Warum es diese Verwechslungen überhaupt gibt

Beim Auto ist der Fall geregelt. Diagnosebuchse und Protokoll sind vorgeschrieben, und ein erheblicher Teil der Fehlercodes ist herstellerübergreifend festgelegt: Ein P0171 bedeutet an jedem Fabrikat dasselbe, weil die Nummer nicht dem Hersteller gehört, sondern der Norm. Erst jenseits dieses gemeinsamen Bestands beginnen die herstellereigenen Nummernkreise.

Für Hausgeräte existiert nichts Vergleichbares. Es gibt keine gemeinsame Schnittstelle, kein gemeinsames Protokoll und vor allem keine gemeinsame Nummernvergabe. Jeder Hersteller ordnet die Kürzel seiner eigenen Steuerungssoftware zu. Dabei entstehen Systeme, die für sich genommen sauber und logisch sind – bei Electrolux nennt die Zehnerstelle den Kreis, bei Samsung endet fast jeder Code auf einen Buchstaben, bei Bosch läuft eine durchgehende Nummernreihe – die aber untereinander nichts miteinander zu tun haben.

Dazu kommt eine zweite Ebene, die noch häufiger übersehen wird: Viele Hersteller vergeben ihre Nummern je Geräteart neu. Die Waschmaschinen-Reihe und die Geschirrspüler-Reihe eines Hauses sind zwei getrennte Nummernkreise, die zufällig dieselben Zahlen benutzen. Genau dort entstehen die Fälle, in denen sich eine Marke gegen sich selbst stellt.

Und drittens verschiebt sich alles über die Zeit. Samsung hat die Endung der Codes von E auf C umgestellt, Bosch zeigt je nach Baujahr und Anzeigetyp ein F oder ein E vor derselben Ziffer, und einzelne Sondermodelle belegen eine Nummer abweichend von der Hauptreihe. Deshalb bleibt am Ende jeder Recherche die Gebrauchsanweisung zur eigenen Gerätenummer verbindlich.

Die Regel: drei Angaben, nicht eine

Wer einen Code nachschlägt, sucht in aller Regel nach dem Code allein. Das ist der eigentliche Fehler, denn ein Code ohne Marke und ohne Geräteart ist kein Suchbegriff, sondern ein Zufallsgenerator. Die tragfähige Reihenfolge lautet:

  1. Die Marke sichern – am Typenschild, nicht am Logo. Auf der Front steht der Markenname, im Türrahmen steht die Wahrheit. Das ist besonders bei Handelsmarken und bei Geräten aus Gruppen mit mehreren Marken wichtig: Bosch, Siemens, Neff und Constructa laufen auf derselben Plattform, AEG, Electrolux und Zanussi ebenfalls, Bauknecht, Whirlpool und Privileg ebenfalls. Innerhalb einer Gruppe dürfen Sie übertragen. Zwischen zwei Gruppen nie.
  2. Die Geräteart sichern. Klingt banal und ist die zweithäufigste Fehlerquelle, weil Suchmaschinen einen bloßen Code gern mit der falschen Geräteart beantworten. „E18“ ohne Zusatz führt zuverlässig auf Waschmaschinen-Seiten, auch wenn ein Geschirrspüler davorsteht.
  3. Die Gerätenummer notieren. Sie entscheidet am Ende über die verbindliche Liste und über jedes Ersatzteil.
  4. Erst dann den Code nachschlagen – und zwar in einer Quelle, die alle drei Angaben führt.
HerstellerMaßgebliche NummerWo sie steht
Bosch, Siemens, Constructa, NeffE-Nummer, ergänzt um das FD-DatumTypenschild im Türrahmen bei geöffneter Tür, zusätzlich auf der Rückwand
AEG, Electrolux, ZanussiPNC-Nummer, oft mit ELC- oder SeriennummerAufkleber im Türrahmen oder hinter der Sockelklappe am Flusensieb
MieleM.-Nr. mit FabrikationsnummerTypenschild im Türrahmen oder an der Geräterückseite
LG, SamsungModellnummer und SeriennummerTürrahmen, teils zusätzlich hinter der Sockelklappe
Beko, Blomberg, GrundigModell- und ProduktcodeTürrahmen oder Rückwand
Bauknecht, Whirlpool, PrivilegModellcode und ServicenummerTürrahmen, teils unter dem Deckel

Fotografieren Sie das Typenschild einmal mit dem Telefon ab und legen Sie das Bild ab. Sie brauchen die Nummer bei der Teilesuche, beim Anruf beim Kundendienst und beim Herunterladen der Gebrauchsanweisung immer wieder. Wie die Nummernlogik im Einzelnen funktioniert, steht unter Ersatzteil finden.

Der Fall, der diese Seite ausgelöst hat: AE

Zwei Buchstaben, zwei Hersteller, zwei gegenläufige Anweisungen. Bei LG meldet AE eine erkannte interne Undichtigkeit – im Gerät ist Wasser dort, wo keines sein soll. Bei Samsung ist AE ein Kommunikationsfehler zwischen den Baugruppen, und Samsung sieht dafür ausdrücklich vor, das Gerät kurz stromlos zu machen und neu zu starten.

Diese Anweisung ist an einem Samsung-Gerät richtig und an einem LG-Gerät der falscheste denkbare Griff. Denn ein Neustart bedeutet: Das Programm setzt neu an, das Zulaufventil öffnet, und die Maschine pumpt frisches Wasser in ein Gehäuse, aus dem gerade welches austritt. Aus einer undichten Schlauchschelle wird auf diesem Weg ein Wasserschaden im Estrich – und wenn das Wasser die Elektronik erreicht, aus einem Schlauchschaden ein Elektronikschaden.

Dieselbe Falle steht ein zweites Mal auf dieser Liste, nur mit vertauschten Marken: LE. Bei LG meldet LE die blockierte oder überlastete Trommel, und die LG-Liste sieht dafür vor, die Beladung zu verringern, Fremdkörper zu entfernen und das Gerät fünf Minuten stromlos zu machen. Bei Samsung gehört LE dagegen zur Gruppe Feuchtigkeit und Wasserstand – zusammen mit LC, 1C und 1E. Wer an einem Samsung-Gerät die LG-Zeile abarbeitet, macht also wieder genau das, was bei einer Feuchtigkeitsmeldung nicht passieren darf: neu starten. Auch hier gilt zuerst Strom trennen und Hahn schließen, nicht Wäsche umschichten.

Die Gegenrichtung ist harmloser, kostet aber trotzdem: SE ist bei LG ein Sensorfehler, bei Samsung schlicht die Schreibvariante des Ablaufcodes. Ein Samsung-Gerät mit SE braucht das Flusensieb und keinen Kundendienst. nF meldet bei LG das WLAN-Modul, bei Samsung den Zulauf – dort sind es der Wasserhahn und das Sieb im Ventilanschluss. Beide Kürzel schicken Samsung-Besitzer in einen Servicetermin, den sie nicht brauchen.

Die Regel für jeden Leckage-Code, gleich welcher Marke: Strom trennen, Wasserhahn schließen, austretendes Wasser aufnehmen. Kein weiterer Startversuch. Und nach einem Wasseraustritt geht das Gerät erst wieder ans Netz, wenn es vollständig durchgetrocknet ist.

Acht Kürzel: LG gegen Samsung an der Waschmaschine

Beide Hersteller arbeiten mit Buchstabenkürzeln, und beide führen dieselben acht Kürzel – jedes Mal für einen anderen Kreis. Die Bedeutungen stammen aus den Fehlercode-Listen der beiden Hersteller; die vollständigen Listen mit allen Prüfschritten stehen auf der Seite LG- und Samsung-Fehlercodes.

KürzelBei LGBei SamsungWas die falsche Liste anrichtet
AEInterne Undichtigkeit erkanntKommunikationsfehler zwischen Baugruppen (mit AC)Der schwerste Fall: Samsung sieht den Neustart vor, an einem LG-Gerät pumpt genau der Wasser nach
OEAblauffehler: Wasser wird nicht abgepumptÜberlauf: zu viel Wasser im Gerät (auch OC, OF)Gegenläufig. Der Samsung-Ablaufcode heißt 5C oder 5E
LETrommel dreht nicht, Motor überlastet oder blockiertFeuchtigkeit oder Wasserstandssensor (mit 1C, 1E, LC)Der zweite gefährliche Fall: Die LG-Zeile sieht fünf Minuten stromlos und einen erneuten Start vor – an einem Samsung-Gerät ist LE eine Feuchtigkeitsmeldung, und genau dieser Neustart ist dort falsch
SESensorfehlerAblauffehler – Schreibvariante von 5E und 5CEin Samsung-Gerät mit SE braucht das Flusensieb, keinen Kundendienst
nFStörung des WLAN-Moduls (mit nC, nE)Zulauffehler – Schreibvariante von 4C und 4EBei Samsung Hahn und Zulaufsieb, bei LG überhaupt kein Waschfehler
IEZulauffehler: kein oder zu wenig WasserSystemfehler (gemeinsam mit SF)Der Samsung-Zulaufcode heißt 4C oder 4E
CEÜberstrom im MotorkreisWarmwasser am Kaltanschluss (Alias von 4C2)Bei Samsung eine reine Anschlussfrage, bei LG ein Elektronikthema
PEWasserstandssensor arbeitet nicht richtigFehler der Kupplung (mit PC, PC1, PE1)Beides Messarbeit, aber an verschiedenen Baugruppen

Sechs Nummern: dieselbe Marke, zwei Gerätearten

Der weniger bekannte, dafür häufigere Fall. Bosch führt für Waschmaschinen und für Geschirrspüler zwei getrennte Nummernkreise, die sich in denselben Zahlen bewegen. Die folgenden sechs Nummern sind für beide Gerätearten nachgeschlagen – und meinen jedes Mal etwas anderes. Für Siemens, Neff und Constructa gilt dieselbe Plattform und damit dieselbe Zuordnung.

Ein Hinweis zur Lesart: Die Hersteller-Hilfeseite fasst am Geschirrspüler mehrere Nummern unter einem gemeinsamen Sammeltext zusammen – E16 und E17 erscheinen dort beide als Fehler im Füllsystem oder im Wasserzulauf. Was die einzelne Nummer innerhalb dieses Sammelbereichs bedeutet, steht in der Gerätedokumentation und in unserer Geschirrspüler-Übersicht; die Tabelle nennt beides, weil der Sammeltext allein die Verwechslung nicht auflöst.

NummerAn der WaschmaschineAm GeschirrspülerWas die falsche Liste anrichtet
E23 / F23AquaStop ausgelöst – Bosch weist die Störung dem Kundendienst zuFehler an der Abwasserpumpe – ebenfalls KundendienstDer schwerste Fall dieser Gruppe: Wer an der Waschmaschine die Geschirrspüler-Zeile liest, sucht in der Pumpe, während der Wasserschutz eine aktive Leckage meldet
E25 / F25Trübungssensor fehlerhaft – laut Bosch nicht in Eigenarbeit zu behebenPumpe durch Fremdkörper blockiert oder Pumpendeckel nicht richtig eingesetzt – Bosch beschreibt die Selbsthilfe Schritt für SchrittDie Warnstufe kippt: Wer an der Waschmaschine die Geschirrspüler-Anleitung abarbeitet, öffnet einen Pumpendeckel wegen eines Sensors, der ganz woanders sitzt
E18 / F18Das Wasser wird nicht abgepumpt; Bosch nennt Pumpe reinigen und Ablaufschlauch prüfenWasserzulauf: geknickter Zulaufschlauch, Sieb im Zulaufschlauch, zu geringe Durchflussmenge am HahnAblauf gegen Zulauf – die beiden gegenüberliegenden Enden desselben Wasserwegs. Eine dritte Bedeutung kommt bei Beko hinzu, siehe unten
E16 / F16Fensterverschluss offen, also die Tür – harmlos und in einer Minute geprüftFüllsystem beziehungsweise Wasserzulauf; im Einzelnen läuft hier Wasser unerwünscht ein, weil das Zulaufventil nicht sauber schließtDie Warnstufe kippt: Wer am Geschirrspüler die Waschmaschinen-Zeile liest, drückt die Tür zu und startet neu – während unkontrolliert Wasser einläuft. Am Geschirrspüler gehört zu E16 der geschlossene Wasserhahn, und das Gerät bleibt nicht unbeaufsichtigt
E17 / F17Wasserzulaufzeit überschritten – es kommt zu wenig Wasser. Abhilfe: Hahn ganz auf, Zulaufsieb und Schlauch freiZulauf zu schnell beziehungsweise Wasserdruck zu hoch. Abhilfe: Hahn eine Umdrehung zurücknehmen und das Verhalten beobachtenDer leiseste Fall dieser Gruppe: Beide Nummern nennen den Zulauf, die Handgriffe zeigen aber in entgegengesetzte Richtungen. Wer den Hahn weiter aufdreht, obwohl der Druck schon zu hoch ist, verstärkt genau das gemeldete Verhalten
E19 / F19Heizzeit überschrittenProblem am Dosiersystem oder an einem internen VentilHeizkreis gegen Dosiersystem – zwei Baugruppen ohne jede Berührung

Der praktische Nutzen dieser sechs Zeilen liegt weniger in den Zeilen selbst als in dem, was sie über die Suche sagen: Eine Suchmaschine kennt Ihre Geräteart nicht. Wer nur den Code eingibt, bekommt die Antwort, die häufiger gesucht wird – und das sind bei allen sechs Nummern die Waschmaschinen-Seiten. Schreiben Sie die Geräteart in jede Suche mit hinein.

Sechs Fälle über die Markengrenze hinweg

Diese sind die praktisch folgenreichsten Verwechslungen zwischen zwei Häusern – besonders die, bei denen es sich um dieselbe Geräteart handelt. Bei einem Waschmaschinen-Code kommt niemand von selbst auf die Idee, dass eine andere Marke damit etwas völlig anderes meint.

CodeBedeutung ABedeutung BWas die falsche Liste anrichtet
E12Beko-Waschmaschine: Es befindet sich möglicherweise Wasser in der Maschine – Beko nennt Netzstecker ziehen und das Wasser unter der Maschine aufnehmenBosch-Geschirrspüler: Kalkablagerung im Heizsystem; Bosch empfiehlt dringend, das Gerät zu entkalkenDer schwerste Fall dieser Gruppe: Wer an einer Beko-Waschmaschine die Bosch-Zeile liest, bestellt Entkalker für eine Leckage
E17Bosch-Waschmaschine: Wasserzulaufzeit überschritten – es kommt zu wenig Wasser. Bosch-Geschirrspüler: Zulauf zu schnell, Wasserdruck zu hochBeko-Waschmaschine: Nach Abschluss des Zyklus ist überschüssiger Schaum in der MaschineDreifach belegt und dabei am unauffälligsten: Man dreht am Wasserhahn und reinigt Siebe, während in Wahrheit die Dosierung nicht stimmt – oder der Druck ohnehin schon zu hoch war
E18Bosch-Waschmaschine: Ablauf. Bosch-Geschirrspüler: ZulaufBeko-Waschmaschine: Der Schleudergang wurde wegen eines Ungleichgewichts der Maschine nicht eingeleitetDreifach belegt und damit der unübersichtlichste Code überhaupt: Ablauf, Zulauf oder Unwucht – drei Prüfwege, die einander nicht berühren
E20Bosch-Waschmaschine: unerwartetes Heizen. Bosch nennt einen Reset über Aus- und Einschalten, danach den KundendienstAEG-Waschmaschine: Wasserablauf gestört. Bei Electrolux nennt die Zehnerstelle den Kreis, E2x ist der AblaufDieselbe Geräteart, entgegengesetzte Arbeit: Der Bosch-Besitzer zerlegt das Flusensieb wegen eines Elektronikfehlers, der AEG-Besitzer ruft den Kundendienst wegen eines verstopften Siebs
F18Bosch-Waschmaschine: Das Wasser wird nicht abgepumpt – Ablaufkreis. Miele-Geschirrspüler: Zulaufgruppe – Wasseranschlussdruck unter 50 kPa, zu tiefer bauseitiger Ablaufanschluss oder ein technischer FehlerBauknecht- und Whirlpool-Waschmaschine: extreme Schaumbildung, das Waschprogramm wurde unterbrochenEbenfalls dreifach belegt: Ablauf, Hausinstallation oder Dosierung. Bei Miele führt der erste Weg nicht einmal ins Gerät
F09Bosch-Trockner: Temperaturfühler des HeizsystemsBauknecht- und Whirlpool-Toplader: Wasserstand zu hoch, nach dem Löschen eines Programms oder einer FehlbedienungVerschiedene Gerätearten und Kreise: Der Bauknecht-Fall wird über eine Tastenfolge zum Abpumpen aufgelöst, der Bosch-Fall über eine Messung am Fühler

Die Beko-Bedeutungen stehen wortgleich in den Beko-Bedienungsanleitungen; die vollständige Liste samt der Selbstabfrage, mit der sich der Code an Geräten ohne Anzeige auslesen lässt, steht unter Beko- und Grundig-Fehlercodes. Die Bauknecht- und Whirlpool-Nummern stehen unter Bauknecht- und Whirlpool-Fehlercodes. Die Miele-Bedeutung stammt aus der Miele-Gebrauchsanweisung, die vollständigen Miele-Nummern samt ihrer Grenzen stehen unter Miele-Fehlercodes. Der AEG-Ablaufcode ist unter Fehler E20 bei AEG beschrieben, der Bosch-Ablaufcode unter Fehler F18 bei Bosch und Siemens.

Diese sechs Zeilen sind der Grund, warum die Marke vor die Liste gehört. Bei E12, E17 und E20 stehen sich sogar zwei Waschmaschinen gegenüber: dieselbe Geräteart, dieselbe Schreibweise, unvereinbare Anweisungen. Wer nur nach dem Code sucht, hat keine Chance, das zu bemerken – die Suchergebnisse sehen in beiden Fällen gleich plausibel aus.

Die Gegenprobe: was nicht kollidiert

Eine Seite über Verwechslungen wird unbrauchbar, wenn sie jede Übereinstimmung zur Falle erklärt. Deshalb gehört die Gegenprobe dazu – geprüfte Fälle, in denen dasselbe Kürzel tatsächlich dasselbe meint:

Was hier ausdrücklich nicht steht, ist E17. Die Nummer sieht wie der ideale Gegenprobe-Fall aus – bei Bosch nennt sie an beiden Gerätearten den Zulauf –, und genau deshalb steht sie oben in der Kollisionstabelle und nicht hier. An der Waschmaschine meldet sie zu wenig Wasser, am Geschirrspüler einen zu schnellen Zulauf beziehungsweise zu hohen Druck. Der Kreis stimmt überein, die Handgriffe sind gegenläufig. Eine Übereinstimmung im Oberbegriff ist keine Übereinstimmung in der Anweisung.

Und es gibt den Umkehrfall, der genauso oft in die Irre führt: derselbe Zustand unter zwei verschiedenen Nummern. Wasser in der Bodenwanne heißt an der Bosch-Waschmaschine E23 – Bosch schreibt dazu „AquaStop ausgelöst“ – und am Bosch-Geschirrspüler E15, dort beschrieben als aktiviertes Wasserschutzsystem. Ein und derselbe Vorgang, zwei Nummern, zwei Gerätearten. Wer nach E15 an einer Waschmaschine sucht, findet deshalb nichts Passendes und schließt daraus fälschlich, sein Gerät melde etwas Exotisches.

Wenn eine Marke sich selbst widerspricht

Die unangenehmste Variante ist die, bei der nicht einmal die richtige Marke und die richtige Geräteart eine eindeutige Antwort ergeben – weil der Hersteller dieselbe Nummer je nach Modell verschieden belegt. Diese Fälle sind selten, aber sie stehen so in den Herstellerunterlagen und lassen sich deshalb belegen:

Für diese vier Fälle gibt es keine Abkürzung. Die Bedienungsanleitung zur eigenen Modellnummer ist bei allen genannten Herstellern über eben diese Nummer als Datei abrufbar, und für genau solche Codes lohnt der Blick hinein, bevor irgendetwas geöffnet wird.

Erst den Code richtig ablesen

Bevor überhaupt eine Liste in Frage kommt, muss feststehen, was auf der Anzeige tatsächlich steht. Das ist die häufigste Fehlerquelle noch vor der Markenfrage.

Sieben-Segment-Anzeigen können keine echten Buchstaben

Eine Ziffernanzeige stellt Buchstaben nur angenähert dar. Das LG-Kürzel IE liest sich deshalb regelmäßig als 1E, OE als 0E mit einer Null. Bei Samsung erscheint derselbe Ablauffehler je nach Anzeige als 5E, SE, 5C oder SC – die 5 und das S sind auf sieben Segmenten kaum zu unterscheiden. Notieren Sie im Zweifel beide Lesarten und prüfen Sie, welche in der Liste Ihrer Marke überhaupt vorkommt.

Schreibweisen ändern sich über die Baujahre

Samsung hat die Endung der Codes von E auf C umgestellt und führt beide Formen in einer gemeinsamen Zeile: 4E und 4C, 5E und 5C, dE und dC meinen jeweils dasselbe. Bei Geräten mit zwei Waschbereichen steht dem Code zusätzlich eine Ziffer voran, etwa 1 5C – das ist kein anderer Fehler, sondern derselbe Code für die betroffene Einheit. Bei Bosch und Siemens wechselt der Buchstabe vor der Ziffer zwischen F und E, ohne dass sich an der Bedeutung etwas ändert.

Geräte ohne Ziffernanzeige melden über Leuchtbilder

Nicht jedes Gerät kann Codes anzeigen. Geräte mit Drehwahlschalter und einfachen Leuchtdioden melden denselben Fehler über Blinkgruppen: eine Anzahl kurzer Impulse, eine deutliche Pause, dieselbe Gruppe erneut. Filmen Sie das Leuchtbild mit dem Telefon eine halbe Minute lang ab – in der Wiedergabe lässt sich das Muster deutlich zuverlässiger zuordnen als am blinkenden Gerät – und zählen Sie mindestens drei Wiederholungen, bevor Sie sich auf eine Zahl festlegen. Welche Impulszahl welchen Code meint, steht in der Gebrauchsanweisung Ihres Modells.

Die Kernbotschaft: der Code benennt den Kreis

Alle diese Maschinen überwachen eine überschaubare Zahl von Kreisen über Zeitfenster und Plausibilität. Die Steuerung gibt ein Kommando, wartet eine festgelegte Zeit ab und prüft über einen Sensor, ob das Erwartete eingetreten ist. Beim Abpumpen läuft die Pumpe an, und der Füllstandssensor soll innerhalb weniger Minuten einen leeren Bottich melden. Bleibt diese Rückmeldung aus, bricht die Steuerung ab und setzt den Ablauf-Code.

Daraus folgt die einzige Lesart, die trägt: Der Code benennt die enttäuschte Erwartung, nicht das defekte Bauteil. Ein Ablauf-Code heißt nicht „Pumpe defekt“, sondern: Es war nach Ablauf der Zeit noch Wasser da. Dieselbe Meldung entsteht bei zugesetztem Flusensieb, blockiertem Flügelrad, geknicktem Ablaufschlauch, verstopftem Siphon-Anschluss, zu viel Schaum in der Lauge – und tatsächlich auch bei verschlissener Pumpe, die in dieser Reihe an letzter Stelle steht.

Für diese Seite hat das eine praktische Folge: Selbst wenn Sie die falsche Liste erwischen, rettet Sie die Kreis-Logik oft noch. Wer weiß, dass hinter einem Ablauf-Code sechs Stellen liegen und die Pumpe die letzte ist, bestellt kein Teil, bevor der Weg frei ist – auch dann nicht, wenn eine falsche Liste ihm die Pumpe nahelegt. Wer den Code dagegen direkt in eine Bestellung übersetzt, hat bei einer Verwechslung nicht nur das falsche Teil, sondern auch noch das falsche Bauteilfeld.

Die Prüf-Reihenfolgen je Kreis stehen markenunabhängig unter Waschmaschine pumpt nicht ab, Waschmaschine zieht kein Wasser und Geschirrspüler pumpt nicht ab.

Die Ampel: wo die falsche Liste nur Arbeit kostet – und wo sie schadet

Nicht jede Verwechslung wiegt gleich schwer. Die folgende Einordnung trennt die Fälle, die eine verlorene Stunde bedeuten, von denen, bei denen die falsche Anweisung den Schaden vergrößert.

FallCodesStufeWarum
Leckage-Code als Kommunikationsfehler gelesenAE (LG gegen Samsung)Schaden möglichDer vorgesehene Neustart pumpt frisches Wasser in ein Gerät, das gerade Wasser verliert
Wasserschutz als Pumpenfehler gelesenE23 (Bosch Waschmaschine gegen Geschirrspüler)Schaden möglichDer ausgelöste AquaStop meldet Wasser dort, wo keines sein soll; die Suche wandert stattdessen in die Pumpe
Leckage als Verkalkung gelesenE12 (Beko Waschmaschine gegen Bosch Geschirrspüler)Schaden möglichBeko meldet Wasser in der Maschine, Bosch empfiehlt unter derselben Nummer eine Entkalkung – die Leckage arbeitet währenddessen weiter
Leckage-Code als blockierter Antrieb gelesenLE (Samsung gegen LG)Schaden möglichBei Samsung gehört LE zu Feuchtigkeit und Wasserstand, bei LG zur blockierten Trommel – und die LG-Liste sieht dort fünf Minuten stromlos und einen erneuten Start vor
Unerwünschter Wassereinlauf als Türfehler gelesenE16 (Bosch Geschirrspüler gegen Waschmaschine)Schaden möglichAm Geschirrspüler läuft Wasser ein, weil das Zulaufventil nicht sauber schließt; die Waschmaschinen-Zeile lautet Tür zu und neu starten. Richtig ist hier der geschlossene Wasserhahn – und das Gerät bleibt nicht unbeaufsichtigt
Sensorfehler als Selbsthilfe an der Pumpe gelesenE25 (Bosch Waschmaschine gegen Geschirrspüler)Eingriff ohne AnlassAm Geschirrspüler gibt Bosch eine Anleitung zum Öffnen des Pumpendeckels frei, an der Waschmaschine ausdrücklich nicht
Schaumcode als Zulauffehler gelesenE17 (Bosch gegen Beko, beide Waschmaschine)Eingriff ohne AnlassDer Schaumcode ist die Vorstufe weiterer Meldungen; wer stattdessen am Zulauf sucht, lässt die Dosierfrage unkorrigiert
Überlauf als Ablauffehler gelesenOE (LG gegen Samsung)Eingriff ohne AnlassGegenläufige Zustände: zu viel Wasser gegen nicht abgepumptes Wasser
Zu wenig Wasser und zu viel Druck vertauschtE17 (Bosch Waschmaschine gegen Geschirrspüler)Eingriff ohne AnlassBeide Nummern nennen den Zulauf, die Handgriffe sind gegenläufig: Hahn ganz auf gegen Hahn eine Umdrehung zurück
Ablauf, Zulauf, Unwucht oder Schaum vertauschtE18 und F18 (Bosch, Beko, Miele, Bauknecht)Verlorene ZeitDie beiden am vielfachsten belegten Nummern: Man arbeitet am falschen Ende des Wasserwegs, an der Beladung oder an der Dosierung – kein Schaden, aber auch kein Ergebnis
Elektronikfehler als Siebverstopfung gelesenE20 (Bosch gegen AEG)Verlorene ZeitBeide Richtungen führen ins Leere: unnötige Demontage oder unnötiger Servicetermin
Zulauf-Code als Türfehler gelesenE16 (Bosch Waschmaschine gegen Geschirrspüler)Verlorene ZeitIn dieser Richtung harmlos: Man prüft am Geschirrspüler den Zulauf, während an der Waschmaschine nur die Tür nicht eingerastet ist. Die Gegenrichtung steht oben unter Schaden möglich

Für alle Zeilen der ersten beiden Stufen gilt derselbe erste Griff, und er ist immer richtig, unabhängig davon, welche Liste am Ende die zutreffende ist: Strom trennen, Wasserhahn schließen, austretendes Wasser aufnehmen. Diese drei Handgriffe schaden an keinem Gerät und retten die Fälle, in denen die Marke noch nicht feststeht.

Was hier bewusst nicht steht

Auf einer Seite über Verwechslungen wäre eine erfundene Verwechslung der schlimmstmögliche Fehler. Deshalb die offene Rechnung: Belegt sind 18 Kürzel mit Doppelbedeutung – acht zwischen LG und Samsung aus den Fehlercode-Listen der beiden Hersteller, fünf zwischen den beiden Bosch-Gerätearten, dazu E12, E17, E18, E20, F09 und F18 über Markengrenzen hinweg, belegt aus den Beko- und Whirlpool-Bedienungsanleitungen, der Miele-Gebrauchsanweisung und der Electrolux-Codelogik. E17 und E18 zählen in beiden Gruppen, deshalb bleibt es bei 18 Kürzeln. Dazu kommen vier belegte Doppelbelegungen innerhalb einer Marke.

Geprüft und nicht aufgenommen wurden:

Sollte sich eine dieser Lücken später belegen lassen, wandert sie in die Tabellen oben. Bis dahin steht sie hier – als Lücke und nicht als Vermutung.

Werkzeug und Ersatzteile

Trennen Sie beim Einkauf zwei Wege. Werkzeug und Verbrauchsmaterial sind Standardware und nicht modellgebunden. Geräteteile hängen an der Gerätenummer. Für die meisten Fälle auf dieser Seite brauchen Sie überhaupt kein Ersatzteil, sondern eine Auffangschale, eine Taschenlampe und die richtige Liste.

Werkzeug und Verbrauchsmaterial

Ersatzteile – erst nach der Prüf-Reihenfolge

Bestellen Sie kein Teil, bevor Marke, Geräteart und Kreis feststehen. Der häufigste Fehlkauf bei Hausgeräteteilen entsteht nicht durch die falsche Diagnose, sondern durch die falsche Bestellnummer: Unter einer Produktbezeichnung laufen über die Baujahre mehrere Bauzustände mit anderen Pumpen, Schlössern und Steckerbelegungen.

Ehrlich eingeordnet: Ein Teil, das aufgrund einer verwechselten Code-Liste bestellt wurde, ist zweimal verloren – einmal als Ausgabe und einmal als Zeit, in der die eigentliche Ursache weiterarbeitet. Bei Leckage-Codes kommt hinzu, dass dieses Weiterarbeiten Wasser bedeutet. Wann sich eine Instandsetzung insgesamt trägt, steht unter Reparieren oder neu kaufen und Zeitwertgerechte Reparatur.

Was der Fachbetrieb anders macht – und was Sie ihm mitgeben

Der Gerätetechniker hat den Vorteil, den diese ganze Seite umkreist: Er weiß, welche Liste gilt. Er liest den Fehlerspeicher im geräteeigenen Servicemodus aus und sieht nicht nur den aktuellen Code, sondern dessen Häufigkeit und Reihenfolge – das trennt den einmaligen Aussetzer vom stehenden Fehler und entlarvt Folgefehler als solche. Dazu kommen die Servicedaten zur konkreten Gerätenummer mit den Sollwerten je Bauteil; erst damit wird aus einer Messung eine Aussage.

Damit dieser Vorteil zum Tragen kommt, geben Sie vier Angaben mit: den Code in der Schreibweise des Displays, die vollständige Gerätenummer vom Typenschild, die Geräteart und die bereits erledigten Prüfschritte. Ein Anruf mit diesen vier Angaben führt zu einer gezielten Diagnose. Ein Anruf, der nur den Code nennt, führt zu genau der Unsicherheit, um die es hier geht.

Wer lieber begleitet schraubt, findet in Reparatur-Initiativen und Repair-Cafés Werkzeug, Erfahrung und meist auch das passende Messgerät. Und jedes Gerät, das durch eine halbe Stunde am richtigen Ende weiterläuft, erspart die Rohstoffe und die Energie einer kompletten Neuproduktion – die Argumente dazu stehen unter Reparieren und Nachhaltigkeit.

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