen auf hörbare oder spürbare Verriegelung – ein Stecker, der nur zusammengeschoben ist, kontaktiert im Stand und verliert bei Vibration.
- Kontaktstifte ansehen, bevor Sie stecken. Ein verbogener oder zurückgedrückter Stift im mehrpoligen Rundstecker erzeugt exakt das Bild eines defekten Motors: Code beim Anfahren, weg im Stand. Gereinigt wird trocken oder vorsichtig feucht – keine Fette und keine Sprays ohne ausdrückliche Freigabe. Das Vorgehen im Detail steht unter Kontakte reinigen.
- Den Sensorabstand messen statt schätzen. Für Bafang nennt die Anleitung 10 bis 20 Millimeter zwischen Speichenmagnet und Geschwindigkeitssensor. Der Magnet muss dabei am Sensor ausgerichtet sein, nicht nur in dessen Nähe stehen – ein um die Speiche verdrehter Magnet führt mit korrektem Abstand am Sensor vorbei, ohne ihn auszulösen.
- Kabelführung und Zugentlastung kontrollieren. Sehen Sie den Lenker im vollen Einschlag an, beide Richtungen, und die Kettenstrebe im eingefederten Zustand. Ein Kabel, das nur im Extremfall auf Zug kommt, erzeugt sporadische Meldungen ohne erkennbares Muster – die schwierigste Sorte.
- Nach Regen und Wäsche gezielt nachsehen. Kein Hochdruckreiniger an Motor, Akkuschacht und Steckern. Feuchtigkeit in einer handgesteckten Verbindung ist die häufigste selbst zugefügte Ursache für Kommunikations- und Sensorcodes.
Und eine Grenze, die bei Umbauten besonders klar sein muss: Ein Nachrüstsatz macht aus einem Fahrrad nur dann ein Pedelec im rechtlichen Sinn, wenn die Tretunterstützung bei 25 Kilometern pro Stunde endet und die Nenndauerleistung 250 Watt nicht überschreitet. Wird darüber hinaus umgebaut, entsteht ein Kraftfahrzeug ohne Betriebserlaubnis und ohne Versicherungsschutz. Das ist keine Formalie, sondern der Unterschied zwischen einem Sachschaden und einer persönlichen Haftung.
Yamaha: die Codes und ihre Textkürzel
Die folgende Zuordnung stammt aus der Yamaha-Wartungsanleitung für Antriebseinheit und Display. Die Spalte „Anzeige“ nennt das Textkürzel, das im Funktionsdisplay zusammen mit dem Fehlerhinweis erscheint – für die Zuordnung am Rad ist es die wichtigere Information, weil die Zahl selbst regulär erst im Selbstdiagnosemodus sichtbar wird.
| Code | Anzeige | Bauteil und Fehler-Einzelheiten laut Wartungsanleitung | Einordnung |
|---|---|---|---|
| 12 | METER CHK CONN | Display – Kommunikation mit Display abgebrochen | Kraftunterstützung bleibt normal, Code wird nicht protokolliert. Displaystecker ansehen |
| 13 | DU-METER INCOMPATIBLE | Antriebseinheit–Display – Kommunikationsdaten fehlerhaft bzw. keine Kommunikationssignale | Anleitung verlangt: sicherstellen, dass die Kombination von Antriebseinheit und Display korrekt ist |
| 31, 32 | TRQ SNSR | Drehmomentsensor – gelöst, kurzgeschlossen, Kabeldefekt zum Controller bzw. Wackelkontakt zwischen Spule und Leiterplatte | Unterstützung stoppt, Code wird protokolliert. Fachbetrieb |
| 33 – 37 | TRQ SNSR | Drehmomentsensor – anormale Ruhespannung bzw. anormale Spannung im Betrieb oder im Niedergeschwindigkeitsbetrieb | Vorwarnung: bei mehrfacher Erkennung keine Rückkehr in den Normalbetrieb mehr – siehe oben |
| 38, 39 | CRK SNSR | Tretkurbelsensor – Drehmoment- oder Tretkurbelsensor defekt (38); kurzgeschlossen oder Tretkurbelsensor defekt (39) | Unterstützung stoppt, Code wird protokolliert. Fachbetrieb |
| 61 | CONT | Controller – anormale Spannung des Sensors für U- bzw. W-Phasenstrom bei Motor im Ruhestand | Fachbetrieb |
| 62 | MOTOR | Motor – Überstrom bzw. anormale Spannung an U-, V- oder W-Phase | Keine Rückkehr in den Normalbetrieb, auch nicht nach Aus- und Wiedereinschalten. Fachbetrieb |
| 63, 66 | CONT | Controller – Datenlesefehler, externer Speicherdatenfehler, EEPROM-Fehler | Fachbetrieb |
| 64 | CONT | Controller – erfasste Leiterplattentemperatur zu niedrig (−20 °C) oder zu hoch (125 °C, einschließlich DC-Schaltung); Sensor fast von Leiterplatte gelöst | Fachbetrieb. Die Wiederherstellungsbedingung ist die einfache: Das System kehrt in den Normalbetrieb zurück, sobald der Fehler nicht mehr erkannt wird – die Vorwarnstufe der Codes 33 bis 37 gilt hier nicht |
| 67 | MOTOR | Motor – zwei Kabel gelöst bzw. gelbes (U-Phase), blaues (V-Phase) oder weißes Kabel (W-Phase) gelöst | Fachbetrieb |
| 68 | ENCODER | Kodierer – gelöst oder Kabel kurzgeschlossen, schwarzes Kabel kurzgeschlossen | Fachbetrieb; Anleitung nennt als ersten Schritt die Kontrolle des Kodiersteckers |
| 71 | BATTERY | Batterie – Akkudaten werden nicht korrekt empfangen | Fachbetrieb |
| 73 | BATTERY | Batterie – erfasste Spannung zu hoch (45 V) | Fachbetrieb |
| 74 | – | Interner Systemfehler – ohne Angabe einer Baugruppe | Fachbetrieb. In der uns vorliegenden Tabelle der Wartungsanleitung fehlt dieser Code; belegt ist er nur über eine weitere Yamaha-Codeübersicht |
| 79 | DC/DC | DC/DC-Wandler – anormaler DC-Strom | Fachbetrieb |
| ohne Code | SPD SNSR CHK MAGNET | Geschwindigkeitssensor gelöst | Selbsthilfe: Kabelanschluss kontrollieren, Spalt zwischen Sensor und Magnetsensor kontrollieren. Kraftunterstützung bleibt normal |
| ohne Code | – | Antriebseinheit–Akku – Kommunikationsfehler zwischen Antriebseinheit und Akku | Akku-Kommunikationsstecker kontrollieren; danach Fachbetrieb |
Zwei Meldungen in dieser Tabelle sind ausdrücklich keine Fehlfunktion, und die Betriebsanleitung sagt das auch so. Blinkt das Funktionsdisplay ohne Unterstützung, während die Geschwindigkeit weiterhin angezeigt wird, befindet sich das Antriebssystem laut Anleitung in einem normalen Betriebszustand – dieser Zustand kann je nach Stärke des Pedaltritts und der Fahrgeschwindigkeit auftreten und endet von selbst. Und blinken auf beiden Seiten die Lampen der Akkuladestandsanzeige gleichzeitig, wurde die Schutzfunktion des Akkupacks aktiviert; hier sieht die Anleitung den Austausch über den Fahrradhändler vor.
Den Selbstdiagnosemodus aufrufen
Die Zahl hinter dem Textkürzel bekommen Sie regulär nur hier zu sehen. Der Ablauf für die Anzeige A steht in der Wartungsanleitung:
- Display ausschalten. Die Stromzufuhr zum Display muss aus sein, bevor es losgeht.
- Einschalten und die Segmentanzeige abwarten. Den Ein/Aus-Schalter drücken. Beim Einschalten werden alle Segmente eingeblendet und nach etwa zwei Sekunden wieder ausgeblendet.
- Den Ein/Aus-Schalter erneut drücken und halten – etwa zehn Sekunden, bis „d“ erscheint. Erst wenn „d“ sichtbar ist, loslassen. Die Anleitung weist ausdrücklich darauf hin, dass die Schritte 1 und 2 innerhalb von 30 Sekunden abgeschlossen sein müssen.
- Mit den Unterstützungs-Modusschaltern das Menü wechseln und mit zwei Sekunden Halten auf dem unteren Schalter in den gewählten Modus gehen. Wurde der falsche Schalter gedrückt, schaltet man die Stromzufuhr aus und wiederholt die Schritte.
- Im Modus d1 den Geschwindigkeitssensor prüfen. Rad anheben und drehen: Jede volle Umdrehung wird gezählt, die Anzeige läuft von 0 bis 99. Die Anleitung nennt mindestens drei Umdrehungen als Prüfung – das Display muss dann 3 zeigen. Stimmt die Anzeige nicht mit der tatsächlichen Umdrehungszahl überein, steigt sie zu früh, gar nicht oder verzögert, liegt eine Störung des Geschwindigkeitssensors vor.
- Im Modus d2-1 die Antriebseinheit ansehen. Dort lassen sich unter anderem die Drehmomentsensor-Bezugsspannung, der Motorstrom und die Fehleranzeigen abrufen; eine eigene Ebene ruft das Fehlerprotokoll aus dem Controller ab.
Der Rotationstest im Modus d1 ist die nützlichste Selbstprüfung an diesem System, weil er das Signal bewertet statt den Abstand zu schätzen – und weil er ohne Werkzeug auskommt.
Brose: vier Klartext-Hinweise, keine Nummern
Die Betriebsanleitung des Brose Display Allround und die des Brose Drive im Magnesiumgehäuse führen dieselbe Tabelle mit genau vier Fehlerhinweisen. Es gibt dort keine Codenummern, keine Blinkcodes und keine Tastenkombination zum Auslesen – die Meldung erscheint als Satz im Multifunktionsfeld.
| Fehlerhinweis | Abhilfe laut Betriebsanleitung | Einordnung |
|---|---|---|
| Fehler des Geschwindigkeitssensors | Geschwindigkeitssensor und Position des Speichenmagneten prüfen | Selbsthilfe: Abstand zum Sensor an der Kettenstrebe muss zwischen 5 und 17 mm liegen |
| Fehler in der Fahrradbeleuchtung | System komplett ausschalten, alle Leitungen und Stecker der vorderen und/oder hinteren Lichtanlage prüfen, System erneut starten | Selbsthilfe: Sichtprüfung und Steckersitz genügen zur Eingrenzung |
| Fehler in der Bremsbeleuchtung | System komplett ausschalten, alle Leitungen und Stecker der Bremsanlage prüfen, System erneut starten | Selbsthilfe: nur Leitungen und Stecker – an der Bremsanlage selbst endet die Eigenarbeit |
| Interner Systemfehler erkannt | System neu starten; besteht das Problem weiterhin, einen autorisierten E-Bike-Fachhändler kontaktieren | Fachbetrieb, sobald der Neustart nicht reicht |
Zur Einordnung der Schwere ist Brose ungewöhnlich direkt. Die Anleitung stellt der Tabelle eine Warnung voran und verlangt dort dreierlei: die Fahrt mit dem E-Bike zu stoppen, sich über die Bedeutung des Hinweises zu informieren und den Lösungsansatz zu beachten – und wenn die Bedeutung unklar bleibt, die Fahrt zu beenden, das Rad abzustellen und den Fahrradhersteller, den Händler oder die Werkstatt zu kontaktieren. Als Begründung nennt sie, dass die Fehleranzeige auf schwere Fehler hinweisen kann und Fehler den sicheren Betrieb verhindern.
Gleichzeitig hält dieselbe Anleitung nüchtern fest, was technisch passiert: Abhängig von der Art des Fehlers wird der Antrieb gegebenenfalls automatisch abgeschaltet, das E-Bike ist vor weiteren Fahrten zu prüfen, und ein Weiterfahren ohne Unterstützung durch den Antrieb ist jederzeit möglich. Sie stehen also nicht am Straßenrand fest – Sie fahren wie mit einem schweren Fahrrad nach Hause.
Wenn sich gar nichts einschalten lässt
Für dieses Symptom nennt die Brose-Anleitung eine eigene Ursachenliste, und sie ist vollständig ohne Werkzeug abzuarbeiten: Akku nicht korrekt in der Halterung eingerastet – herausnehmen und auf korrekten Sitz achtend wieder einsetzen. Akku nicht aufgeladen – einen vollständigen Ladevorgang mit dem mitgelieferten Ladegerät durchführen. Kontakte von Akku oder Halterung verschmutzt – prüfen und mit einem weichen, trockenen Tuch reinigen. Anzeigeeinheit nicht korrekt verbunden – Steckerverbindung und Sitz prüfen. Kontakte der Anzeigeeinheit oder ihrer Halterung verschmutzt – ebenso reinigen. Steckverbindungen an der Antriebseinheit nicht korrekt gesteckt – Verkabelung und Steckverbindungen prüfen und korrekt anschließen.
Liefert die Anzeigeeinheit keine Fahrtdaten, obwohl das Rad in Bewegung ist, nennt die Anleitung genau eine Ursache: den nicht korrekt montierten Speichenmagneten, insbesondere dessen Abstand zum Geschwindigkeitssensor an der Kettenstrebe – dieser muss zwischen 5 und 17 Millimetern betragen.
Eine Einschränkung, die Sie kennen sollten: Brose liefert den Antrieb an viele Radhersteller, die ihre eigene Anzeige und ihre eigene App verwenden. Sitzt an Ihrem Rad kein Brose-Display, sondern die Anzeige des Radherstellers, kann dort sehr wohl eine Nummer erscheinen – dann gilt dessen Anleitung, nicht diese Tabelle. Die vier Hinweise oben gelten für die Brose-eigenen Anzeigeeinheiten.
Der Speichenmagnet: drei Systeme, drei Werte
Der Geschwindigkeitssensor ist bei allen drei Systemen die häufigste Meldung mit echter Selbsthilfe – und zugleich die Stelle, an der die meisten falschen Zahlen kursieren, weil Werte zwischen Herstellern übertragen werden. Sie sind nicht übertragbar.
| System | Abstand Magnet zu Sensor | Quelle und Prüfweg |
|---|---|---|
| Bafang | 10 bis 20 mm | Steht wörtlich in der Bedienungsanleitung als Schritt 2 zu Code 21, zusammen mit der Forderung, dass der Magnet am Sensor ausgerichtet ist |
| Brose | 5 bis 17 mm | Steht in der Betriebsanleitung zum Symptom „keine Fahrtdaten“, bezogen auf den Sensor an der Kettenstrebe |
| Yamaha | Kein veröffentlichter Zahlenwert | Die Wartungsanleitung zeigt mittlere Lage und Spalt als Zeichnung und verlangt, beides zu kontrollieren. Geprüft wird über den Rotationstest im Diagnosemodus d1 |
Dass Yamaha keinen Zahlenwert nennt, ist keine Lücke dieser Seite, sondern eine Eigenschaft der Unterlage: Der Spalt wird dort geräteabhängig über die Einbauzeichnung definiert. Wenn Sie eine Zahl brauchen, steht sie in der Montageanleitung Ihres konkreten Sensorsatzes – nicht in einer allgemeinen Liste. Die Schraube des Yamaha-Geschwindigkeitssensors wird laut Wartungsanleitung mit 2 Nm angezogen; das ist wenig, und ein zu fest angezogener Sensorhalter reißt.
Unabhängig vom System gilt in jedem Fall: Der Magnet muss ausgerichtet sein, nicht nur nah. Ein um die Speiche verdrehter Magnet läuft mit perfektem Abstand am Sensor vorbei, ohne ihn auszulösen – und erzeugt dieselbe Meldung wie ein fehlender Magnet.
Falsche Listen im Umlauf – und woran Sie sie erkennen
Bei der Arbeit an dieser Seite ist ein Muster aufgefallen, das für Ihre eigene Suche nützlich ist: Ein Teil der kursierenden Übersichten mischt Codes zwischen Herstellern.
- Der Bosch-Code 504 wird Yamaha zugeschrieben. Mehrere Übersichten führen 504 als Yamaha-Manipulationserkennung. 504 ist ein Bosch-Code und steht so in der Bosch-Betriebsanleitung – nachzulesen unter Bosch E-Bike Fehlercodes. In der Yamaha-Codeliste gibt es keine 504; die Yamaha-Codes sind zweistellig.
- Yamaha 39 wird als Manipulation oder Inkompatibilität geführt. Die Yamaha-Wartungsanleitung ordnet 39 dem Tretkurbelsensor zu, mit den Fehler-Einzelheiten „kurzgeschlossen oder Tretkurbelsensor defekt“. Wer nach dieser falschen Auskunft handelt, sucht nach einem Tuning-Eingriff, während ein Sensor meldet.
- Sensorabstände werden systemübergreifend kopiert. Die drei Werte im Abschnitt oben unterscheiden sich erheblich. Eine Liste, die für alle Marken denselben Abstand nennt, hat ihn von einer Marke übernommen.
- Für Brose werden Codenummern erfunden. Wo ein Hersteller Klartext ausgibt, kann eine Nummerntabelle nicht aus seiner Anleitung stammen.
Die Regel dahinter ist einfach und trägt weit über E-Bikes hinaus: Maßgeblich ist die Unterlage zu Ihrem System. Eine Sekundärquelle sagt Ihnen, wo Sie nachsehen – sie belegt nicht, was der Code bedeutet. Und wenn zwei Quellen sich widersprechen, entscheidet nicht die häufigere, sondern die ursprüngliche.
Die gefahrlosen Prüfschritte – in dieser Reihenfolge
- Neustart. System ausschalten, einige Sekunden warten, wieder einschalten. Die Bafang-Anleitung stellt diesen Schritt ihrer gesamten Codetabelle voran, Brose nennt ihn bei drei von vier Hinweisen, Yamaha bei praktisch jeder Meldung. Er löst mehr Meldungen als jede andere Maßnahme.
- Akku entnehmen und sauber einsetzen. Kontakte auf beiden Seiten sichten: trocken, sauber, unbeschädigt? Dann einsetzen, bis er hörbar verriegelt. Gereinigt wird trocken oder vorsichtig feucht – bei Brose nennt die Anleitung ausdrücklich ein weiches, trockenes Tuch. Keine Fette und keine Sprays ohne ausdrückliche Freigabe des Herstellers.
- Anzeigeeinheit und Halterung. Display abnehmen, Kontaktflächen ansehen, wieder aufsetzen, Halterung auf festen Sitz prüfen. Ein Wackelkontakt an der Halterung erzeugt wechselnde Meldungen, die scheinbar ohne Muster kommen und gehen – bei Yamaha typischerweise den Code 12.
- Speichenmagnet und Sensor. Sitz, Ausrichtung und Sauberkeit prüfen, beide Flächen von Schmutz und Metallspänen befreien, das Sensorkabel auf Knicke und Scheuerstellen ansehen. Den Abstand nach dem Wert Ihres Systems einstellen – Bafang 10 bis 20 mm, Brose 5 bis 17 mm, Yamaha nach Einbauzeichnung und Rotationstest.
- Alle Steckverbindungen einmal öffnen und schließen. Bei Nachrüstsätzen der wirksamste Einzelschritt überhaupt; bei Serienrädern lohnt er sich vor allem nach Sturz, Transport oder Arbeiten am Rad.
- Temperatur abwarten, wo es vorgesehen ist. Bei den Bafang-Codes 10 und 14 ist Abkühlen die vorgesehene Maßnahme. Bei den Akku-Codes 45 und 46 ist es das ausdrücklich nicht – dort nennt die Anleitung den Händler.
- Historie ansehen, bevor Sie anrufen. Bei Bafang zeigt „Ctrl Info“ die letzten zehn Meldungen, bei Yamaha ruft der Selbstdiagnosemodus das Fehlerprotokoll aus dem Controller ab. Damit beantworten Sie die Frage, die jeder Fachbetrieb als Erstes stellt: einmalig oder wiederkehrend?
- Notieren statt raten. Bleibt die Meldung, halten Sie fest: den genauen Code beziehungsweise den Wortlaut, die Situation (beim Anfahren? bergauf? beim Laden? nach Regen?), was Sie bereits erledigt haben und ob die Meldung reproduzierbar wiederkehrt.
Die Ampel: welche Meldung ist Selbsthilfe, welche nicht
| Gruppe | Beispiele | Einordnung | Warum |
|---|---|---|---|
| Geschwindigkeitssensor | Bafang 21, 26 · Yamaha SPD SNSR · Brose „Fehler des Geschwindigkeitssensors“ | Selbsthilfe | Magnet und Sensor sind von außen zugänglich und justierbar; alle drei Anleitungen nennen die Prüfung selbst als Abhilfe |
| Steckverbindungen und Kommunikation | Bafang 30, 33 · Yamaha 12 | Selbsthilfe | Die Anleitung nennt den Steckersitz als ersten Schritt – Sichtprüfung und Neustecken, kein Eingriff in den Kabelbaum |
| Bedienelemente | Bafang 04, 05 · Brose Licht- und Bremsbeleuchtungshinweise | Selbsthilfe | Die Anleitungen nennen den Steckersitz beziehungsweise die Prüfung von Leitungen und Steckern selbst als Abhilfe. An der Bremsbeleuchtung endet die Eigenarbeit dort – sie ist sicherheitsrelevant |
| Akkusitz und Kontakte | Bafang 07 · Brose „lässt sich nicht aktivieren“ | Selbsthilfe | Entnehmen, reinigen und Wiedereinsetzen ist ausdrücklich vorgesehen |
| Übertemperatur Motor und Regler | Bafang 10, 14 | Schutzfunktion | Die vorgesehene Maßnahme heißt abkühlen lassen. Wiederholtes Auftreten ohne Bergfahrt gehört trotzdem geprüft |
| Systemzuordnung | Yamaha 13 | Bedingt | Die Anleitung verlangt zu prüfen, ob die Kombination von Antriebseinheit und Display korrekt ist – das klärt der Fachbetrieb |
| Drehmomentsensor mit Vorstufe | Yamaha 33 – 37 | Dringend, kein Aufschub | Nach mehrfacher Erkennung kehrt das System laut Anleitung nicht mehr in den Normalbetrieb zurück – auch nicht durch Neustart |
| Motor und Motorphasen | Bafang 08, 09, 27 · Yamaha 62, 67 | Fachbetrieb | Bei Yamaha 62 ist die Rückkehr in den Normalbetrieb von vornherein ausgeschlossen. Vorher lohnt allein der Blick auf die Steckverbindung |
| Controller und interne Schaltungen | Bafang 12, 35, 36, 37 · Yamaha 61, 63, 64, 66, 68 | Fachbetrieb | Von außen ist hier nichts justierbar; die Anleitungen nennen durchgehend den Händler |
| Temperatursensorik | Bafang 11, 13, 15 | Fachbetrieb | Ein defekter Fühler meldet Temperatur, wo keine ist – das ist kein Abwarten, sondern ein Bauteilbefund |
| Akku-Innenleben | Bafang 41 – 48 · Yamaha 71, 73 · zwei blinkende Ladestandsanzeigen bei Yamaha | Fachbetrieb | Das Gehäuse ist kein Wartungsteil – Brandrisiko. Auch die Temperaturcodes 45 und 46 verweisen ausdrücklich auf den Händler |
| Interner Systemfehler ohne weitere Angabe | Brose „interner Systemfehler erkannt“ | Fachbetrieb | Nach dem Neustart ist die Eigenarbeit hier vollständig erschöpft |
Die Sicherheitsgrenze am Akku – ohne Ausnahme
Kein Fehlercode der Welt rechtfertigt, ein Lithium-Akkupaket zu öffnen. Und kein auffälliger Akku wird noch einmal geladen, um zu sehen, ob es doch geht.
- Sofortiges Betriebsende bei gewölbtem oder aufgeblähtem Gehäuse, bei Rissen, bei verformten Kontakten, bei Hitzeentwicklung ohne Belastung, bei stechendem oder süßlichem Geruch, bei austretender Flüssigkeit und bei jeder Rauchentwicklung. Ein Bafang-Code aus der 40er-Gruppe an einem solchen Akku ist keine Einladung zum Neustart.
- Nicht mehr laden. Der Ladevorgang ist der Moment, in dem eine vorgeschädigte Zelle am ehesten durchgeht.
- Niemals öffnen. Beim Öffnen genügt eine falsch überbrückte Zellverbindung für einen Kurzschluss mit sofortiger Brandentwicklung. Zellentausch und Aufarbeitung gehören ausschließlich zu zertifizierten Anbietern.
- Nach Sturz oder hartem Aufprall gilt Vorsicht auch ohne sichtbaren Schaden – eine innere Beschädigung kann zeitversetzt wirken.
- Auffälligen Akku sichern: wenn gefahrlos möglich an einen Ort ohne Brandlast bringen, nicht in der Wohnung zwischenlagern und im Fachhandel bewerten lassen. Brennt es bereits: Gebäude verlassen und die Feuerwehr über 112 rufen.
- Kein Hochdruckreiniger an Akku, Halterung, Steckern und Motor. Feuchtigkeit an den Kontakten erzeugt genau die Kommunikations- und Sensorcodes aus den Tabellen oben – und bei Nachrüstsätzen besonders zuverlässig.
- Nur systemgleiche Ladegeräte. Ein mechanisch passender Stecker ist kein Beleg für elektrische Eignung. Der Brose-Anleitung zufolge gehört zum vollständigen Ladevorgang ausdrücklich das mitgelieferte Ladegerät.
Typische Folgefehler – was beim Selbermachen schiefgeht
- Den Abstandswert vom falschen Hersteller übernommen. Wer den Brose-Wert an einem Bafang-Antrieb einstellt, landet mit 5 Millimetern deutlich unter dessen Bereich von 10 bis 20 Millimetern.
- Nach dem Schlauchwechsel den Magneten vergessen, verdreht wieder montiert oder auf die falsche Speiche gesetzt. Der mit Abstand häufigste selbst erzeugte Sensorcode – bei allen drei Systemen.
- Einen wiederkehrenden Yamaha-Code weggedrückt, weil er nach dem Neustart verschwand. Genau für die Codes 33 bis 37 ist das der Weg in den Zustand, aus dem der Neustart nicht mehr herausführt.
- Bei Bafang 08 oder 09 sofort einen Motor bestellt. Der Code benennt den Kreis zwischen Steuergerät und Motor. Ein unvollständig verriegelter Rundstecker erzeugt dasselbe Bild und kostet nichts außer fünf Minuten.
- Die Akku-Temperaturcodes 45 und 46 wie eine Abkühlpause behandelt, weil 10 und 14 eine sind. Die Anleitung trennt hier ausdrücklich.
- Kontakte mit Spray geflutet oder mit Fett gefüllt. Beides verschlechtert den Übergang und sammelt Schmutz; Verbindungscodes werden dadurch häufiger, nicht seltener.
- Den kalten Akku sofort ans Ladegerät gehängt. Kaltes Laden schädigt Lithium-Zellen dauerhaft; der Schaden zeigt sich erst Monate später als Kapazitätsverlust.
- Beim Umbau die Kabelführung nachlässig gelöst. Ein Kabel, das erst im vollen Lenkereinschlag auf Zug kommt, erzeugt sporadische Meldungen ohne erkennbares Muster.
Abbruchkriterien: woran Sie erkennen, dass hier Schluss ist
- Die Meldung bleibt stehen, obwohl Neustart, Akkusitz, Kontakte, Halterung, Magnet und Steckverbindungen in Ordnung sind.
- Der Code benennt einen internen Fehler von Motor, Controller, Sensorik oder Akku – bei Bafang die Gruppen 11 bis 15, 27 und 35 bis 48, bei Yamaha 61 bis 79.
- Ein Yamaha-Code aus der Gruppe 33 bis 37 oder 62 ist mehrfach aufgetreten.
- Um weiterzukommen, müsste ein Gehäuse geöffnet oder ein Kabelbaum getrennt werden.
- Der Akku zeigt eine der Auffälligkeiten aus dem Sicherheitsabschnitt – dann ist die Meldung nicht mehr die Frage.
- Das Rad ist getunt oder war es. Das gehört offen angesprochen, weil es die Diagnose verändert.
- Die Unterstützung fällt sporadisch aus, ohne dass eine Meldung erscheint – dann ist das Auslesen der schnellere Weg als weiteres Suchen.
Was der Fachbetrieb anders macht – und was Sie ihm mitgeben
Mit dem Herstellerwerkzeug wird nicht nur die aktuelle Anzeige gelesen, sondern der Fehlerspeicher: wie oft eine Meldung auftrat, in welcher Reihenfolge und unter welchen Bedingungen. Bei Yamaha kommt eine Besonderheit hinzu, die für die Diagnose viel wert ist – das Diagnosegerät liest neben den gespeicherten Codes auch Standbilddaten aus, also die Betriebs- und Fahrbedingungen zum Zeitpunkt der Störungserkennung. Damit lässt sich ein Aussetzer beim Anfahren von einem unter Volllast unterscheiden, ohne die Situation nachstellen zu müssen.
Das trennt den einmaligen Aussetzer vom stehenden Fehler und entlarvt Folgefehler als solche: Ein Kommunikationscode nach einem Akkucode ist meist keine zweite Ursache, sondern die Folge der ersten. Dazu kommt der Software-Stand – ein Teil der hartnäckigen Meldungen verschwindet mit einem Update, ohne dass ein Bauteil getauscht wird.
Damit dieser Vorteil greift, geben Sie vier Angaben mit: den genauen Code oder den Wortlaut der Meldung, die Systembezeichnung und das Modelljahr (steht auf Motor und Akku, bei Brose zusätzlich als Artikelnummer auf der Antriebseinheit), die bereits erledigten Prüfschritte und die Beobachtung, ob die Meldung sofort, verzögert oder nur unter Last wiederkehrt. Bei einem Nachrüstsatz gehört eine fünfte Angabe dazu: was genau verbaut wurde und von wem – Motor, Steuergerät, Display und Akku stammen dort nicht zwangsläufig aus einer Hand, und diese Kombination ist oft schon die halbe Diagnose.
Für den Werterhalt zahlt sich das doppelt aus: Wer die Meldungen einordnen kann, tauscht kein Bauteil auf Verdacht – und kauft erst recht kein neues Rad, weil eine Zahl im Display stand. Warum sich der Erhalt eines guten Rades fast immer rechnet, steht unter Reparieren und Nachhaltigkeit.
Ersatz & Zubehör
Teilequellen
Der Speichenmagnet und die Steckverbindungen sind das, was Sie sinnvoll selbst nachkaufen – alles Übrige läuft über den Fachhandel des jeweiligen Systems.
- Anzeige: Ersatz-Speichenmagnet für den Geschwindigkeitssensor → (der Kandidat hinter Bafang 21 und den Sensorhinweisen von Yamaha und Brose)
- Anzeige: Reinigungsset für Sensor- und Kontaktflächen → (Kontakte trocken oder vorsichtig feucht reinigen)
- Anzeige: Steckverbinder und Kabelbaum-Zubehör bei eBay → (bei Nachrüstsätzen der häufigste Bedarf)
Original-Akkus, Ladegeräte, Displays und Antriebsteile beziehen Sie über den Fachhandel des jeweiligen Systems – dort gehört auch der Einbau hin. Worauf es bei Akkus generell ankommt, steht in der Ersatzakku-Kaufberatung.
Ehrlich bleibt ehrlich: Bei Bafang führt die Anleitung für sechs Codes auf eine Steckverbindung oder den Sensorsitz, bei Brose für drei von vier Hinweisen, bei Yamaha für die Geschwindigkeitssensor- und die Kommunikationsmeldung. Das ist der Teil, den Sie selbst in der Hand haben. Der Rest ist Diagnose, und dabei ist der Fachbetrieb nicht der Gegner, sondern der Einzige mit dem vollständigen Bild. Die gesamte stromlose Mechanik bleibt ohnehin Ihre Werkbank: Bremsen, Schaltung, Kette und Reifen.