WC-Spülkasten läuft nach – die Ursache finden und beheben
Ein leises, ständiges Rinnsal in der Schüssel ist kein Schönheitsfehler: Es verschwendet mehrere hundert Liter Trinkwasser am Tag. Die gute Nachricht: Im Spülkasten arbeiten nur zwei Baugruppen – und beide sind als Ersatzteil konstruiert. Mit der richtigen Prüf-Reihenfolge ist die Ursache in fünf Minuten gefunden.
Schritt 1: Deckel öffnen und die Ursache eingrenzen
Beim Aufputz-Spülkasten lässt sich der Deckel abheben oder nach Lösen des Drückerknopfs abnehmen. Beim Unterputz-Kasten öffnet die Betätigungsplatte den Zugang: Platte abnehmen (meist geclipst oder mit verdeckten Schrauben), dahinter liegt die Revisionsöffnung.
- Wasser steht normal hoch, rinnt aber in die Schüssel: Das Ablaufventil unten – die Heberglocke – schließt nicht dicht. Weiter mit Schritt 2.
- Wasser steigt bis zum Überlaufrohr und läuft dort hinein: Das Füllventil schaltet nicht ab. Weiter mit Schritt 3.
Schritt 2: Heberglocke ausbauen, entkalken oder Dichtung tauschen
Vor dem Ausbau das Eckventil (der kleine Absperrhahn an der Zuleitung) schließen und einmal spülen, damit der Kasten leer ist. Die Heberglocke sitzt in der Kastenmitte und lässt sich bei den meisten Systemen mit einer Vierteldrehung entriegeln und nach oben herausnehmen.
- Dichtung prüfen: Die große Gummidichtung an der Unterseite ist der Klassiker – verkalkt, verhärtet oder eingelaufen schließt sie nicht mehr plan auf dem Ventilsitz.
- Entkalken: Glocke und Ventilsitz in warmem Wasser mit Zitronensäure einlegen, Kalkränder abwischen. Oft genügt das bereits.
- Tauschen: Verhärtete Dichtungen ersetzen – als Einzeldichtung oder gleich als komplette Heberglocke passend zum Hersteller. Auch den Ventilsitz im Kasten sauber abwischen: Ein einzelnes Kalkkorn genügt für ein Rinnsal.
Ersatzteil & Werkzeug
- Anzeige: Heberglocke bzw. Dichtung passend zum Hersteller → (Hersteller steht auf Deckel-Innenseite oder Glocke)
- Anzeige: Zitronensäure zum Entkalken →
Schritt 3: Füllventil und Schwimmer prüfen
Läuft das Wasser über das Überlaufrohr ab, schließt das Füllventil nicht rechtzeitig. Drei Ursachen in absteigender Häufigkeit:
- Füllhöhe zu hoch eingestellt: An fast allen Ventilen sitzt eine Einstellschraube oder ein Schieber für den Wasserstand – so justieren, dass der Pegel zwei bis drei Zentimeter unter der Überlaufkante endet.
- Ventil verkalkt oder Membran verschlissen: Das Ventil schließt zäh oder gar nicht mehr. Membran-Sets gibt es für gängige Ventile; oft ist das komplette Füllventil die dauerhaftere Lösung – es kostet wenig und ist in Minuten getauscht (Eckventil schließen, Zulauf abschrauben, Ventil entnehmen).
- Schwimmer klemmt: Prüfen, ob der Schwimmer frei beweglich ist und nicht an Kastenwand oder Spülrohr streift.
Ersatzteil
- Anzeige: Füllventil (Universal oder herstellergleich) → (Seitlicher oder Boden-Anschluss? Vor Bestellung prüfen)
Wann der Fachbetrieb übernehmen sollte
Wenn sich das Unterputz-System nicht identifizieren lässt, Halterungen spröde sind oder das Eckventil sich nicht mehr schließen lässt (dann fehlt Ihnen die Absperrung für jede weitere Arbeit), gehört der Auftrag in Fachhände. Ein festsitzendes oder tropfendes Eckventil ist ohnehin ein Fall für den Installateur – es ist Teil der Trinkwasser-Installation, und an der endet die Selbsthilfe.