Bosch & Siemens Waschmaschine reparieren – Codes, Bauart, Teile
Bosch und Siemens sind technisch fast dieselbe Maschine: Beide Marken gehören zur BSH-Gruppe, teilen sich Plattformen, Bauteile und das komplette Fehlercode-System. Was hier steht, gilt deshalb auch für Neff und Constructa. Diese Seite bündelt, was Sie an einer BSH-Maschine wirklich brauchen: die Bedeutung der F-Codes, die Bauart-Eigenheiten dieser Geräte, die Messwerte für die Prüfung – und den Weg zum passenden Ersatzteil über E-Nummer, Index und FD-Nummer.
Was hinter BSH steckt – und warum das Ihre Reparatur erleichtert
Hinter Bosch und Siemens steht ein gemeinsamer Hersteller, die BSH-Gruppe, zu der auch Neff, Constructa und Gaggenau gehören. Die Geräte entstehen auf gemeinsamen Plattformen: Laugenbehälter, Laugenpumpen, Türschlösser, Drucksensoren und Steuerungsfamilien werden markenübergreifend verwendet. Unterschiedlich sind vor allem Bedienblende, Programmnamen und Ausstattungsdetails.
Für Sie hat das drei Konsequenzen. Erstens gilt jede Anleitung für die eine Marke fast immer auch für die andere. Zweitens finden Sie Ersatzteile häufig unter beiden Markennamen – ein Teil, das als Siemens-Teil gelistet ist, kann exakt das sein, was Ihre Bosch-Maschine braucht. Drittens ist der Gebrauchtteilemarkt größer, als er auf den ersten Blick wirkt, weil Spendergeräte beider Marken in Frage kommen. Verbindlich bleibt in allen drei Fällen die Nummer vom Typenschild, nicht der Schriftzug auf der Blende.
Die Typbezeichnung selbst verrät bereits die Gerätegattung. Die folgende Systematik hilft, wenn Sie ein Gerät zuordnen oder ein Teileangebot einschätzen wollen:
| Kürzel am Anfang der Typnummer | Gerätegattung | Beispielhafte Reihen |
|---|---|---|
| WA…, WG…, WM… | Waschmaschine, Frontlader, freistehend | Bosch WAN/WAT/WAV/WGG, Siemens WM14…/WM16… |
| WU…, WI… | Waschmaschine für Unterbau oder Einbau | flachere Bauhöhe, Nischenmaß beachten |
| WO… | Toplader | Trommel seitlich gelagert, Sieb hinter schmaler Blende |
| WT…, WQ… | Wäschetrockner | siehe Bosch- und Siemens-Trockner |
| WK…, WN… | Waschtrockner (Wasch-Trocken-Kombination) | Wasch- und Trockenteil in einem Gehäuse |
| SM…, SN…, SR… | Geschirrspüler | siehe BSH-Geschirrspüler |
Typenschild richtig lesen: E-Nummer, Index, FD-Nummer
Das Typenschild einer BSH-Waschmaschine klebt fast immer im Türrahmen hinter der geöffneten Tür, zusätzlich häufig an der Geräterückseite und hinter der Sockelklappe. Es trägt drei Angaben, die Sie alle drei brauchen:
- E-Nr. (Erzeugnisnummer): die eigentliche Modellkennung, etwa WAT28400 oder WM14T421. Sie benennt die Baureihe und die Ausstattung.
- Index hinter dem Schrägstrich: zwei Ziffern, etwa /09 oder /23. Sie bezeichnen den Baustand. Innerhalb einer E-Nummer wechseln über die Bauzeit Pumpenlieferanten, Steckerformen, Türschlösser und Elektronikstände. Wer den Index weglässt, bestellt in einem Teil der Fälle ein Bauteil, das äußerlich passt und mechanisch oder elektrisch nicht.
- FD-Nummer: das Fertigungsdatum in vier Ziffern – die ersten beiden für das Jahr, die letzten beiden für den Monat. Bis zur Ziffernfolge 99 addieren Sie 1920: FD 9905 bedeutet Mai 2019. Danach beginnt die Zählung wieder bei 00 für 2020, FD 0203 bedeutet also März 2022. Damit datieren Sie das Gerät zuverlässig, auch wenn niemand mehr weiß, wann es gekauft wurde.
Fotografieren Sie das Schild vollständig mit dem Telefon, bevor Sie das Gerät zurückschieben. Es ist die eine Information, die Sie bei jeder Bestellung, bei jeder Anfrage im Teilehandel und bei jedem Anruf beim Kundendienst wieder brauchen. Wie Sie mit dieser Nummer weitersuchen, steht ausführlich unter Ersatzteil finden.
Die BSH-Fehlercodes im Überblick
Ein Code beschreibt bei BSH fast immer das Symptom, nicht das defekte Bauteil: Die Steuerung meldet, dass ein erwarteter Zustand innerhalb eines Zeitfensters nicht eingetreten ist. F18 heißt also nicht Pumpe defekt, sondern es wurde nicht schnell genug abgepumpt. Diese Unterscheidung erspart Ihnen den teuersten Anfängerfehler, nämlich den Teiletausch auf Verdacht.
| Code | Was die Steuerung meldet | Erste Verdächtige, in dieser Reihenfolge |
|---|---|---|
| F16 / E16 | Tür nicht geschlossen oder nicht verriegelt | Wäsche im Türfalz, verbogener Schließhaken, Türgriff, Türschloss – ausführliche F16-Anleitung |
| F17 / E17 | Zulaufzeit überschritten | Wasserhahn nicht ganz offen, Knick im Zulaufschlauch, verkalktes Zulaufsieb, ausgelöster Aquastop, Magnetventil |
| F18 / E18 | Abpumpzeit überschritten | Flusensieb, Pumpenrad, Ablaufschlauch, Siphon, Druckschlauch – ausführliche F18-Anleitung |
| F19 | Heizzeit überschritten | verkalkter oder unterbrochener Heizstab, Heizrelais, in Einzelfällen zu niedrige Netzspannung |
| F20 | Heizung wird angesteuert, obwohl sie es nicht soll | klemmendes Heizrelais auf der Steuerung – Elektronikfall |
| F21 | Antrieb gestört, Motor dreht nicht wie erwartet | Kohlebürsten bei Bürstenmotoren, Tachogenerator, Motorkabel – ausführliche F21-Anleitung |
| F22 | Temperaturfühler meldet unplausiblen Wert | NTC-Fühler, Steckkontakt am Fühler, Kabelbruch |
| F23 / E23 | Wasser in der Bodenwanne, Wasserschutz ausgelöst | Türbalg unten, Schlauchschellen, Einspülkasten, Pumpentopf, Faltenschlauch – Leckstelle eingrenzen |
| F25 | Trübungssensor meldet unplausible Werte | verschmutzte oder verkalkte Sensorlinse, in der Folge endloses Spülen |
| F26 / F27 | Drucksensor beziehungsweise Druckwächter | zugesetzter oder gerissener Druckschlauch, Wassersack im Schlauch, Sensor |
| F29 / F31 | kein Wasserfluss erkannt / Wasserstand zu hoch | Zulaufweg beziehungsweise Niveauerfassung – erst Schlauch und Kammer reinigen |
| F34 / F36 | Türschloss verriegelt nicht sicher | Türschloss samt Kaltleiter, Verriegelungsmechanik, Ansteuerung |
| F42 / F43 | unzulässige Motordrehzahl / Motor dreht nicht | Antrieb, Tacho, Steuerung – ab hier Messarbeit |
| F63 / F67 | Funktionsschutz beziehungsweise Kodierfehler der Steuerung | Elektronikfall, kein Selbsthilfe-Thema |
Die vollständigen Prüf-Reihenfolgen markenübergreifend – auch für AEG, LG, Samsung und Miele – stehen in der Fehlercode-Übersicht für Waschmaschinen. Zeigt Ihre Maschine keinen Code, sondern nur ein Symptom, führt der Weg über die Symptomseiten weiter unten.
Bauart-Eigenheiten: was an einer BSH-Maschine anders ist
Die Physik ist bei allen Frontladern gleich, die Konstruktion ist es nicht. Diese fünf Punkte unterscheiden BSH-Geräte spürbar von anderen Marken und entscheiden darüber, wie aufwendig eine Reparatur wird.
1. Der Heizstab sitzt vorn
Bei den meisten BSH-Frontladern liegt der Heizstab vorn unten am Laugenbehälter. Der Zugang führt über Sockelblende und Frontblende, häufig muss dafür der Spannring der Türmanschette vorn gelöst werden. Andere Hersteller platzieren die Heizung hinten, wo die Rückwand der Zugang ist. Das ist mehr als eine Randnotiz: Bei BSH lässt sich die Heizung oft prüfen und tauschen, ohne das Gerät aus der Nische zu ziehen und zu drehen. Die Widerstandsmessung an einem Heizstab dieser Klasse ergibt bei intaktem Element einen Wert im niedrigen zweistelligen Ohm-Bereich – ein Element mit rund 1.900 Watt liegt rechnerisch bei etwa 28 Ohm. Zeigt das Messgerät unendlich, ist die Wendel unterbrochen. Zeigt es einen Durchgang vom Anschluss zum Metallmantel, hat das Element einen Körperschluss und muss sofort ersetzt werden.
2. Verschweißter oder geteilter Laugenbehälter
Ältere BSH-Maschinen haben einen geteilten, verschraubten Laugenbehälter: Er lässt sich öffnen, und die Trommellager sind einzeln tauschbar. Viele neuere Baureihen haben einen verschweißten Behälter. Dort gibt es das Lager nicht als Einzelteil – bei Lagerschaden wird die komplette Behältereinheit mit Trommel getauscht, ein Teil, das den Wert vieler Maschinen erreicht oder übersteigt. Das ist der wichtigste ehrliche Punkt dieser Seite: Ein rauer, mit der Schleuderdrehzahl ansteigender Lärm ist bei einem verschweißten Behälter meist das Ende der wirtschaftlichen Reparatur. Prüfen Sie deshalb vor jeder größeren Entscheidung, welchen Behältertyp Ihr Gerät hat – der Teilehandel zeigt es Ihnen anhand der E-Nummer. Die Abwägung dazu steht unter Reparieren oder neu kaufen.
3. Bürstenmotor oder bürstenloser Antrieb
Die einfacheren Serien arbeiten mit einem Universalmotor, der über einen Poly-V-Riemen auf eine große Riemenscheibe treibt. Er hat zwei Kohlebürsten, die sich abnutzen – sie sind ein klassisches Verschleißteil und Ursache für schwaches Drehen, Aussetzer beim Schleudern und F21. Die höheren Serien tragen den bürstenlosen Antrieb, den BSH als EcoSilence Drive führt. Dort gibt es keine Kohlen. Der Unterschied ist am offenen Gerät sofort erkennbar: Sitzen seitlich am Motor zwei federbelastete Kunststoffhalter mit Kabelanschluss, sind es Kohlen. Neue Kohlen sind je nach Motortyp etwa 30 bis 36 Millimeter lang; sind sie auf wenige Millimeter heruntergelaufen oder ist der Kollektor sichtbar riefig und dunkel eingebrannt, ist der Befund eindeutig. Tauschen Sie beide Kohlen immer paarweise und niemals einzeln.
4. Aquastop und Bodenwanne
BSH-Geräte mit Wasserschutz führen zwei Sicherungen: ein Magnetventil im Schlauchkopf direkt am Wasserhahn und eine Bodenwanne mit Schwimmer und Mikroschalter im Gerät. Sammelt sich Wasser in der Wanne, hebt der Schwimmer, der Schalter meldet, das Zulaufventil schließt und die Maschine pumpt dauerhaft ab – das ist der Zustand hinter F23. Wichtig für die Selbsthilfe: Ein ausgelöster Aquastop-Schlauch wird nicht repariert, sondern komplett getauscht, und die Bodenwanne trockenzulegen behebt nur das Symptom. Ohne gefundene Leckstelle kommt die Meldung wieder.
5. Flusensieb mit Notablauf
Hinter der Sockelklappe sitzt bei BSH neben dem Flusensieb ein kurzer, dünner Notablaufschlauch mit Kappe – ein Detail, das nicht jeder Hersteller bietet und das Ihnen bei einer vollen Trommel viel Ärger erspart. Nutzen Sie ihn immer vor dem Öffnen des Siebs. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu steht unter Waschmaschine pumpt nicht ab.
Zugang zum Innenraum – die richtige Reihenfolge
Wer an der falschen Stelle anfängt, zerlegt das halbe Gerät ohne Not. Diese Übersicht ordnet die üblichen Arbeiten dem jeweils kürzesten Weg zu:
| Bauteil | Zugang bei den meisten BSH-Frontladern | Werkzeug |
|---|---|---|
| Flusensieb, Pumpenrad, Notablauf | Sockelklappe vorn | flacher Schraubendreher zum Aufklipsen, Auffangschale |
| Laugenpumpe komplett | Sockelblende vorn, teils zusätzlich über den Geräteboden | Torx T20, Zange für Federbandschellen |
| Heizstab, NTC-Fühler | Front: Sockelblende, Frontblende, Spannring der Manschette lösen | Torx T20, Steckschlüssel für die zentrale Heizungsmutter |
| Türschloss | durch die Türöffnung nach Lösen des vorderen Spannrings | Torx T20, kleiner Schlitzschraubendreher für den Spannring |
| Kohlebürsten, Riemen, Tacho | Rückwand | Torx T20/T25, Kreuzschlitz PH2 |
| Drucksensor, Steuerung | Gerätedeckel nach hinten abziehen | Torx T20, Fotodokumentation der Steckerbelegung |
| Stoßdämpfer, Federn | Geräteboden nach Kippen auf die Seite | Steckschlüssel, zweite Person für das Kippen |
Zwei Punkte, die bei BSH regelmäßig übersehen werden. Erstens: Die vier Transportsicherungsschrauben an der Rückwand gehören beim Aufstellen heraus und bei jedem Umzug wieder hinein – bleiben sie beim Betrieb drin, arbeitet die Trommel starr gegen das Gehäuse und ruiniert Lager und Aufhängung. Die Schlüsselweite liegt je nach Baureihe meist bei 13 Millimetern. Zweitens: Der Gerätedeckel wird nicht nach oben abgehoben, sondern nach dem Lösen von zwei Schrauben an der Rückkante ein Stück nach hinten geschoben und dann angehoben. Wer ihn vorn hochhebelt, bricht die Führungsnasen.
Die typischen BSH-Schwachstellen, nach Häufigkeit sortiert
- Zugesetztes Flusensieb und blockiertes Pumpenrad (F18). Mit Abstand der häufigste Fall und in aller Regel kein Defekt. Bei täglichem Waschbetrieb gehört das Sieb alle zwei bis drei Monate gereinigt. Anleitung: Waschmaschine pumpt nicht ab.
- Türschloss mit Kaltleiter-Element (F16, F34, Tür bleibt zu). Das Schloss verriegelt elektrisch über ein Bimetall, das von einem Kaltleiter erwärmt wird; deshalb dauert das Entriegeln nach Programmende ein bis zwei Minuten. Ermüdet das Element, verriegelt die Maschine nicht mehr sicher oder gibt die Tür nicht frei. Das Schloss ist ein gängiges, gut tauschbares Teil. Was Sie bei verriegelter Tür sofort tun können, steht unter Waschmaschinen-Tür öffnet nicht.
- Kohlebürsten am Bürstenmotor (F21, schwaches Schleudern). Typisches Bild: Die Maschine wäscht noch, schafft aber die hohe Schleuderdrehzahl nicht mehr, oder der Fehler tritt erst nach längerem Lauf im warmen Zustand auf. Beide Kohlen paarweise tauschen, den Kollektor dabei sichten. Zusammenhänge unter Waschmaschine schleudert nicht.
- Eingerissene Türmanschette (F23, Wasser vorn am Sockel). Der Balg reißt fast immer im unteren Drittel ein, wo sich Restwasser und Fremdkörper sammeln. Prüfen Sie ihn mit umgeschlagener Lippe und Taschenlampe rundum. Ein Manschettentausch ist Geduldsarbeit mit zwei Spannringen, aber machbar.
- Verkalkter oder eingerissener Einspülkasten-Kanal (F23, Wasser oben). Wenn Waschmittel- und Weichspülerreste den Kanal zusetzen, läuft der Kasten über und das Wasser findet den Weg nach unten. Kasten herausziehen, Kammer und Kanal mit Bürste und heißem Wasser reinigen. Das ist zugleich die halbe Miete gegen Gerüche, siehe Waschmaschine stinkt.
- Müde Stoßdämpfer (Wandern und Poltern beim Schleudern). Erkennbar daran, dass die Trommel nach kräftigem Andrücken von Hand mehr als einmal nachwippt, statt gedämpft stehenzubleiben. Immer paarweise tauschen.
- Verkalkter Heizstab (F19, lauwarme Wäsche). In Regionen mit hartem Wasser und bei überwiegend niedrigen Waschtemperaturen setzt sich der Heizstab zu. Ein regelmäßiger Kochwäschegang ohne Beladung wirkt vorbeugend besser als jedes Zusatzmittel.
- Zugesetzter Druckschlauch zur Niveaudose (F26, endloses Programm). Der dünne Schlauch von der Druckkammer am Laugenbehälter zum Sensor verschlammt. Abziehen, durchspülen, trocken durchpusten und steigend ohne Wassersack wieder verlegen.
Ersatzteile und Werkzeug – welcher Weg wofür taugt
Für BSH-Reparaturen brauchen Sie zwei verschiedene Einkaufswege, und die Unterscheidung spart bares Geld und Nerven. Werkzeug und Verbrauchsmaterial sind Standardware, überall verfügbar und nicht modellabhängig. Geräteteile sind es nicht: Sie hängen an E-Nummer und Index. Neuware ist schnell da und passt bei aktuellen Baureihen zuverlässig; bei Geräten jenseits der acht bis zehn Jahre und bei Elektronikbaugruppen ist der Gebraucht- und Restpostenmarkt oft die einzige realistische Quelle – dort finden Sie auch komplette Spendergeräte derselben Baureihe.
Bei jedem Geräteteil gilt: E-Nummer und Index gehören in die Suche. Ohne sie bekommen Sie ein Teil, das äußerlich stimmt und im Detail nicht – falsche Stutzenlage an der Pumpe, andere Steckerform am Türschloss, abweichender Durchmesser am Faltenschlauch. Das Typenschild sitzt im Türrahmen, an der Rückwand und meist hinter der Sockelklappe.
Werkzeug und Verbrauchsmaterial
- Anzeige (Amazon): Torx-Satz T15 bis T25 für Blenden, Rückwand und Deckel →
- Anzeige (Amazon): Multimeter für Durchgang und Widerstand → (unverzichtbar für Heizstab, Kohlen und Pumpenwicklung)
- Anzeige (Amazon): Zange für Federbandschellen → (halbiert die Arbeitszeit an Pumpe und Faltenschlauch)
- Anzeige (Amazon): Steckschlüsselsatz für Transportsicherung und Heizungsmutter →
- Anzeige (Amazon): Entkalker und Maschinenreiniger für Trommel und Einspülkasten →
- Anzeige (Amazon): Handbuch zur Hausgeräte-Reparatur →
Ersatzteile für Bosch, Siemens, Neff und Constructa
Amazon führt die gängigen Verschleißteile als Neuware. eBay ist die stärkere Quelle für ältere Baureihen, für abgekündigte Teile und für Elektronik, weil dort auch Spendergeräte und Ausbauteile angeboten werden.
- Anzeige (Amazon): Laugenpumpe – Neuware → (E-Nummer und Index in die Suche aufnehmen, die Stutzenlage ist baureihenabhängig)
- Anzeige (eBay): Laugenpumpe – auch für ältere Baureihen →
- Anzeige (Amazon): Kohlebürsten für den Bürstenmotor → (Motortyp steht auf dem Motor-Typenschild, immer paarweise bestellen)
- Anzeige (eBay): Türschloss und Türverriegelung → (Steckerform und Anschlusszahl mit dem alten Teil vergleichen)
- Anzeige (eBay): Türmanschette und Spannring → (streng modellgebunden – ohne E-Nummer keine Bestellung)
- Anzeige (eBay): Heizstab mit Dichtung → (Leistung und Bauform je Baureihe unterschiedlich)
- Anzeige (eBay): Stoßdämpfer im Satz → (nie einzeln tauschen)
- Anzeige (eBay): Spendergeräte und Ausbauteile → (für Steuerelektronik und Motoren oft der einzige realistische Weg)
Ehrlich bleibt ehrlich: Bei einem Gerät mit verschweißtem Laugenbehälter und lautem Lagergeräusch führt der Teiletausch in eine Rechnung, die kaum aufgeht. Dasselbe gilt, wenn an einer Maschine jenseits der zwölf Jahre gleichzeitig Pumpe, Manschette und Dämpfer auffällig sind. Die Kriterien für diese Entscheidung stehen unter Reparieren oder neu kaufen und Zeitwertgerechte Reparatur.
Typische Folgefehler – was beim Selbermachen kaputtgeht
- Dichtring des Flusensiebs verdreht oder vergessen. Die Maschine pumpt danach wieder, verliert aber bei jedem Programm Wasser am Sockel – oft erst Wochen später am gewellten Bodenbelag bemerkt.
- Gerätedeckel vorn hochgehebelt. Er wird nach hinten geschoben. Wer vorn hebelt, bricht die Führungsnasen ab, und der Deckel sitzt nie wieder sauber.
- Spannring der Türmanschette falsch eingesetzt. Sitzt der Ring nicht in seiner Nut oder liegt die Ablauföffnung der Manschette nicht unten, läuft Wasser über die Frontblende – ein Fehler, der zuverlässig für neues F23 sorgt.
- Nur eine Kohlebürste getauscht. Die alte Kohle hat ein anderes Verschleißbild, der Kollektor wird ungleichmäßig belastet, das Ergebnis hält nicht lange.
- Überdehnte Federbandschelle wiederverwendet. Eine mit der Zange verzogene Schelle klemmt nicht mehr sauber; der Stutzen leckt unter Druck. Verzogene Schellen ersetzen, nicht zurückbiegen.
- Transportsicherungen nach dem Umzug nicht entfernt. Die Maschine läuft, klingt aber hart und zerstört auf Dauer Aufhängung und Lager.
- Maschine mit Restwasser gekippt. Wasser läuft über Einspülkasten und Entlüftung in Motorraum und Steuerung. Aus einer kurzen Reinigung wird ein Elektronikschaden.
Abbruchkriterien: woran Sie erkennen, dass hier Schluss ist
- Der Fehlerstromschutzschalter löst aus, sobald das Gerät Strom bekommt. Dann sitzt Feuchtigkeit dort, wo sie nicht hingehört. Nicht weiterarbeiten, messen lassen.
- Der Code lautet F63, F67 oder eine andere Elektronikmeldung. Für die Diagnose braucht es Schaltplan und Servicedokumentation zum Modell.
- Sie müssten die Steuerelektronik ausbauen oder auf einer Platine löten. Netzspannung auf einer offenen Leiterplatte ist eine Gefahrengrenze, keine Geschicklichkeitsfrage.
- Das Gerät hat einen verschweißten Laugenbehälter und ein Lagergeräusch. Rechnen Sie ehrlich, bevor Sie anfangen.
- Sie haben keinen sicheren Stand zum Kippen oder arbeiten allein. Eine Waschmaschine wiegt 60 bis 80 Kilogramm.
- Nach einem Teiletausch bleibt der Fehler. Dann war die Diagnose falsch – ein zweites Teil auf Verdacht macht es nicht besser.
Was der Fachbetrieb anders macht
Ein Hausgerätetechniker geht nicht grundsätzlich anders vor als Sie – er hat nur drei Dinge, die zu Hause fehlen. Erstens die Servicedokumentation zur konkreten E-Nummer mit Sollwerten für jedes Bauteil, sodass eine Messung eine Aussage liefert statt eines Gefühls. Zweitens den Servicemodus: Über eine baureihenabhängige Kombination aus Programmwählerstellung und gehaltener Taste lässt sich die Steuerung in einen Prüflauf versetzen, der einzelne Komponenten gezielt ansteuert und den Fehlerspeicher zeigt, der im Normalbetrieb unsichtbar bleibt. Drittens die Erfahrung mit der Baureihe – wer dieselbe Plattform zwanzigmal offen hatte, weiß, welcher Steckkontakt hier gern korrodiert.
Umgekehrt gilt: Flusensieb, Pumpenrad, Schlauchweg und Siphon prüft der Techniker genauso wie Sie – und rechnet die Anfahrt ab. Genau an dieser Stelle lohnt sich die Eigenarbeit wirklich. Wer lieber begleitet schraubt, findet in Reparatur-Initiativen und Repair-Cafés Werkzeug, Erfahrung und Anleitung.
Wie lange es Teile gibt – und warum das die Reparatur trägt
Seit März 2021 gilt für Waschmaschinen und Waschtrockner eine EU-Ökodesign-Verordnung, die Herstellern eine Ersatzteilverfügbarkeit von mindestens zehn Jahren nach dem letzten in Verkehr gebrachten Gerät eines Modells vorschreibt. Erfasst sind unter anderem Motor und Motorkohlen, Getriebe zwischen Motor und Trommel, Pumpen, Stoßdämpfer und Federn, Trommel und Trommelkreuz samt Lagern, Heizelemente, Rohre und Schläuche mit Ventilen, Filtern und Wasserschutz, Elektronikbaugruppen, Displays, Drucksensoren und Thermostate. Tür, Türscharnier, Dichtungen, Türverriegelung und Kunststoffteile wie der Einspülkasten müssen zusätzlich an Endkunden abgegeben werden – mit einer Lieferfrist von 15 Arbeitstagen.
Praktisch heißt das: Für Ihre BSH-Maschine gibt es länger Teile, als die meisten Menschen annehmen, und der Gebrauchtmarkt schließt die Lücke danach. Jede reparierte Maschine erspart die Rohstoffe, die Energie und die Arbeit einer kompletten Neuproduktion – die Argumente dazu stehen unter Reparieren und Nachhaltigkeit.