HU und AU: Ablauf, Mängelklassen und die richtige Vorbereitung
Kein Fahrzeug soll an der Hauptuntersuchung scheitern, weil ein behebbarer Mangel übersehen wurde. Diese Seite erklärt bundesweit, wer HU und AU überhaupt abnehmen darf, was die Mängelklassen im Prüfbericht bedeuten, welche Punkte in der Praxis am häufigsten zur Beanstandung führen – und welchen Teil der Vorbereitung Sie selbst übernehmen können.
Wer was abnimmt – und warum die Trennung sinnvoll ist
Viele Fahrzeughalter gehen davon aus, dass die Werkstatt „den TÜV macht“. Das trifft in dieser Form nicht zu, und die Unterscheidung ist wichtiger, als sie klingt.
Hauptuntersuchung (HU)
Die Hauptuntersuchung führen unsere Partner TÜV Nord und Dekra durch. Sie ist eine hoheitlich geregelte Aufgabe und amtlich anerkannten Sachverständigen und Prüfern vorbehalten. Wir bereiten Ihr Fahrzeug vor, beseitigen erkannte Mängel und koordinieren den Prüftermin auf Wunsch.
Ziel: keine Beanstandung beim Prüfer. Unser Vorcheck erfasst die prüfungsrelevanten Bereiche.
Abgasuntersuchung (AU)
Die Abgasuntersuchung führen wir selbst durch – über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV). Beide Untersuchungen sind damit aus einer Hand möglich, ohne dass das Fahrzeug zweimal bewegt werden muss.
Bei erhöhten Emissionswerten suchen wir die Ursache statt Teile zu tauschen. Reparatur und Wiederholung der Messung sind häufig am selben Tag möglich.
DGUV-Prüfung (für Unternehmer)
Fahrzeuge im gewerblichen Einsatz sind nach DGUV Vorschrift 70 regelmäßig auf ihren betriebssicheren Zustand zu prüfen – zusätzlich zur Hauptuntersuchung und unabhängig von ihr. Wir bieten die DGUV-Prüfung für Unternehmer an, die Dokumentation ist inbegriffen. Wie sich die Termine über einen größeren Bestand steuern lassen, beschreibt HU- und AU-Koordination im Fuhrpark.
Der Grund für diese Trennung ist ein guter: Wer ein Fahrzeug repariert, soll nicht selbst darüber entscheiden, ob die eigene Arbeit ausreicht. Für Sie ändert das nichts am Ablauf – der Prüftermin findet häufig in der Werkstatt statt, und die Vorbereitung übernimmt der Betrieb, der das Fahrzeug ohnehin kennt. Die Rollenverteilung ordnet HU und AU verstehen: Ablauf, Fristen und Rolle der Werkstatt ausführlich ein.
Die fünf Mängelklassen und was sie für Sie bedeuten
Der Prüfbericht ordnet jede Feststellung einer von fünf Klassen zu. Diese Einordnung entscheidet darüber, ob Sie die Plakette bekommen, ob Sie weiterfahren dürfen und wie viel Zeit Ihnen bleibt. Es lohnt sich, die Tabelle einmal gelesen zu haben, bevor der Bericht auf dem Tisch liegt.
| Einstufung | Was das bedeutet | Plakette | Was daraus folgt |
|---|---|---|---|
| Ohne festgestellte Mängel | Alles innerhalb der Vorgaben. | Wird erteilt | Nichts zu tun. Nächster Termin nach Ablauf des Intervalls. |
| Geringe Mängel | Kleinigkeiten ohne Einfluss auf die Verkehrssicherheit – etwa ein defektes Kennzeichenlicht. | Wird erteilt | Sie sind verpflichtet, den Mangel unverzüglich zu beseitigen. Eine Nachprüfung findet nicht statt. |
| Erhebliche Mängel | Die Verkehrssicherheit ist beeinträchtigt oder eine Vorschrift wird nicht eingehalten. | Wird nicht erteilt | Reparatur und Nachprüfung. Findet sie innerhalb eines Monats statt, wird nur der Mangel geprüft – danach eine komplette neue Untersuchung. |
| Gefährliche Mängel | Unmittelbare Gefährdung möglich, etwa eine stark einseitig wirkende Bremse. | Wird nicht erteilt | Die Fahrt ist nur noch eingeschränkt vertretbar – in aller Regel auf direktem Weg in die Werkstatt. Danach Nachprüfung. |
| Verkehrsunsicher | Das Fahrzeug darf so nicht mehr am Verkehr teilnehmen. | Wird nicht erteilt | Die Prüfstelle unterrichtet die Zulassungsbehörde. Das Fahrzeug wird abgeschleppt, nicht gefahren. |
Der praktisch wichtigste Punkt ist die Monatsfrist bei der Nachprüfung: Wird der beanstandete Mangel beseitigt und das Fahrzeug innerhalb eines Monats nach dem ursprünglichen Termin wieder vorgeführt, prüft der Sachverständige nur diesen Punkt. Danach beginnt die vollständige Untersuchung von vorn – mit der entsprechenden Gebühr. Planen Sie die Reparatur deshalb sofort und nicht auf den letzten Tag. Wie ein Prüfbericht im Einzelnen zu lesen ist, erklärt HU-Bericht verstehen: was die Mängel verraten – ein Abschnitt, der auch beim Gebrauchtwagenkauf hilft.
Fristen, Plakette und was bei Überziehung passiert
Für neu zugelassene Personenkraftwagen ist die erste Hauptuntersuchung nach 36 Monaten fällig, anschließend im Abstand von 24 Monaten. Für Anhänger, schwere Fahrzeuge, Fahrzeuge zur Personenbeförderung und einige gewerblich genutzte Fahrzeugarten gelten abweichende Intervalle. Maßgeblich ist die Plakette am hinteren Kennzeichen: Die große Zahl in der Mitte nennt das Jahr, die auf zwölf Uhr zeigende Zahl am Rand den Monat.
Wird der Termin überzogen, geschieht dreierlei. Erstens wird die neue Frist vom ursprünglichen Fälligkeitsmonat an gerechnet – Sie gewinnen also keine Zeit. Zweitens fällt ab mehr als zwei Monaten Überziehung ein Verwarnungsgeld an, das mit zunehmender Dauer steigt; bei erheblicher Überschreitung kommt ein Punkt im Fahreignungsregister hinzu. Drittens führt die Prüforganisation ab einer deutlichen Überschreitung eine erweiterte Untersuchung durch, für die eine zusätzliche Gebühr anfällt.
Der wichtigere Punkt ist aber ein anderer, und er wird selten ausgesprochen: Die Plakette befreit Sie nicht von der Verantwortung. Als Halter sind Sie durchgehend dafür verantwortlich, dass Ihr Fahrzeug den Anforderungen entspricht – nicht nur an dem einen Tag alle zwei Jahre. Ein Schaden, der auf einen erkennbaren technischen Mangel zurückgeht, wirft diese Frage sofort auf. Was daraus folgt, führt Halterhaftung: Ihre Pflichten als Fahrzeughalter aus.
Die häufigsten Beanstandungen – und was Sie selbst prüfen können
Ein großer Teil der Beanstandungen entfällt Jahr für Jahr auf dieselben Bereiche, und ein erstaunlicher Anteil davon ist mit etwas Aufmerksamkeit vorher zu erkennen. Die folgende Übersicht trennt bewusst, was Sie ohne Ausrüstung beurteilen können – und wo die Messtechnik anfängt.
| Bereich | Typische Beanstandungen | Was Sie selbst prüfen können | Wo Schluss ist |
|---|---|---|---|
| Beleuchtung | Ausgefallene Leuchtmittel, falsch eingestellte Scheinwerfer, blinde oder beschlagene Streuscheiben, nicht genehmigte Leuchtmittel | Alle Leuchten mit einer zweiten Person durchgehen – auch Rückfahrlicht, Nebelschlussleuchte und beide Kennzeichenleuchten | Die Einstellung des Lichtkegels braucht ein Einstellgerät. Nach Augenmaß geht das nicht. |
| Bremsanlage | Zu geringe Bremswirkung, ungleiche Verzögerung, korrodierte Leitungen, überalterte Bremsflüssigkeit, gerissene Schläuche | Bremsbelagstärke sichtbar prüfen, auf Schleifgeräusche und ziehendes Bremsverhalten achten | Die Bremswirkung wird auf dem Rollenprüfstand gemessen. Ein Gefühl beim Fahren ersetzt diese Messung nicht. |
| Reifen und Räder | Profil unter dem Mindestmaß, ungleichmäßiger Abrieb, Risse in der Flanke, nicht zulässige Rad-Reifen-Kombination | Profiltiefe an mehreren Stellen messen, Alter an der DOT-Nummer ablesen, Papiere und Reifengröße abgleichen | Ob eine Kombination eingetragen ist, entscheidet die Unterlage – nicht die Optik. |
| Fahrwerk und Lenkung | Ausgeschlagene Spurstangenköpfe, gerissene Achsmanschetten, verschlissene Radlager, undichte oder wirkungslose Dämpfer | Auf Poltern, Nachwippen und Lenkspiel achten, Manschetten im Radkasten auf Fettspuren absuchen | Belastungsprüfungen brauchen die Hebebühne und geübte Hände. |
| Korrosion und Karosserie | Durchrostungen an tragenden Teilen, poröse Aufnahmen von Fahrwerk oder Gurten, scharfkantige Durchbrüche | Schweller, Radläufe, Federbeindome und Auspuffaufhängung ansehen; blätternde Stellen sind ein Hinweis | Ob eine Stelle tragend ist, entscheidet nicht das Auge, sondern die Lage im Fahrzeug. |
| Abgas und Elektronik | Erhöhte Emissionswerte, undichte Abgasanlage, dauerhaft leuchtende Kontrollleuchten, unvollständige Selbstprüfungen | Keine Kontrollleuchte darf nach dem Start dauerhaft brennen; Auspuff auf hörbare Undichtigkeiten prüfen | Der Fehlerspeicher gehört ausgelesen, nicht gelöscht – Löschen kurz vor dem Termin macht es schlimmer. |
Zwei Bereiche verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit, weil sie oft schleichend entstehen und im Alltag kaum auffallen. Korrosion an tragenden Teilen ist der eine – wo im Fahrzeug es zuerst anfängt und woran Sie es früh sehen, zeigt Rost früh erkennen. Der andere ist die gerissene Achsmanschette: unscheinbar, aber eine sichere Beanstandung und mit Folgeschäden verbunden, wenn sie länger übersehen wird – dazu Achsmanschette gerissen.
Bei Bremsen und Dämpfern gilt: Beide verschleißen so langsam, dass sich der Fahrer daran gewöhnt. Der Prüfstand hat dieses Problem nicht. Ob der Zustand der Bremsflüssigkeit die Wirkung begrenzt, lässt sich nur messen – die Zusammenhänge erklärt Bremsflüssigkeit wechseln: die Physik dahinter; die Symptome müder Dämpfer beschreibt Stoßdämpfer defekt.
Die Abgasuntersuchung im Überblick
Die AU ist Bestandteil der Hauptuntersuchung, kann aber im Vorfeld in einer dafür anerkannten Werkstatt erledigt werden – das ist der Regelfall und spart einen Weg. Geprüft wird, ob das Fahrzeug die für seine Schadstoffklasse geltenden Grenzwerte einhält und ob die Abgasnachbehandlung funktioniert.
Der Ablauf hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Zur früher üblichen Auswertung über die Fahrzeugschnittstelle ist die Messung am Endrohr zurückgekehrt, und für Dieselfahrzeuge bestimmter Schadstoffklassen ist eine Partikelzahlmessung vorgeschrieben, die weit empfindlicher ist als die frühere Trübungsmessung. Ein Partikelfilter, der schleichend Schaden genommen hat, fällt damit auf, auch wenn im Alltag nichts spürbar war. Die Einzelheiten dazu stehen in Partikelfilter und Partikelzahlmessung; für Ottomotoren ordnet AU beim Benziner die Prüfschritte ein.
Bleiben die Werte außerhalb der Vorgaben, ist die richtige Reihenfolge: erst die Ursache suchen, dann reparieren. Ein Katalysator wird nicht getauscht, weil ein Wert zu hoch ist, sondern weil nachgewiesen ist, dass er die Ursache ist – häufig steckt stattdessen eine Undichtigkeit vor dem Messpunkt, eine gealterte Lambdasonde oder ein Problem im Gemischbereich dahinter. Die typischen Fälle und ihre Auflösung behandeln AU nicht bestanden: Ursachen und Lösungen und Katalysator defekt.
Was ein vollständiger Vorcheck abdeckt
Diese Aufstellung entspricht dem, was ein sorgfältiger Betrieb vor dem Prüftermin durchgeht. Sie taugt zugleich als Maßstab für ein Angebot: Fehlen ganze Blöcke, ist es kein Vorcheck, sondern eine Sichtprüfung.
Bremsen
- Bremsbelag- und Scheibenstärke
- Bremswirkung auf dem Prüfstand
- Siedepunkt der Bremsflüssigkeit
- Leitungen und Schläuche auf Korrosion und Risse
- Feststellbremse und ihre Wirkung
Beleuchtung
- Alle Leuchten auf Funktion
- Scheinwerfereinstellung mit Einstellgerät
- Streuscheiben auf Trübung und Risse
- Kennzeichenbeleuchtung
- Zulässigkeit der verbauten Leuchtmittel
Fahrwerk
- Reifenzustand, Profiltiefe und Alter
- Zulässigkeit der Rad-Reifen-Kombination
- Lenkungs- und Fahrwerksgelenke auf Spiel
- Radlager
- Stoßdämpfer und Federn
- Achsmanschetten und Dichtheit
Motor und Abgas
- Prüfstatus aller Selbstprüfungen
- Fehlerspeicher auslesen statt löschen
- Sichtbare Öl- und Betriebsstoffverluste
- Abgasanlage auf Dichtheit und Aufhängung
- Vorkontrolle der Abgaswerte
Karosserie
- Tragende Teile auf Durchrostung
- Windschutzscheibe im Sichtfeld
- Türen, Schlösser, Spiegel
- Sitze, Gurte und Gurtschlösser
- Auspuff- und Tankaufhängung
Elektronik
- Kontrollleuchten nach dem Start
- Fehlerspeicher aller Steuergeräte
- Reifendrucksystem, ABS und Fahrdynamikregelung
- Assistenzsysteme auf Funktionsbereitschaft
- Übereinstimmung der Fahrzeugidentifikationsnummer
Ob sich der Vorcheck lohnt, hängt vom Fahrzeug ab: Bei einem jungen, gepflegten Wagen ist der direkte Weg meist unproblematisch, bei einem älteren Fahrzeug, nach längerer Standzeit oder kurz nach dem Kauf spricht viel dafür. Die Abwägung führt HU-Vorabprüfung als Strategie aus, eine praktische Punkteliste liefert Die 20-Punkte-Vorbereitung.
Woran Sie einen Betrieb erkennen, der gut vorbereitet
Für die Vorbereitung sind Sie nicht auf eine bestimmte Prüforganisation angewiesen – Sie wählen die Werkstatt. Diese Merkmale lassen sich vorher prüfen, egal wo Sie wohnen:
- Der Betrieb ist für die Abgasuntersuchung anerkannt. Dann läuft die AU im Haus, und ein erhöhter Wert lässt sich sofort verfolgen statt in einem zweiten Termin.
- Es gibt einen Bremsenprüfstand und ein Scheinwerfer-Einstellgerät. Beides ist nicht optional. Ohne Messung ist eine Aussage zur Bremswirkung oder zur Leuchtweite eine Vermutung.
- Die Steuergeräte werden ausgelesen, nicht gelöscht. Fragen Sie danach ausdrücklich – die Antwort sagt Ihnen, ob der Betrieb den Prüfstatus verstanden hat.
- Sie bekommen einen schriftlichen Befund mit den Feststellungen und einem getrennten Angebot für die Beseitigung. Ein mündliches „da müsste man mal“ genügt nicht.
- Es wird zwischen Prüfrelevanz und Verschleiß unterschieden. Nicht alles, was sinnvoll wäre, ist prüfungsrelevant – und umgekehrt. Ein guter Betrieb sagt Ihnen, was jetzt sein muss und was warten kann.
- Der Prüftermin wird koordiniert. Idealerweise findet die Untersuchung im Haus statt und die Reparatur kann unmittelbar folgen.
Eine Bitte in eigener Sache an dieser Stelle: Vermischen Sie Vorbereitung und Prüfung nicht. Ein Betrieb, der Ihnen zusagt, „das schon irgendwie durchzubekommen“, verspricht etwas, worüber er nicht entscheidet – die Bewertung liegt bei der Prüforganisation. Genau darin liegt der Wert dieser Trennung.
Was den Aufwand bestimmt
Für die Untersuchung selbst erhebt die Prüforganisation ihre Gebühr; sie ist von der Werkstatt unabhängig. Was die Werkstatt in Rechnung stellt, ist die Vorbereitung – und deren Umfang hängt davon ab, wie viel am Fahrzeug tatsächlich zu tun ist. Diese drei Bausteine kommen üblicherweise vor:
- Vollständiger Mängelcheck
- Prüfstatus der Steuergeräte
- Schriftlicher Befund
- Angebot für die Beseitigung
- Abgasmessung über den BIV
- Auswertung über Schnittstelle und Endrohr
- AU-Bescheinigung
- Gültig für den HU-Termin
- Beides in einem Termin
- Mängelbeseitigung unmittelbar danach
- Koordination des Prüftermins
- Für Unternehmer mit DGUV kombinierbar
Der Kostentreiber ist fast nie die Untersuchung, sondern das, was sie zutage fördert. Deshalb ist die zweite Gebühr für eine vollständige Wiederholungsuntersuchung der Betrag, den sich eine gute Planung tatsächlich spart. Eine Einordnung typischer Reparaturkosten gibt die Kostenübersicht des Portals.
Sonderfälle: Oldtimer, Umbauten und gewerbliche Nutzung
Drei Konstellationen weichen vom Regelfall ab und sollten vorher geklärt sein.
- Fahrzeuge mit historischem Kennzeichen werden zusätzlich auf ihren erhaltungswürdigen Zustand beurteilt; technisch gilt weitgehend der Stand der Erstzulassung. Nicht zeitgenössische Umbauten sind das häufigste Problem. Was dabei geprüft wird, beschreibt Oldtimer bei der Hauptuntersuchung.
- Umbauten und Nachrüstungen brauchen ihre Papiere – Räder, Fahrwerk, Beleuchtung, Anhängerkupplung. Legen Sie Gutachten und Eintragungen zum Termin bereit; fehlende Unterlagen sind ein vermeidbarer Grund für eine Beanstandung. Wo eine elektronische Änderung eintragungspflichtig wird, behandelt unsere Seite OEM-Codier-Werkstatt.
- Gewerblich genutzte Fahrzeuge unterliegen zusätzlich der wiederkehrenden Prüfung nach DGUV Vorschrift 70. Sie ersetzt die Hauptuntersuchung nicht und wird nicht durch sie ersetzt – beide laufen nebeneinander, lassen sich aber terminlich bündeln.
Gut vorbereitet zum Termin
Der Teil, den Sie selbst übernehmen können, ist größer als gedacht – und er ist derjenige, an dem die meisten vermeidbaren Beanstandungen hängen. Gehen Sie am Vorabend die Beleuchtung mit einer zweiten Person durch, messen Sie die Profiltiefe an mehreren Stellen jedes Reifens, prüfen Sie Wischerblätter und Wischwasser, kontrollieren Sie das Haltbarkeitsdatum des Verbandkastens und legen Sie Zulassungsbescheinigung, den letzten Prüfbericht und die Gutachten zu Umbauten bereit. Ein sauberes Fahrzeug ist kein Prüfkriterium, erleichtert dem Sachverständigen aber die Arbeit am Unterboden.
Vorbereitungs-Helfer
- Anzeige (Amazon): Profiltiefenmesser → (an mehreren Stellen jedes Reifens messen, nicht nur in der Mitte)
- Anzeige (Amazon): Verbandkasten nach aktueller Norm → (auf das Haltbarkeitsdatum achten – der häufigste Griff ins Leere am Prüftag)
- Anzeige (Amazon): OBD2-Diagnoseadapter → (Prüfstatus und Codes vorab ansehen – und den Speicher gerade nicht löschen)
Wenn Sie in Südniedersachsen wohnen
Diese Seite ist bundesweit gedacht und soll Ihnen vor allem helfen, gut vorbereitet in den Prüftermin zu gehen. Betrieben wird das Portal von KFZ Dietrich in Hardegsen-Gladebeck, einem Meisterbetrieb mit Herstellerdiagnose für Mercedes-Benz, die Volkswagen-Gruppe sowie BMW und Mini. Die Hauptuntersuchung erfolgt durch unsere Partner TÜV Nord und Dekra, die Abgasuntersuchung führen wir selbst durch, über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks. Für Unternehmer bieten wir zusätzlich die DGUV-Prüfung an.
Wenn Sie aus dem Raum Northeim, Göttingen, Einbeck oder Uslar kommen: Die Werkstatt ist gut ausgelastet, Terminzusagen gibt es an dieser Stelle deshalb nicht. Neue Kunden tragen sich bitte über die Warteliste ein und nennen dort Fahrzeug, Baujahr, Laufleistung und den Monat, in dem die Untersuchung fällig wird. Bestandskunden erreichen die Werkstatt telefonisch unter 05505 5236. Melden Sie sich früh – eine Untersuchung, die in vier Wochen fällig ist, lässt sich planen, eine, die morgen abläuft, nicht.
Häufige Fragen zu HU und AU
- Die Hauptuntersuchung (HU) erfolgt durch unsere Partner TÜV Nord und Dekra. Die Abgasuntersuchung (AU) führen wir selbst durch, über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV). Wir bereiten Ihr Fahrzeug vollständig vor, beseitigen erkannte Mängel und koordinieren den Prüftermin auf Wunsch. Ziel ist, dass beim Prüfer nichts mehr zu beanstanden bleibt.
- Die Hauptuntersuchung ist eine hoheitlich geregelte Aufgabe und darf nur von amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfern der anerkannten Überwachungsorganisationen abgenommen werden – bundesweit sind das die bekannten Prüfgesellschaften. Eine Werkstatt kann dafür ihre Räume zur Verfügung stellen und das Fahrzeug vorbereiten, das Prüfergebnis verantwortet aber immer die Prüforganisation. Das ist gut so, weil es die Rollen trennt: Wer repariert, bewertet nicht die eigene Arbeit. Für Sie ändert sich am Ablauf nichts, oft findet der Prüftermin sogar in der Werkstatt statt.
- Die AU führen wir selbst durch – über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV). Bundesweit gilt: Werkstätten können sich für die AU anerkennen lassen und die Untersuchung eigenständig abnehmen, während die HU der Prüforganisation vorbehalten bleibt. Die AU ist Teil der Hauptuntersuchung, kann aber im Vorfeld in einer anerkannten Werkstatt erledigt werden. Fragen Sie deshalb konkret, ob ein Betrieb die AU selbst abnehmen darf.
- Für neu zugelassene Personenkraftwagen ist die erste HU nach 36 Monaten fällig, danach alle 24 Monate. Für andere Fahrzeugarten gelten abweichende Fristen – Anhänger, schwere Fahrzeuge, Fahrzeuge zur Personenbeförderung und gewerblich genutzte Fahrzeuge haben eigene Regeln. Maßgeblich ist immer die Plakette am hinteren Kennzeichen und der Eintrag im Prüfbericht. Bei Unklarheit hilft ein Blick in die Zulassungsbescheinigung.
- Die große Zahl in der Mitte nennt das Jahr, in dem die nächste Untersuchung fällig ist. Der Monat steht am oberen Rand: Die Zahl, die auf zwölf Uhr zeigt, ist der Fälligkeitsmonat. Die Farbe wechselt jährlich, weshalb geschulte Augen eine überfällige Plakette schon von weitem erkennen. Verlassen Sie sich trotzdem nicht allein auf die Farbe, sondern lesen Sie die Zahlen.
- Bis zu zwei Monate Überziehung bleiben in der Regel folgenlos, abgesehen davon, dass die neue Frist vom ursprünglichen Fälligkeitstermin an gerechnet wird. Ab mehr als zwei Monaten wird ein Verwarnungsgeld fällig, bei deutlich längerer Überziehung steigt der Betrag und es kommt ein Punkt im Fahreignungsregister hinzu. Ab einer erheblichen Überschreitung führt die Prüforganisation zudem eine erweiterte Untersuchung durch, für die eine Gebühr anfällt. Wichtiger als das Geld ist aber der Haftungsaspekt: Als Halter sind Sie unabhängig von der Plakette für den technischen Zustand verantwortlich.
- Bei erheblichen Mängeln wird keine Plakette erteilt. Sie lassen den Mangel beseitigen und kommen zur Nachprüfung. Findet diese innerhalb eines Monats nach dem ursprünglichen Termin statt, wird nur der beanstandete Punkt geprüft und die Gebühr fällt entsprechend geringer aus. Danach ist eine vollständige neue Untersuchung nötig. Planen Sie deshalb genug Zeit für die Reparatur ein und lassen Sie die Nachprüfung nicht am letzten Tag stattfinden.
- Die Plakette fehlt, das Fahrzeug ist damit formal überfällig – und der Zustand, der zur Beanstandung geführt hat, besteht weiter. Bei erheblichen Mängeln ist die Fahrt zur Werkstatt und zur Nachprüfung praktisch der einzige vertretbare Zweck. Wird ein gefährlicher Mangel festgestellt, ist selbst das nur eingeschränkt tragbar; bei der Einstufung als verkehrsunsicher wird das Fahrzeug abgeschleppt. Im Zweifel entscheidet nicht der Zeitplan, sondern die Sicherheit.
- Alle prüfungsrelevanten Bereiche: Bremsen einschließlich Messung der Bremswirkung, Beleuchtung mit Einstellung der Scheinwerfer, Fahrwerk und Lenkung auf der Hebebühne, Reifen und Räder, Karosserie und tragende Teile auf Korrosion sowie Abgas und Elektronik einschließlich Auslesen aller Steuergeräte. Sie sollten anschließend einen schriftlichen Befund erhalten und bei Mängeln ein Angebot zur Beseitigung. Damit gehen Sie in den Prüftermin, ohne raten zu müssen.
- Dann wird die Ursache gesucht, statt Teile zu tauschen. In Frage kommen je nach Motorart Lambdasonden, Katalysator, Abgasrückführung, Einspritzung, Partikelfilter oder eine Undichtigkeit im Abgasstrang vor dem Messpunkt. Reparatur und Wiederholung der Messung sind häufig am selben Tag möglich. Eine Vorkontrolle der Abgaswerte gehört deshalb in jeden ordentlichen Vorcheck – sie ist der Punkt, an dem sich eine unangenehme Überraschung am Prüftag vermeiden lässt.
- Nach einem Fehlerspeicher-Reset oder einem Batteriewechsel sind die Selbstprüfungen der Motorsteuerung zurückgesetzt. Sie müssen vor der Untersuchung wieder abgeschlossen sein; dafür sind je nach Fahrzeug mehrere Fahrzyklen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Lastzuständen nötig. Ein frisch gelöschter Speicher ist deshalb kein Vorteil, sondern ein Grund für eine Beanstandung. Wir prüfen den Status mit dem Herstellersystem und melden, wenn das Fahrzeug bereit ist.
- Ja, sicherheitsrelevante elektronische Systeme werden inzwischen über die Schnittstelle abgefragt. Geprüft wird dabei, ob die Systeme funktionsbereit sind und keine relevanten Fehler gespeichert haben – nicht, ob sie perfekt kalibriert sind. Praktisch bedeutet das: Ein nach einer Reparatur nicht angelernter Sensor kann auffallen. Wer nach Arbeiten an Front, Scheibe oder Fahrwerk die Kalibrierung ausgelassen hat, merkt das spätestens hier.
- Ein Fahrzeug mit historischem Kennzeichen wird zusätzlich auf seinen erhaltungswürdigen Zustand hin beurteilt; für die technische Prüfung gilt weitgehend der Stand der Erstzulassung, nicht der heutige. Nicht zeitgenössische Umbauten sind deshalb ein Thema, das vorher geklärt gehört. Für die Abgasprüfung gelten je nach Baujahr eigene Regeln oder sie entfällt. Rechnen Sie bei einem Klassiker mit mehr Vorbereitungszeit, insbesondere bei Bremsanlage, Beleuchtung und Korrosion.
- Fahrzeuge im gewerblichen Einsatz sind nach der DGUV Vorschrift 70 regelmäßig durch eine befähigte Person auf ihren betriebssicheren Zustand zu prüfen – unabhängig von der Hauptuntersuchung und zusätzlich zu ihr. Zuständig ist der Unternehmer als Halter, die Prüfung wird dokumentiert und ist im Schadensfall ein wesentlicher Nachweis. Wir bieten die DGUV-Prüfung für Unternehmer an; die Dokumentation ist inbegriffen und lässt sich mit HU-Vorcheck und AU auf einen Termin legen.
- Es hängt vom Fahrzeug ab. Bei einem jungen, lückenlos gewarteten Fahrzeug ist der direkte Weg meist unproblematisch. Bei einem älteren Fahrzeug, nach einem längeren Standzeitraum oder wenn Sie den Wagen erst kürzlich gekauft haben, spricht viel für einen Vorcheck: Sie erfahren vorher, was ansteht, können die Reparatur planen und vermeiden die zweite Gebühr für eine Nachprüfung. Der Vorcheck ist zudem der Moment, in dem sich Verschleiß entdecken lässt, bevor er Folgeschäden verursacht.
- Teilweise ja, und es lohnt sich. Beleuchtung durchgehen, Profiltiefe messen, Scheibenwischer und Wischwasser prüfen, Warnweste und Warndreieck an Bord, Verbandkasten auf Haltbarkeit kontrollieren, Kennzeichen und Papiere bereitlegen, das Fahrzeug innen und im Motorraum sauber machen. Alles, was Messtechnik braucht – Bremswirkung, Scheinwerfereinstellung, Abgaswerte, Spiel in Fahrwerksgelenken –, gehört dagegen in die Werkstatt. Wer den ersten Teil erledigt, spart im zweiten Zeit.