Der Ablaufweg: was zwischen Sumpf und Siphon liegt

Wer den Weg des Wassers kennt, sucht nicht mehr planlos. Ein Geschirrspüler pumpt nicht wie eine Waschmaschine aus einem großen Behälter ab, sondern aus einer flachen Mulde im Spülraumboden – dem Sumpf. Von dort führt eine kurze, aber überraschend verwinkelte Strecke nach draußen:

  1. Siebsystem im Spülraumboden. Meist dreiteilig: ein flaches Grobsieb, ein zylindrisches Feinsieb und ein feiner Mikrofilter darunter. Es hält Speisereste vom Sumpf fern und ist der erste Kandidat bei jedem Ablaufproblem.
  2. Pumpensumpf mit Umwälzpumpe und Ablaufpumpe. Die Umwälzpumpe treibt das Wasser zu den Sprüharmen, die Ablaufpumpe befördert es nach draußen. Zwei getrennte Bauteile mit völlig unterschiedlichen Fehlerbildern – wenn die Sprüharme nicht drehen, ist das ein anderes Thema, nachzulesen unter Geschirrspüler reinigt nicht richtig.
  3. Pumpenabdeckung mit Flügelrad. Unter dem Sieb sitzt eine meist weiße Kunststoffabdeckung. Dahinter liegt das Flügelrad der Ablaufpumpe – der Ort, an dem Glassplitter, Obstkerne, Zahnstocher und Etikettenreste hängenbleiben.
  4. Rückschlagventil. Eine kleine Klappe oder Membran im Auslass, die Rückfluss aus dem Abfluss verhindert. Verklebt sie mit Fett, fördert die Pumpe gegen eine geschlossene Tür.
  5. Ablaufschlauch mit Hochbogen. Der Schlauch muss hinter dem Gerät nach oben geführt und befestigt sein, typischerweise auf mindestens etwa 60 und höchstens rund 100 Zentimeter über dem Aufstellboden.
  6. Siphon-Anschluss unter der Spüle. Der Stutzen am Geruchsverschluss ist der engste Punkt der ganzen Strecke und sammelt Fett, Kaffeesatz und Flusen. Bei Neuanschlüssen sitzt hier oft noch die werkseitige Blindkappe.

Jede dieser sechs Stationen kann das Wasser aufhalten – und fünf davon prüfen Sie ohne Werkzeug oder mit einem Schraubendreher.

Symptom, Ursache, erster Prüfschritt

Diese Tabelle ordnet die Ursachen nach Häufigkeit. Arbeiten Sie strikt von oben nach unten: Wer mit der Pumpe anfängt, tauscht in vier von fünf Fällen ein funktionierendes Bauteil.

SymptomWahrscheinliche UrsacheErster PrüfschrittAufwand
Wasser steht über dem Sieb, Pumpe läuft hörbarSiebsystem zugesetzt oder falsch eingesetztSieb herausdrehen, abbürsten, korrekt einrasten15 Minuten
Pumpe brummt oder klackert, fördert nichtFremdkörper am Flügelrad, meist Glas oder ObstkernPumpenabdeckung abnehmen, Flügelrad von Hand drehen20 Minuten
Fehler direkt nach der letzten SiebreinigungPumpendeckel nicht eingerastet, Sieb schief eingesetztDeckel bis zum hörbaren Klick aufsetzen, Sieb neu eindrehen5 Minuten
Pumpe läuft normal, es kommt trotzdem nichts anRückschlagventil verklebt oder blockiertVentilklappe im Auslass sichten und freigängig machen25 Minuten
Gerät wurde kürzlich verschoben oder eingebautAblaufschlauch geknickt oder eingeklemmtSchlauchweg hinter dem Gerät komplett absuchen15 Minuten
Gerät hat seit dem Anschluss nie abgepumptBlindkappe im Siphon-Stutzen nicht entferntStutzen abziehen und durchsehen10 Minuten
Am Siphon läuft es über, Eimer-Test funktioniertHausabfluss verstopft, nicht das GerätSiphon zerlegen und mechanisch reinigen30 Minuten
Nach jedem Programm wieder Wasser im SumpfRückschlagventil hängt offen, Hochbogen fehltSchlauchführung und Ventil prüfen30 Minuten
Pumpe bleibt völlig stumm, Weg ist freiWicklung, Steckkontakt oder AnsteuerungWiderstand messen, Steckkontakt sichtenTechnikersache
Gerät pumpt dauerhaft, ohne dass Wasser drin istWasser in der Bodenwanne, Schwimmer hat ausgelöstAnderes Fehlerbild – Leckstelle suchensiehe E15 / i30

Sicherheit zuerst

Schritt 1: Spülraum entleeren

Ein Geschirrspüler hat keinen Notablaufschlauch – das Wasser muss von Hand heraus. Das dauert zehn Minuten und ist die Voraussetzung für alles Weitere, weil Sie den Sumpf sonst nicht sehen.

  1. Geschirr und unteren Korb herausnehmen. Das Geschirr ist ungespült – stellen Sie es gleich in die Spüle, statt es zurück in den Schrank zu räumen.
  2. Grob ausschöpfen. Ein flacher Becher, eine Schöpfkelle oder ein abgeschnittener Reinigerbehälter passt in den Sumpf. Umfüllen in einen Eimer, nicht direkt in die Spüle tragen – tropfendes Fettwasser auf dem Küchenboden ist rutschig.
  3. Rest aufsaugen. Ein Schwamm oder ein altes Handtuch holt die letzten Zentimeter aus der Mulde. Wer öfter an Hausgeräten arbeitet, macht sich mit einem kleinen Nasssauger das Leben deutlich leichter.
  4. Sumpf leuchten. Mit der Taschenlampe hineinsehen, bevor Sie hineinfassen. Glassplitter, Kirschkerne und abgeplatzte Emailleteile erkennt man so, statt sie zu ertasten.
  5. Boden trockenwischen. Erst wenn kein Wasser mehr nachläuft, geht es an das Sieb.

Wenn beim Ausschöpfen auffällt, dass das Wasser gar nicht trüb, sondern klar und kalt ist, hat das Gerät womöglich gar nicht gewaschen, sondern nur befüllt. Dann liegt das Problem eher auf der Zulaufseite oder beim Programmablauf – die Prüfkette dafür steht unter Geschirrspüler zieht kein Wasser.

Schritt 2: Siebsystem reinigen – die häufigste Ursache

Das Siebsystem ist bei allen Marken ähnlich aufgebaut und ohne Werkzeug zu zerlegen. Es setzt sich vor allem dann zu, wenn Geschirr sehr grob vorbeladen wird, wenn viel Fett anfällt oder wenn ausschließlich kurze Programme mit niedriger Temperatur laufen.

  1. Zylindersieb herausdrehen. Meist eine Vierteldrehung gegen den Uhrzeigersinn, dann lässt es sich nach oben herausziehen. Manche Modelle haben einen Bügel oder eine Griffmulde.
  2. Flachsieb und Mikrofilter herausnehmen. Das flache Sieb liegt darunter lose auf. Merken Sie sich die Einbaulage – ein Foto mit dem Telefon spart beim Zusammenbau Zeit.
  3. Unter fließendem Wasser abbürsten. Eine alte Zahnbürste oder eine Spülbürste reicht. Fettige Beläge lösen sich mit heißem Wasser und einem Tropfen Spülmittel. Halten Sie das Sieb gegen das Licht: Die Maschen müssen durchscheinend sein, nicht grau zugesetzt.
  4. Sumpf auswischen. Unter dem Sieb sammelt sich ein fettiger Schlamm aus Speiseresten, Kalk und Reinigerresten. Mit Küchenpapier auswischen, nicht in den Auslass schieben.
  5. Wieder einsetzen und einrasten. Das Flachsieb muss plan aufliegen, das Zylindersieb bis zum Anschlag eingedreht sein. Häufigster Folgefehler: ein schief eingesetztes Sieb – danach gelangen Speisereste direkt an die Pumpe und der Fehler kommt in kurzer Zeit zurück.

Als Gewohnheit gilt: Bei täglichem Betrieb gehört das Sieb wöchentlich kontrolliert und mindestens monatlich gründlich gereinigt. Das ist die wirksamste Vorbeugung gegen genau dieses Fehlerbild.

Schritt 3: Pumpenabdeckung, Flügelrad und Rückschlagventil

Ist das Sieb frei und es passiert immer noch nichts, liegt die Blockade eine Etage tiefer. Hier finden Sie die klassischen Fremdkörper – und hier entsteht auch der häufigste selbstverschuldete Fehler.

  1. Pumpenabdeckung abnehmen. Unter dem ausgebauten Sieb sitzt eine meist weiße Kunststoffabdeckung. Je nach Modell wird sie aufgeclipst, um eine Rastnase gedreht oder mit einer Torx-Schraube gehalten. Nicht mit Gewalt heraushebeln – der Kunststoff ist dünn und bricht an der Rastnase.
  2. Flügelrad prüfen. Darunter liegt das Flügelrad der Ablaufpumpe. Es muss sich mit leichtem Widerstand von Hand drehen lassen. Ein spürbares Rasten ist normal, ein hartes Blockieren nicht. Mit Handschuh und Taschenlampe rundherum abtasten: Glassplitter, Obstkerne, Zahnstocher, Etikettenreste und Zwiebelschalen sind die Klassiker.
  3. Rückschlagventil sichten. Im Auslass hinter oder neben dem Flügelrad sitzt eine kleine Klappe oder Membran. Sie muss sich leicht anheben lassen und von selbst wieder schließen. Verklebt sie mit Fett, reinigen Sie sie mit heißem Wasser und einer weichen Bürste. Ist die Membran eingerissen, verhärtet oder ausgeleiert, gehört sie ersetzt – bei vielen Modellen ist sie Teil des Pumpendeckels.
  4. Abdeckung bis zum hörbaren Klick einsetzen. Das ist der wichtigste Handgriff der ganzen Seite. Ein locker sitzender Pumpendeckel erzeugt das Fehlerbild selbst: Die Pumpe zieht Nebenluft und fördert nicht mehr. Wenn ein Gerät unmittelbar nach einer Siebreinigung aufhört abzupumpen, liegt es fast immer daran.
  5. Sieb wieder einsetzen und ein kurzes Programm bis zum Abpumpen laufen lassen. Zuhören: Ein sattes, gleichmäßiges Fördergeräusch von etwa 20 bis 40 Sekunden Dauer ist das Ziel.

Schritt 4: Ablaufschlauch, Hochbogen und Siphon

Läuft die Pumpe hörbar an, ohne dass beim Siphon Wasser ankommt, sitzt das Problem außerhalb des Geräts. Dieser Bereich wird beim Selbermachen am häufigsten übersehen, weil er nicht zum Gerät gehört – und weil man dafür den Unterschrank ausräumen muss.

  1. Knick-Kontrolle. Ein einziger scharfer Knick hinter dem Gerät genügt. Bei Einbaugeräten entsteht er typischerweise beim Zurückschieben nach einer Reinigung oder wenn ein Auszugskorb im Nachbarschrank den Schlauch quetscht. Ziehen Sie das Gerät für die Kontrolle so weit heraus, wie es die Zuleitungen zulassen – Türmontage und Sockelbefestigung vorher lösen.
  2. Hochbogen prüfen. Der Schlauch muss hinter dem Gerät nach oben geführt und dort befestigt sein, üblicherweise mindestens etwa 60 und höchstens rund 100 Zentimeter über dem Aufstellboden. Ist er lose heruntergefallen und liegt am Boden, entsteht ein Hebereffekt und das Wasser läuft unkontrolliert ab. Der genaue Wert steht in der Aufstellanleitung Ihres Modells.
  3. Schlauch innen kontrollieren. Nach Jahren mit fetthaltigem Spülwasser bildet sich innen ein schmieriger Belag, der den Querschnitt spürbar verengt. Schlauch am Siphon lösen, gegen das Licht durchsehen, mit heißem Wasser und einer flexiblen Bürste durchspülen. Ist er innen hart verkrustet, rissig oder an einer Knickstelle dauerhaft verformt, gehört er ersetzt.
  4. Siphon-Stutzen abschrauben. Eimer unterstellen. Der Anschlussstutzen am Spülensiphon ist der engste Punkt der Strecke und setzt sich mit Fett, Kaffeesatz und Haaren zu. Stutzen mechanisch reinigen, Geruchsverschluss abschrauben und ausspülen. Bei dieser Gelegenheit prüfen Sie gleich, ob der Siphon insgesamt frei ist – ein voller Geruchsverschluss meldet sich auch am Spülbecken durch langsames Ablaufen.
  5. Blindkappe suchen. Bei neuem Siphon, neuem Anschluss oder nach einem Umzug: Sitzt im Stutzen noch die werkseitige Kappe oder eine dünne Membran? Dann kann das Wasser nirgendwohin. Kappe abkneifen beziehungsweise Membran entfernen.
  6. Eimer-Test. Schlauchende in einen Eimer auf dem Küchenboden halten, kurzes Programm starten und das Abpumpen abwarten. Kommt jetzt kräftig Wasser, ist das Gerät in Ordnung und der Hausabfluss die Baustelle.

Ein Sonderfall, der überraschend oft vorkommt: Ist der Geschirrspüler zusammen mit der Waschmaschine an denselben Siphon angeschlossen oder teilt er sich ein Abflussrohr mit einem stark genutzten Spülbecken, kann Rückstau aus der Nachbarleitung das Fehlerbild erzeugen. Dann sind beide Geräte betroffen – ein Vergleich, der die Suche sofort in die richtige Richtung lenkt.

Schritt 5: Ablaufpumpe prüfen und tauschen

Erst jetzt ist die Pumpe an der Reihe. Sie ist ein kleiner Motor mit typischerweise etwa 30 Watt Leistungsaufnahme, der das Wasser gegen die Förderhöhe des Hochbogens nach draußen schiebt. Drei Befunde sind zu unterscheiden:

Befund beim AbpumpenWas dahinterstecktIhre Konsequenz
Pumpe brummt, fördert nichtFremdkörper am Flügelrad, dichtes Rückschlagventil, verschlissenes oder durchdrehendes FlügelradErst mechanisch prüfen; bleibt der Befund bei freiem Weg, Pumpe tauschen
Pumpe läuft kurz an und stopptFlügelrad wird nach dem Anlauf blockiert, meist ein harter FremdkörperFremdkörper entfernen, Flügelrad auf Beschädigung prüfen
Pumpe bleibt völlig stummWicklung unterbrochen, Steckkontakt korrodiert, Zuleitung oder AnsteuerungWiderstand messen; ohne Befund an der Pumpe ist es Elektronik – Technikersache
Pumpe fördert, aber sehr schwachFlügelrad angegriffen, Weg teilweise zugesetzt, Förderhöhe zu großSchlauchlänge und Hochbogen gegen die Aufstellanleitung prüfen

Die Wicklung messen: Netzstecker gezogen, Stecker von der Pumpe abgezogen, Multimeter auf Widerstandsmessung, an den beiden Anschlusskontakten der Pumpe messen. Die üblichen Ablaufpumpen mit Synchronmotor liegen im Bereich weniger hundert Ohm. Entscheidend ist nicht der exakte Wert, sondern die Aussage: Ein plausibler Widerstand bedeutet eine durchgängige Wicklung. Unendlich beziehungsweise kein Durchgang bedeutet Unterbrechung, nahezu null Ohm einen Windungsschluss – beides ist ein Tauschfall. Prüfen Sie im selben Zug den Steckkontakt am Kabelbaum auf Korrosion und Grünspan.

Wichtige Einschränkung: Bei neueren Geräten mit elektronisch geregelter Pumpe ist die Widerstandsmessung nicht aussagekräftig – dort steckt eine Ansteuerelektronik zwischen Steuerung und Motor, und ein gemessener Wert sagt nichts über die Funktion. Wenn Sie am Stecker mehr als zwei Kontakte finden, ist das ein deutlicher Hinweis darauf. Dann endet die Selbstdiagnose an dieser Stelle.

Der Tausch ist je nach Bauart unterschiedlich aufwendig. Bei vielen Modellen ist die Ablaufpumpe von oben durch den Spülraum erreichbar, sobald Sieb und Pumpenabdeckung ausgebaut sind – dann ist es eine Sache von 30 Minuten. Bei anderen muss das Gerät ausgebaut, entwässert und auf die Rückseite gelegt werden, um von unten an den Pumpentopf zu kommen. Praktische Punkte:

Der Sonderfall: Gerät pumpt dauerhaft

Ein Fehlerbild, das gern mit diesem hier verwechselt wird: Das Gerät lässt die Ablaufpumpe laufen, ohne dass Wasser im Spülraum steht, und nimmt kein Programm mehr an. Das ist kein Ablauffehler, sondern der ausgelöste Wasserschutz. Unter dem Spülraum liegt eine Bodenwanne mit einem Schwimmer; sammelt sich dort Wasser, hebt der Schwimmer, betätigt einen Mikroschalter, das Zulaufventil schließt und die Pumpe läuft dauerhaft, um Schaden zu begrenzen.

Die Bodenwanne trockenzulegen behebt nur das Symptom. Ohne gefundene Leckstelle kommt die Meldung wieder, sobald sich genug Wasser gesammelt hat. Die vollständigen Anleitungen dazu stehen unter Fehler E15 bei Bosch und Siemens und Fehler i30 bei AEG und Electrolux.

Nicht zu verwechseln ist beides mit dem Aquastop: Der sitzt als Magnetventil im Kopf des Zulaufschlauchs direkt am Wasserhahn und sperrt die Zufuhr. Ein ausgelöster Aquastop verhindert also, dass Wasser hineinkommt – nicht, dass es herauskommt. Wer bei einem Ablaufproblem am Aquastop sucht, sucht an der falschen Stelle.

Fehlercodes richtig lesen

Zeigt Ihr Gerät einen Code, beschreibt er den gestörten Kreis und nicht das defekte Bauteil. Für das Abpumpen sind diese Meldungen relevant:

HerstellerCodeBedeutung
Bosch, Siemens, Neff, ConstructaE24Ablaufweg gestört – Schwerpunkt Schlauch und Siphon
Bosch, Siemens, Neff, ConstructaE25Ablaufpumpe blockiert oder Pumpendeckel lose
Bosch, Siemens, Neff, ConstructaE15Wasser in der Bodenwanne – anderes Fehlerbild, erst Leck suchen
AEG, Electrolux, Zanussii20Ablauffehler, identische Ursachenkette
AEG, Electrolux, Zanussii30Wasserschutz ausgelöst, Bodenwanne
MieleKlartextMeldung wie Abfluss prüfen oder Zulauf-/Ablauf prüfen
Bauknecht, Whirlpool, BekoBlink- oder Buchstabencodemodellabhängig, in der Übersicht nachschlagen

Die vollständige Übersicht mit Prüf-Reihenfolgen steht unter Geschirrspüler-Fehlercodes. Die Einzelseite zu E24 und E25 bei Bosch und Siemens geht speziell auf die BSH-Ablauffamilie ein.

Marken- und Bauartunterschiede

Der Aufbau ist bei allen Herstellern ähnlich, die Zugänge und Bezeichnungen sind es nicht. Diese Übersicht spart Suchzeit:

MarkeZugang und BesonderheitTypenschild-Kennung
Bosch, Siemens, Neff, ConstructaZylindersieb mit Vierteldrehung, weiße Pumpenabdeckung darunter, Rückschlagventil im Deckel integriertE-Nr. plus FD-Nummer
AEG, Electrolux, ZanussiSieb mit Bügel, Pumpenabdeckung teils verschraubt; Ablaufpumpe häufig von oben erreichbarPNC plus ENR und Seriennummer
MieleRobustes Siebsystem mit Kombifilter, Klartextmeldungen statt Codes, servicefreundlicher AufbauM.-Nr. plus Typ
Bauknecht, WhirlpoolSieb mit Drehgriff, Pumpenzugang teils nur von unten nach Ausbau des Gerätszwölfstelliger Servicecode
Beko, GrundigEinfaches Siebsystem, Pumpe meist von unten; Blindkappe am Siphon besonders häufig übersehenModell- und Produktnummer
Teilintegriert und vollintegriertVor dem Herausziehen Türfront und Sockelbefestigung lösen, sonst reißt die MöbelfrontTypenschild immer im Türfalz

Markenspezifische Anleitungen finden Sie unter Bosch- und Siemens-Geschirrspüler, AEG und Electrolux sowie Miele-Geschirrspüler.

Typische Folgefehler – was beim Selbermachen kaputtgeht

Abbruchkriterien: woran Sie erkennen, dass hier Schluss ist

Selbsthilfe ist kein Selbstzweck. An diesen Punkten hören Sie auf:

Was der Fachbetrieb anders macht

Ein Gerätetechniker geht nicht grundsätzlich anders vor – er hat nur drei Dinge, die Sie zu Hause nicht haben. Erstens die Servicedokumentation zum konkreten Modell mit Sollwerten für jedes Bauteil, sodass eine Messung eine Aussage liefert statt einer Einschätzung. Zweitens den Servicemodus: Fast alle Geschirrspüler lassen sich über eine Tastenkombination in ein Prüfprogramm versetzen, das einzelne Komponenten gezielt ansteuert – Zulaufventil, Umwälzpumpe, Heizung, Ablaufpumpe – und dabei einen Fehlerspeicher ausliest, der im Normalbetrieb unsichtbar bleibt. Drittens die Erfahrung mit der Baureihe: Wer dieselbe Gerätefamilie zwanzigmal offen hatte, weiß, welcher Steckkontakt dort gern korrodiert und welcher Pumpendeckel sich nur mit einem bestimmten Griff wieder verriegeln lässt.

Umgekehrt gilt: Die Schritte 1 bis 4 dieser Seite macht der Techniker genauso – und rechnet die Anfahrt ab. Genau deshalb lohnt die Eigenarbeit an dieser Stelle wirklich. Und wenn Sie ihn doch rufen, verkürzen Ihre erledigten Prüfschritte den Einsatz spürbar: Nennen Sie am Telefon den Fehlercode, die E-Nummer vom Typenschild und in einem Satz, was Sie bereits geprüft haben.

Ersatzteile und Werkzeug – und wo Sie was besser kaufen

Für dieses Fehlerbild gibt es zwei getrennte Einkaufswege. Werkzeug und Verbrauchsmaterial sind Standardware und schnell verfügbar. Geräteteile sind modellabhängig – bei älteren Baureihen, für die der Hersteller nichts mehr führt, ist die Auswahl im Gebraucht- und Restpostenmarkt oft größer.

Bei jedem Geräteteil gilt: Die E-Nummer beziehungsweise Typenschild-Nummer gehört in die Suche. Ohne sie bekommen Sie ein Teil, das äußerlich passt und mechanisch nicht – falsches Bajonett, falsche Stutzenlage, falscher Stecker. Das Typenschild sitzt beim Geschirrspüler im Türfalz an der Innenkante der geöffneten Tür. Wie Sie die Nummer lesen und daraus die richtige Bestellung ableiten, steht unter Ersatzteil finden.

Ersatzteile

Neuware ist schnell da; bei älteren oder abgekündigten Modellen finden Sie das passende Teil aber häufiger im Gebraucht- und Restpostenmarkt. Beide Wege lohnen den Vergleich.

Ehrlich bleibt ehrlich: Wenn an einem zwölf Jahre alten Gerät gleichzeitig Ablaufpumpe, Umwälzpumpe und Türdichtung auffällig sind, ist der Teiletausch keine sinnvolle Entscheidung mehr. Welche Kriterien dabei wirklich zählen, steht unter Reparieren oder neu kaufen und Zeitwertgerechte Reparatur.

Vorbeugen: was diesen Fehler gar nicht erst entstehen lässt

Wann der Fachbetrieb übernehmen sollte

Ehrliche Grenze: Wenn Siebsystem, Pumpendeckel, Flügelrad, Rückschlagventil, Ablaufschlauch und Siphon frei sind und das Gerät dennoch nicht fördert, führt der Weg über Servicemodus, Schaltplan und Messung an der Steuerung – klassische Fehlersuche für den Kundendienst. Dasselbe gilt bei Wasser unter dem Gerät, ausgelöstem Fehlerstromschutzschalter, wiederkehrender Leckage-Meldung ohne auffindbare Quelle und immer dann, wenn das Gerät zur Reparatur aus der Küchenzeile ausgebaut werden müsste.

Der Hersteller-Kundendienst oder ein freier Hausgerätetechniker vor Ort ist dann die richtige Adresse. Unterstützung mit Erfahrung und Werkzeug bieten außerdem Repair-Cafés, in denen Sie unter Anleitung selbst schrauben – für ein Küchengerät, das sich transportieren lässt, ist das oft der lohnendste Weg.

Und ein Gedanke über den Einzelfall hinaus: Ein Geschirrspüler, dessen Ablaufpumpe getauscht wird, läuft danach oft noch viele Jahre. Der ökologische Unterschied zwischen einer Reparatur und einem Neugerät ist erheblich – die Argumente dazu stehen unter Reparieren und Nachhaltigkeit.

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