Toilette verstopft – die wirksame Reihenfolge ohne Chemie
Das Wasser steht in der Schüssel und will nicht ablaufen: Kaum eine Haus-Panne fühlt sich dringlicher an – und kaum eine ist so zuverlässig selbst zu lösen. Die Mechanik schlägt auch hier die Chemie: Mit Saugglocke, heißem Wasser und notfalls der Spirale ist die Mehrheit aller WC-Verstopfungen in Minuten Geschichte. Diese Anleitung führt in der Reihenfolge der Wahrscheinlichkeit durch alle Mittel, erklärt, woran Sie die Fälle erkennen, in denen Haushaltswerkzeug nicht mehr reicht, und nennt die Ursachen, damit es nicht in vier Wochen wieder so weit ist.
Erst einordnen: Wo sitzt die Verstopfung?
Ein WC ist kein gerades Rohr. Hinter dem sichtbaren Abgang liegt der Siphon-Bogen in der Keramik selbst – eine S-förmige Engstelle, die als Geruchsverschluss das Sperrwasser hält. Genau dort bleibt fast jeder Pfropf hängen. Dahinter folgt der Anschlussbogen zur Wand oder zum Boden, dann die Fallleitung des Hauses und schließlich die Grundleitung zum Kanal. Je weiter hinten die Blockade sitzt, desto weniger können Sie selbst ausrichten – deshalb steht diese Einordnung vor jedem Handgriff.
| Beobachtung | Wo die Verstopfung liegt | Was hilft | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Wasser steigt beim Spülen hoch und sinkt langsam wieder | Siphon-Bogen der Keramik, weicher Pfropf | Saugglocke, heißes Wasser mit Spülmittel | 10 bis 20 Minuten |
| Wasser steht und sinkt gar nicht | Siphon-Bogen, kompakter Pfropf | Saugglocke, danach WC-Spirale | 20 bis 45 Minuten |
| Spülung läuft ab, aber nur zäh und gluckernd | Teilverstopfung oder Belag im Bogen, oft Urinstein | Spirale, danach Entkalkung und Ursachensuche | 30 bis 60 Minuten |
| Etwas Hartes ist hörbar hineingefallen | Fremdkörper im Bogen verkeilt | nicht spülen, nicht pumpen – greifen oder Demontage | Fachbetrieb |
| WC drückt hoch, wenn Dusche oder Waschmaschine ablaufen | Fallleitung des Strangs | Rohrreinigungsfirma, Hausverwaltung informieren | Fachbetrieb |
| Mehrere Abflüsse gleichzeitig betroffen, Bodenablauf riecht | Grundleitung oder Anschlusskanal | Motorspirale und Kamera, Eigentümer zuständig | Fachbetrieb |
| Spülung wirkt insgesamt zu schwach | Spülkasten füllt nicht, Spülrandbohrungen verkalkt | Spülkasten und Spülrand prüfen | 30 Minuten |
Die letzten beiden Zeilen sind die, die am häufigsten übersehen werden. Wer alle sechs Wochen mit der Saugglocke antritt, hat kein Verstopfungsproblem, sondern ein Ursachenproblem – dazu unten mehr.
Schritt 1: Ruhe bewahren – und nicht nachspülen
Der häufigste Fehler passiert in der ersten Minute: noch einmal spülen, in der Hoffnung, dass es abläuft. Steht das Wasser bereits hoch, kommt mit jeder Spülung ein ganzer Kasteninhalt dazu – bei einem üblichen Spülkasten sind das sechs Liter, bei älteren Modellen neun. Die Schüssel läuft über, und aus einer sauberen Zwanzig-Minuten-Arbeit wird eine Bodenreinigung mit Abwasser. Also: Finger vom Drücker.
- Wasserstand absenken, wenn es bis zum Rand steht: mit einem alten Becher oder Litermaß in einen Eimer schöpfen, bis noch etwa eine Handbreit Wasser über dem Abgang steht. Diese Restmenge brauchen Sie – die Saugglocke arbeitet nur unter Wasser.
- Vorsorglich absperren: Das Eckventil an der Spülkasten-Zuleitung schließen. Dann kann niemand im Haushalt aus Gewohnheit nachspülen, während Sie arbeiten.
- Boden schützen: Alte Handtücher oder Zeitungspapier rund um das WC auslegen. Was beim Pumpen herausspritzt, ist Abwasser.
- Schutzausrüstung: Lange Nitril-Handschuhe und eine Schutzbrille. Die Brille klingt übertrieben, bis das erste Mal etwas hochspritzt – und sie ist zwingend, falls vor Ihnen jemand Rohrreiniger eingefüllt hat.
- Lüften und Fenster öffnen. Falls doch Chemie im Spiel war, dürfen Sie die Dämpfe nicht in einem geschlossenen Bad einatmen.
Schritt 2: Die Saugglocke – richtig eingesetzt löst sie die meisten Fälle
Die Saugglocke ist das wirksamste Werkzeug im Haushalt für dieses Problem – und sie wird fast immer falsch benutzt. Sie arbeitet nicht mit Druck allein, sondern mit dem schnellen Wechsel aus Druck und Sog. Der Sog ist der wichtigere Teil: Er zieht den Pfropf zurück und bricht ihn auf, während reines Drücken ihn nur fester in den Bogen keilt.
- Die richtige Glocke: Fürs WC brauchen Sie eine große Ausführung, idealerweise mit einem herausziehbaren Gummiflansch, der in den Abgang greift, oder einen Faltenbalg-Pömpel. Die flache Waschbecken-Glocke dichtet auf der runden Schüsselform nicht ab und bewegt nur Wasser.
- Abdichten: Die Glocke muss den Abgang vollständig abdecken. Ein dünner Film Vaseline oder Armaturenfett auf dem Gummirand verbessert die Abdichtung an glatter Keramik spürbar.
- Unter Wasser arbeiten: Die Glocke muss im Wasser stehen, sonst pumpen Sie nur Luft. Notfalls Wasser mit dem Eimer angießen – ohne zu spülen.
- Erster Stoß langsam: Drücken Sie die Glocke zunächst behutsam nieder, um die Luft zu verdrängen. Ein kräftiger erster Stoß presst nur Luft ins Rohr und spritzt Ihnen das Wasser entgegen.
- Dann kräftig pumpen: Etwa zwanzig zügige Stöße senkrecht auf und ab, ohne die Abdichtung zu verlieren. Erst am Ende die Glocke ruckartig abziehen – dieser letzte Sog ist oft der entscheidende.
- Zwei bis drei Serien: Löst sich nichts, kurz pausieren und wiederholen. Nach der dritten erfolglosen Serie hilft weiteres Pumpen nicht mehr – dann geht es zu Schritt 3 oder 4.
- Erfolg prüfen: Sackt das Wasser hörbar ab, mit einem Eimer Wasser nachtesten. Erst wenn eine ganze Eimerladung zügig verschwindet, spülen Sie wieder normal.
Die grundsätzliche Technik – inklusive der Besonderheit, dass am Waschbecken die Überlauföffnung zugehalten werden muss – zeigt unser Guide Abfluss verstopft. Beim WC entfällt dieser Schritt, weil es keinen Überlauf gibt.
Werkzeug
- Anzeige (Amazon): Große Saugglocke fürs WC mit ausziehbarem Flansch → (die flache Waschbecken-Ausführung dichtet auf der Schüssel nicht ab)
- Anzeige (Amazon): Lange Nitril-Handschuhe →
- Anzeige (Amazon): Schutzbrille → (Pflicht, falls vor Ihnen jemand Rohrreiniger eingefüllt hat)
Schritt 3: Heißes Wasser und Spülmittel – der Papier-Löser
Besteht der Pfropf aus zu viel Toilettenpapier, hilft ein einfacher Weg: einen kräftigen Schuss Spülmittel in die Schüssel geben, dann heißes – aber nicht kochendes – Wasser aus Hüfthöhe eingießen. Als Orientierung reicht heißes Leitungswasser um die 50 bis 60 Grad. Drei Dinge wirken dabei zusammen: Die Fallhöhe bringt mechanische Bewegung in den Pfropf, das Spülmittel setzt die Gleitfähigkeit herauf, und die Wärme weicht die Papierfasern auf.
Zehn bis fünfzehn Minuten einwirken lassen, dann mit der Saugglocke nacharbeiten. Diese Kombination – erst weichen, dann pumpen – löst deutlich mehr Fälle als jedes der beiden Mittel für sich. Kochendes Wasser gehört dagegen nicht ins WC: Der Temperaturschock kann die Keramik reißen lassen und die Kunststoffteile der Abgangsverbindung verformen. Eine gerissene WC-Schüssel ist ein ungleich größeres Problem als der Pfropf, den sie beseitigen wollten.
Bei Verstopfungen, die nicht aus Papier bestehen – Feuchttücher, Textilien, Hygieneartikel, Katzenstreu – bringt dieser Schritt wenig. Diese Materialien saugen sich voll und verfilzen, statt sich aufzulösen. Gehen Sie dann direkt zu Schritt 4.
Schritt 4: Die WC-Spirale für hartnäckige Fälle
Sitzt der Pfropf tiefer im Siphon-Bogen oder besteht er aus verfilztem Material, kommt die Rohrreinigungsspirale mit Kurbel zum Einsatz. Für den Hausgebrauch reichen drei bis fünf Meter Länge bei sechs bis zehn Millimetern Spiralstärke – längere Profigeräte gehören in die Hand von Betrieben, die wissen, wie viel Drehmoment eine Leitung verträgt.
- Die richtige Spirale wählen: WC-Keramik ist kratzempfindlich, und jede Riefe in der Glasur wird später zum Ansatzpunkt für neue Ablagerungen. Nehmen Sie eine Spirale mit Schutzhülle oder Kunststoffmantel, wie sie ausdrücklich als WC- oder Toilettenspirale angeboten wird.
- Einführen bis zum ersten Bogen. Sie spüren deutlich, wann die Spitze anliegt. Ab hier arbeiten Sie ausschließlich drehend – die Drehbewegung führt die Spirale um den Bogen herum, reines Schieben verkantet sie und wirft eine Schlaufe.
- Widerstand deuten: Ein weicher, nachgebender Widerstand ist der Pfropf. Ein harter, unbeweglicher Anschlag ist entweder ein Fremdkörper oder eine Rohrverengung. Im ersten Fall weiterdrehen, im zweiten Fall aufhören.
- Fassen oder durchstoßen: Ideal ist es, den Pfropf mit der Spiralspitze zu fassen und herauszuziehen – dann ist das Material aus der Leitung heraus. Beim reinen Durchstoßen bleibt ein Rest zurück, der sich neu aufbaut.
- Langsam zurückziehen und mit Reinigungsmaterial rechnen. Eimer, Zeitungspapier und ein Müllbeutel gehören daneben.
- Danach spülen und beobachten: Erst eine Eimerladung Wasser, dann ein normaler Spülgang. Läuft es zügig ab, ist die Sache erledigt.
Nach dem Einsatz die Spirale abspülen, trocknen und leicht einölen – eine rostige Spirale ist beim nächsten Mal unbrauchbar. Wer sie zusammen mit den Nachbarn im Haus anschafft, hat sie genau dann verfügbar, wenn sie gebraucht wird.
Werkzeug
- Anzeige (Amazon): WC-Spirale mit Keramik-Schutzhülle → (3 bis 5 m Länge reichen für den Keramikbogen)
- Anzeige (Amazon): Druckluft-Abflussreiniger → (nur nach Anleitung einsetzen – der Druckstoß belastet alte Rohrverbindungen)
- Anzeige (eBay): Kräftigere Spiralen und Zubehör aus Betriebsauflösungen → (gebrauchte Profigeräte – nur mit Erfahrung und passendem Zubehör einsetzen)
Was NICHT hilft – und was schadet
- Chemische Rohrreiniger: wirken bei kompakten WC-Verstopfungen kaum. Das große Wasservolumen im Siphon verdünnt jedes Granulat, bevor es den Pfropf erreicht. Und wenn die Lauge nicht wirkt, steht sie anschließend in der Schüssel und macht jeden weiteren Handgriff gefährlich. Die ausführliche Begründung steht im Abfluss-Guide.
- Natron und Essig: Es schäumt sichtbar, der entstehende Druck ist aber viel zu gering, um einen festen Pfropf zu bewegen. Für vorbeugende Geruchspflege im Ausguss brauchbar, für den Notfall nicht.
- Enzym- und Bioreiniger: arbeiten über Stunden bis Tage an organischen Belägen. Ein sinnvolles Vorbeugemittel, kein Werkzeug für eine stehende Schüssel.
- Drahtkleiderbügel: zerkratzen die Glasur, verhaken sich im Bogen und bleiben im schlimmsten Fall selbst stecken. Danach ist die Blockade fest verankert.
- Kochendes Wasser: kann Keramik und Kunststoff-Anschlüsse schädigen. Der Nutzen gegenüber heißem Wasser ist gleich null.
- Wiederholtes Spülen: treibt feste Gegenstände nur tiefer und flutet im Zweifel das Bad.
- Hochdruckreiniger aus dem Garten: im WC ohne passende Rohrreinigungslanze wirkungslos und mit erheblicher Spritzgefahr verbunden.
Die Ursachen dahinter – damit es nicht wieder passiert
Eine einzelne Verstopfung ist Pech. Die dritte in einem halben Jahr ist ein Symptom. Diese Ursachen stehen dahinter, geordnet nach Häufigkeit:
- Feuchttücher gehören NIE ins WC. Auch als spülbar verkaufte Tücher zerfallen nicht wie Papier, sondern verflechten sich im Bogen und in der Leitung zu Zöpfen – sie sind einer der häufigsten Verstopfungs-Auslöser überhaupt. Gleiches gilt für Küchenpapier, Kosmetiktücher, Hygieneartikel, Wattepads und Katzenstreu.
- Zu schwacher Spülstrom. Füllt der Spülkasten nicht bis zur eingestellten Marke, fehlt der Schwall, der den Bogen freispült. Prüfen Sie den Wasserstand im Kasten und die Einstellung des Füllventils – wie das geht, steht unter WC-Spülkasten läuft nach. Wer aus Sparsamkeit dauerhaft nur die kleine Taste nutzt, spült bei größeren Papiermengen zu wenig nach.
- Verkalkte Spülrandbohrungen. Bei hartem Wasser setzen sich die kleinen Austrittsöffnungen unter dem Spülrand zu. Das Wasser läuft dann nur noch an einer Stelle herunter statt rundum. Mit einem Spiegel unter den Rand sehen, mit Zitronensäure und einer dünnen Bürste öffnen.
- Urinstein und Kalk im Bogen. Über Jahre wächst im Siphon eine harte Schicht, die den Querschnitt verengt. Sie ist der Grund, warum ein zwanzig Jahre altes WC empfindlicher reagiert als ein neues. Regelmäßige Reinigung mit säurehaltigem WC-Reiniger hält den Bogen offen – Essigessenz und Zitronensäure wirken ebenfalls, brauchen aber längere Einwirkzeit.
- Zu wenig Gefälle im Anschluss. Nach Umbauten kommt es vor, dass der Anschlussbogen zu flach liegt. Dann bleibt bei jeder Spülung ein Rest liegen. Das ist keine Reinigungsfrage, sondern eine Installationsfrage.
- Zu viel Papier auf einmal: bei größeren Mengen zwischendurch spülen – gerade bei wassersparenden Spülkästen mit kleinem Volumen.
- Fremdkörper: Fällt etwas ins WC, sofort handeln und nicht weiterspülen. Was sichtbar ist, mit Handschuh herausholen; was tiefer sitzt, verkeilt sich beim Spülen nur weiter.
Wenn ein Fremdkörper im Bogen sitzt
Dieser Fall verdient eigene Regeln, weil hier fast alle üblichen Mittel die Lage verschlechtern. Ein harter Gegenstand lässt sich weder auflösen noch aufweichen; Saugglocke und Spirale schieben ihn tiefer, statt ihn zu lösen.
- Sofort das Eckventil schließen, damit niemand spült.
- Mit der Taschenlampe hineinsehen. Liegt der Gegenstand im sichtbaren Bereich, holen Sie ihn mit langem Handschuh oder einer Greifzange heraus.
- Ist er nicht sichtbar, hilft manchmal ein Nass-Sauger mit ausreichender Saugleistung, dessen Schlauch am Abgang abgedichtet wird. Das setzt ein Gerät voraus, das für Wasser zugelassen ist – ein Haushaltsstaubsauger ist es nicht, und der Einsatz an einem stromführenden Gerät im nassen Bad ist ohne Fehlerstromschutzschalter tabu.
- Bleibt er verschwunden, ist die Demontage des WCs der letzte Weg. Sie umfasst Absperren, Entleeren und Trennen des Spülkastens, Aufschneiden der Silikonfuge, Lösen der Befestigungsschrauben und Abziehen der Schüssel vom Abgangsstutzen. In der Praxis brechen alte Schrauben ab und Abgangsmanschetten reißen. Ohne Ersatzdichtungen im Haus und ohne zweite Person zum Halten der Keramik sollten Sie das nicht angehen – ein Wand-WC am Tragrahmen ohnehin nicht.
Ersatzteile und Werkzeug – und wo Sie was besser kaufen
Für dieses Thema gibt es zwei Einkaufswege. Werkzeug und Verbrauchsmaterial – Saugglocke, Spirale, Handschuhe, Entkalker – sind Standardware und schnell verfügbar. Keramik- und Anschlussteile sind dagegen modellgebunden: Abgangsmanschetten, Spülrohre, Spülkasten-Deckel, WC-Sitze mit passendem Lochabstand und Befestigungssätze gibt es in vielen Bauformen, und für ältere oder abgekündigte Serien ist der Gebraucht- und Restpostenmarkt oft die einzige Quelle.
Bei jedem Anschluss- oder Keramikteil gilt: Hersteller, Modellbezeichnung und die Anschlussmaße gehören in die Suche – so wie bei Hausgeräten die E-Nummer vom Typenschild. Die Modellbezeichnung ist bei den meisten WCs in die Keramik eingeprägt, häufig hinten an der Schüssel oder unter dem Spülkastendeckel. Bei WC-Sitzen brauchen Sie zusätzlich den Lochabstand der Befestigungsbohrungen und die Länge der Schüssel. Ohne diese Angaben bekommen Sie ein Teil, das äußerlich passt und mechanisch nicht.
Werkzeug und Verbrauchsmaterial
- Anzeige (Amazon): Große WC-Saugglocke oder Faltenbalg-Pömpel →
- Anzeige (Amazon): Handspirale mit Kurbel, 3 bis 5 m →
- Anzeige (Amazon): Zitronensäure für Spülrand und Bogen →
- Anzeige (Amazon): Gebogene Bürste für den Spülrand → (kommt an die verkalkten Austrittsbohrungen)
- Anzeige (Amazon): Flexible Greifzange für sichtbare Fremdkörper →
Anschluss- und Ersatzteile
Neuware ist bei Standardmaßen die erste Wahl. Bei älteren Keramiken, abgekündigten Serien und Spülkästen aus den 1980er bis 2000er Jahren finden Sie das passende Teil häufiger im Gebraucht- und Restpostenmarkt – dort landen Restbestände aus Sanitärbetrieben und Einzelteile aus Rückbauten.
- Anzeige (Amazon): Abgangsmanschette und Anschlussstutzen → (Abgangsart und Nennweite vorher am Bestand abmessen)
- Anzeige (eBay): Spülrohre und Spülkasten-Teile für ältere Modelle → (Modellbezeichnung von der Keramik oder vom Kastendeckel in die Suche aufnehmen)
- Anzeige (eBay): WC-Sitze und Scharniersätze → (Lochabstand und Schüssellänge messen, sonst passt es nicht)
- Anzeige (Amazon): Befestigungssatz mit Schrauben und Dichtungen → (gehört bei jeder Demontage vorher ins Haus)
- Anzeige (Amazon): Sanitärsilikon für die Fuge nach dem Wiedereinbau → (Anleitung dazu unter Silikonfuge erneuern)
Ehrlich bleibt ehrlich: Ein chemischer Rohrreiniger ließe sich hier problemlos verlinken – wir tun es nicht, weil er in dieser Anwendung selten wirkt und die Folgearbeit gefährlich macht. Und wenn eine Keramik von innen so stark verkalkt ist, dass der Querschnitt dauerhaft verengt bleibt, ist wiederholtes Reinigen die falsche Antwort: Dann ist der Austausch der Schüssel die sinnvollere Entscheidung. Die Kriterien dafür stehen unter Reparieren oder neu kaufen.
Typische Folgefehler – was beim Selbermachen schiefgeht
- Nachgespült, weil es doch noch abläuft. Der Klassiker – und der Grund für die meisten überschwemmten Bäder.
- Mit der Saugglocke auf einen Fremdkörper gepumpt. Danach sitzt er tiefer und fester, und die Demontage wird unausweichlich.
- Glasur mit Draht oder ungeschützter Spirale zerkratzt. Die Riefen werden zum dauerhaften Ansatzpunkt für neue Ablagerungen – der nächste Pfropf kommt schneller.
- Kochendes Wasser eingegossen. Aus einer Verstopfung wird ein Keramikriss oder eine verformte Abgangsverbindung.
- Rohrreiniger eingefüllt und dann gepumpt. Die Lauge spritzt beim ersten Stoß aus der Schüssel. Ohne Schutzbrille sind das Augenverletzungen.
- Silikonfuge nach der Demontage vergessen. Ohne saubere Fuge läuft Wischwasser unter die Keramik und der Boden nimmt Schaden – ein Fall für unsere Anleitung Silikonfuge erneuern.
- Befestigungsschrauben zu fest angezogen. Keramik verzeiht kein Überdrehen; ein Haarriss am Schraubenauge wächst über Wochen weiter.
Abbruchkriterien: woran Sie erkennen, dass hier Schluss ist
- Das WC drückt hoch, wenn anderswo Wasser abläuft. Dann arbeiten Sie am falschen Ende der Leitung.
- Es tritt Abwasser am Boden oder aus einem Bodenablauf aus. Rückstau ist ein Hygiene- und Bausubstanzthema, kein Reinigungsthema.
- Ein Fremdkörper sitzt fest und ist weder greifbar noch mit der Spirale zu fassen.
- Sie hätten vor Arbeitsbeginn chemischen Rohrreiniger eingefüllt, der jetzt in der Schüssel steht. Nicht hineinfassen, nicht pumpen – abpumpen oder abschöpfen lassen.
- Die Keramik zeigt einen Riss oder Wasser tritt an der Verbindung zur Wand aus.
- Sie müssten das WC demontieren und haben weder Ersatzdichtungen noch eine zweite Person zur Hand.
- Es ist der dritte Vorfall in kurzer Zeit. Dann liegt eine Ursache vor, die eine Kamerabefahrung klärt und kein Werkzeug aus dem Bad.
Was der Fachbetrieb anders macht
Ein Rohrreinigungsbetrieb hat drei Dinge, die im Haushalt fehlen. Erstens die Motorspirale: ein angetriebenes Gerät mit auswechselbaren Köpfen – Bohrkopf, Kreuzblatt, Räumschaufel –, das Verzopfungen aufreibt und Wurzeleinwuchs schneidet, mit einer Drehmomentbegrenzung, die verhindert, dass sich die Spirale in der Leitung aufwickelt. Zweitens die Kanalkamera: Sie zeigt, ob es sich um einen Pfropf, eine Muffenversetzung, einen Rohrbruch oder einen Wurzeleinwuchs handelt – und damit, ob Reinigen überhaupt die richtige Antwort ist. Drittens die Hochdruckspülung vom Fahrzeug aus, die Ablagerungen bis zur Rohrwand entfernt, statt nur einen Kanal durch den Pfropf zu bohren.
Umgekehrt gilt: Schritt 1 bis 3 dieser Seite macht der Fachbetrieb genauso – und rechnet die Anfahrt ab. Genau deshalb lohnt die Eigenarbeit, solange die Verstopfung im Keramikbogen sitzt.
Wann der Fachbetrieb übernehmen sollte
Drückt das WC hoch, sobald Waschbecken oder Dusche laufen, oder sind mehrere Abflüsse gleichzeitig betroffen, sitzt die Verstopfung tiefer in der Fall- oder Grundleitung – dort arbeitet die Rohrreinigungsfirma mit Motorspirale und Kamera. Worauf Sie bei der Beauftragung achten sollten – örtlicher Betrieb mit vollständiger Anschrift, Anfahrt und Stundensatz vor Beginn erfragen, keine anonymen Notdienst-Anzeigen –, steht im Abfluss-Guide. Auch festsitzende Fremdkörper und jede WC-Demontage gehören in Fachhände.
Im Mehrfamilienhaus kommt ein zweiter Punkt dazu: Verstopfungen in Fall- und Grundleitungen betreffen das Gemeinschaftseigentum. Informieren Sie Vermieter oder Hausverwaltung, bevor Sie selbst einen Betrieb bestellen – wer eigenmächtig beauftragt, bleibt im Zweifel auf der Rechnung sitzen, obwohl die Ursache gar nicht in der eigenen Wohnung lag.