Dachrinne reinigen und reparieren – der Herbst-Klassiker, sicher erledigt
Eine verstopfte oder tropfende Dachrinne wirkt harmlos – bis das Wasser bei Starkregen die Fassade herunterläuft. Reinigung, Fallrohr-Freimachen und das Abdichten kleiner Lecks sind gut selbst zu schaffen. Die eigentliche Frage bei dieser Arbeit ist nicht die Rinne, sondern die Leiter: Deshalb steht die Sicherheit hier vor Schritt 1.
Sicherheit zuerst: die Leiter-Regeln
- Fester, ebener Grund: Die Leiter steht auf tragfähigem Untergrund, korrekt angelehnt – im Zweifel mit Traverse/Stabilisator gegen seitliches Kippen.
- Nie zur Seite hinauslehnen: Der Gürtel bleibt zwischen den Holmen. Lieber zehnmal umsetzen als einmal zu weit greifen.
- Arbeiten am Dach nur mit sicherem Stand – und nie allein am Haus, wenn niemand in Rufweite ist.
- Klare Grenze: Mehrgeschossige Häuser, Steildächer und große Höhen sind Sache von Dachdecker oder Klempner mit Gerüst bzw. Hebebühne. Die Rinne ist keinen Sturz wert.
Sicherheits-Ausstattung
Schritt 1: Rinne reinigen
- Grobes zuerst: Laub und Schlamm mit Handschuhen oder einer Rinnenschaufel entnehmen – ein Eimer am Leiterhaken erspart das ständige Absteigen.
- Fallrohr-Einlauf frei machen: Genau dort sammelt sich der Laubpfropf, der die ganze Rinne überlaufen lässt.
- Nachspülen und beobachten: Mit Wasser (Gießkanne oder Schlauch) durchspülen und prüfen, ob es zügig und vollständig zum Fallrohr abläuft.
Werkzeug
Schritt 2: Verstopftes Fallrohr frei machen
Läuft das Wasser oben in den Einlauf, kommt unten aber nichts an, sitzt der Pfropf im Fallrohr. Die Verstopfung lässt sich mit einer Rohrreinigungsspirale lösen – vom Einlauf oben oder über die Reinigungsöffnung bzw. das Standrohr unten. Die Spiral-Technik ist dieselbe wie beim Hausabfluss und in unserer Anleitung Abfluss verstopft Schritt für Schritt beschrieben: mit Gefühl drehen, den Pfropfen fassen oder durchstoßen.
Schritt 3: Tropfende Rinne abdichten
- Leck lokalisieren: Wasserprobe bei trockenem Wetter – wo es tropft, sitzt Naht oder Loch selten weit entfernt.
- Zink- und Metallrinnen: Stelle blank reinigen und vollständig trocknen lassen, dann Dachrinnen-Dichtband fest anreiben oder Rinnen-Dichtmasse auftragen – für kleine Löcher und undichte Nähte eine bewährte, dauerhafte Kleinreparatur.
- Kunststoffrinnen: Undichtigkeiten sitzen meist an den Verbindern – Dichtgummis kontrollieren, Verbinder neu einsetzen und einrasten.
Material
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Schritt 4: Gefälle und Halter prüfen
Steht Wasser in der Rinne, obwohl nichts verstopft ist, stimmt das Gefälle nicht mehr: Durchgebogene Abschnitte oder verbogene Halter (Rinneisen) – etwa nach Schneelast – bilden Senken. Einzelne Rinneisen lassen sich nachbiegen oder ersetzen; das Gefälle muss durchgehend zum Fallrohr laufen. Stehendes Wasser beschleunigt die Korrosion und wird im Winter zur Eislast.
Vorbeugen: einmal einlegen, jahrelang Ruhe
Ein Laubschutzgitter in der Rinne hält Laub und grobe Verschmutzung draußen und reduziert die Reinigung deutlich – gerade bei Bäumen in Hausnähe die sinnvollste Viertelstunde des Herbstes. Kontrolliert wird trotzdem: im Herbst nach dem Laubfall, im Frühjahr nach den Stürmen.
Vorbeugung
Wann der Fachbetrieb übernehmen sollte
Komplette Rinnen-Erneuerung, großflächige Korrosion, Blecharbeiten und alles am Steildach oder in großer Höhe gehören zu Dachdecker oder Klempner – mit Gerüst, Sicherung und Gewährleistung. Wer beim Blick nach oben zögert, hat die Antwort schon: Der Fachbetrieb ist hier keine Schwäche, sondern die vernünftige Entscheidung.