Wasserhahn tropft – Kartusche und Dichtung wechseln
Ein tropfender Hahn nervt nicht nur: Tropfen für Tropfen summiert sich das übers Jahr auf tausende Liter. Die Reparatur gehört zu den dankbarsten Arbeiten im Haus – das Dichtelement im Inneren ist ein Verschleißteil und in einer halben Stunde getauscht. Entscheidend ist nur, welche Bauart Sie vor sich haben.
Schritt 1: Wasser absperren und Bauart bestimmen
- Absperren: Eckventile unter dem Becken schließen (Warm und Kalt!) oder den Absperrhahn der Wohnung. Danach den Hahn öffnen, bis kein Wasser mehr kommt – das lässt den Restdruck ab.
- Einhebelmischer (ein Hebel für Menge und Temperatur): Im Inneren arbeitet eine Keramik-Kartusche – weiter mit Schritt 2.
- Zweigriff-Armatur (getrennte Griffe für Warm und Kalt): Unter jedem Griff sitzt ein Ventiloberteil mit Dichtung – weiter mit Schritt 3. Tropft es nur bei einem Griff, ist auch nur dieses Ventil fällig.
Abfluss zustöpseln oder ein Tuch ins Becken legen – die kleinen Schrauben und Ringe verschwinden sonst zielsicher im Siphon.
Schritt 2: Kartusche im Einhebelmischer tauschen
- Abdeckkappe (rot-blauer Punkt) am Hebel heraushebeln, dahinter die Madenschraube lösen, Hebel abziehen.
- Zierkappe abschrauben, darunter die große Überwurfmutter mit der Wasserpumpenzange lösen – Kunststoffbacken oder ein Tuch schützen das Chrom.
- Alte Kartusche herausnehmen, Sitz reinigen und entkalken, neue Kartusche lagerichtig einsetzen (Führungsstifte!), Mutter handfest plus eine Vierteldrehung anziehen.
- Eckventile langsam öffnen und die Armatur auf Dichtheit beobachten, erst dann alles verschließen.
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Schritt 3: Ventiloberteil der Zweigriff-Armatur abdichten
- Griff abnehmen (Kappe heraushebeln, Schraube lösen), darunter das Ventiloberteil mit dem Maulschlüssel herausschrauben.
- Die Gummidichtung am unteren Ende ist das Verschleißteil: ersetzen oder gleich das komplette Ventiloberteil tauschen – bei verschlissenem Gewinde die dauerhaftere Wahl.
- Ventilsitz im Armaturenkörper prüfen: Ist er rau oder ausgewaschen, dichtet auch eine neue Dichtung nicht dauerhaft – dann ist die Armatur am Lebensende.
Wann der Fachbetrieb übernehmen sollte
Wenn die Eckventile sich nicht mehr schließen lassen oder selbst tropfen, fehlt die Absperrung – deren Tausch ist Arbeit an der Trinkwasser-Installation und gehört ins Installateur-Handwerk. Dasselbe gilt für festgefressene Verschraubungen, die sich nur mit Gewalt lösen ließen: Ein abgerissener Armaturenkörper aus der Wand ist ein Wasserschaden mit Ansage. Hier gilt unser Grundsatz aus der Werkstatt: lieber eine ehrliche Grenze als ein teurer Folgeschaden.